Der Horrorberg mußte dieses Jahr bei Licht und Sonne befahren werden. Ganz sonnig war es dann doch nicht, da eine hinterlistige Wolke zum Verfolgungsangriff angesetzt hat. Ich war aber schneller. 🙂
Von Grand Junction ging es zunächst auf dem Highway nach Delta, wo ein Einkauf am Programm stand. Der Walmart war schnell gefunden, TomTom wußte Bescheid und der Walmart lag auch direkt an der Straße. Von nun an ging es steil bergauf und die Temperatur sank wie vorhergesehen (der Gipfel liegt über 3000m hoch) ins Bodenlose. Drum zeigten sich auch bald die ersten gelben Bäume:

Mit 303PS kann das Auto gar nicht so schwer sein, als daß nicht sehr bald der Gipfel erreicht ist. Oben fährt man auf einem Plateau, wo im Winter Langlauf und Skidoofahren sehr in sein dürften (zumindest finden sich genug Hinweisschilder). Jetzt hatte es noch über 0°C (zu Mittag) und es war hübsch anzusehen, wie der kleine Bach einen See bildet:

Auf der anderen Seite waren dieses Jahr noch nicht ganz so viele gelbe Bäume zu sehen wie vor zwei Jahren; das Wetter war scheinbar doch wärmer. Ein See mit ein paar gelben Bäumen war aber zu finden:

An der Straße fanden sich die bunten Bäume ziemlich häufig. Daher waren viele Stops notwendig, um diese hübschen Fotos einzufangen:

Der See des Grauens. Genau hier (genauer am Campingplatz links vom See) haben wir uns vor zwei Jahren alles abgefroren. So friedlich und schön liegt er da. Kaum zu vermuten wie unglaublich kalt es dort werden kann (wenig überraschend finden sich dort genug gelbe Bäume):

Die Abfahrt ist (wie im Bild angezeigt) mächtig kurvig. Man muß die guten 3000m ja irgendwie los werden. Dieser Scenic Byway ist wirklich jedem zu empfehlen, nur Radler würde ich da nicht so gerne sein wollen:

Der Byway endet direkt an der I70, wo wir weiter Richtung Osten gedüst sind. Da wir die guten 200mi eigentlich bald geschafft haben wollten, haben wir eine Pause auf einem mit ‚Parking‘ gekennzeichneten Platz gemacht. Wir waren nicht schlecht überrascht, daß die Interstate in einem Tunnel verschwand und wir dem Fluß folgten. Parking? Und wie ging es weiter? Des Rätsels Lösung ist einfach: Sie haben den alten Highway einfach zu einer Einbahn gemacht und als Parkgebiet deklariert. So konnte man entlang des Flusses überall parken, während die Interstate die Abkürzung durch den Tunnel nimmt. Hier ein Blick auf die doch idyllische Landschaft:

Das mit den schnellen 200mi war natürlich wieder nix. Die Interstate windet sich nämlich bis Denver wie eine Hochgebirgsstraße. Zunächst geht es entlang eines Canyons, der wirklich schön ist. Wenn es keine Interstate wäre, es wäre ein Scenic Byway. Nur sollte man nicht an den Bericht denken, daß fast alle Brücken der US-Interstates baufällig sind, denn man fährt fast nur auf Brücken…

Die Einschnitte sind tief und manchmal paßt kaum die Interstate hinein. Leider darf man in den kurvigen Teilen nur 55mi (offiziell halt) fahren, man traut den Leuten offensichtlich nicht viel zu:

Und dann geht es in die Höhe. Keine Ahnung wie hoch (da haben sie plötzlich auf die Höhenangaben ‚vergessen‘) aber 3000m werden es wohl schon gewesen sein. Mit einer Interstate! Vail, Beaver Creek und Co lagen an der Interstate. Die Steigungen waren für eine Autobahn auch nicht schlecht (>6% über viele Meilen):

Die Schneegrenze war jedenfalls nicht mehr weit, man brauchte nur aus dem Fenster zu sehen. Die Temperatur sank auch auf knappe 50°F…

In Denver selbst gab es dann den Megastau, da sich an der größten Abfahrt einige Autos ineinander verkeilt hatten und die ganze Interstate stand. Trotzdem kam ich noch rechtzeitig zu meinem Campingplatz (35mi östlich von Denver Center) und habe dort zwei sehr nette Tage verbracht. Aber davon später mehr.