Vor dem historischen Ziegelbau des Linnean House im Missouri Botanical Garden in St. Louis steht eine bunte Nana-Skulptur von Niki de Saint Phalle in einem Wasserbecken

St Louis

Der Tag begann mit strahlend blauem Himmel und endete auch so. So laß ich mir das Gefallen. Mein Weg führte mich zunächst in den Missouri Botanical Garden. Jetzt könnte man denken, schon wieder ein botanischer Garten, aber nein, dieser Garten ist völlig anders als der letzte. Insgesamt hat weniger geblüht, er ist aber penibel gepflegt und anders aufgebaut.

Die Eröffnung geht dieses mal an lila Blumen (wie immer ohne Namen) :

Dichte violette Blütenpracht einer üppigen Asternstaude im herbstlichen Garten, umgeben von grünem Laub und im warmen Sonnenlicht strahlend

Diese Blumen will ich mir für Krut kaufen, denn sie ziehen Schmetterlinge magisch an. Nebenbei sehen sie gut aus und riechen genial:

Leuchtend rote und gelbe Blütenstände einer Wandelrösche inmitten kräftig grüner Blätter mit deutlicher Aderung im sonnigen Garten

Der Garten hat eine recht lange Geschichte. Zunächst wieder der Spleen eines Reichen, dann öffentlich. Mitte des 19 Jhdts wurde der erste Teil öffentlich zugänglich gemacht. Dieses Gewächshaus war schon dabei. Die dralle Maid im Vordergrund nicht. Im ganzen Garten sind Kunstwerke von Niki de Saint Phalle (eine Frau) verteilt. Ob die Kunstwerke schön sind, lasse ich den Betrachter lieber selbst entscheiden, bunt sind sie auf jeden Fall:

Vor dem historischen Ziegelbau des Linnean House im Missouri Botanical Garden in St. Louis steht eine bunte Nana-Skulptur von Niki de Saint Phalle in einem Wasserbecken

Insgesamt gibt es zwei Rosengärten, einen neuen (wo diese Rose steht) und einen Viktorianischen.

Knallrote Rosen mit gelben Staubgefässen blühen in einem üppigen Beet vor sattgrünem Hintergrund, umgeben von dunklen Laubblättern und geschlossenen Knospen

Der neue Rosengarten ist umzäunt und mit künstlerischen Toren (Hintergrund) versehen:

Leuchtend pinke Rosenblüten stehen im Vordergrund, während im unscharfen Hintergrund ein weißer Bogen und grüne Sträucher in einer Gartenanlage zu erkennen sind

Elefantenohren sehen auch im Schatten nett aus:

Üppige Weißbunte Buntwurz mit markanten pinken Blattnerv and dunkelgrüner Umrandung, eingebettet in sattgrünes Farngewächs im schattigen Gartenbeet

Bemerkenswert sind die Bienen. Wo es blüht sind auch die Bienen nicht fern. Zum Glück hat mich keine von diesen Bienen gestochen, denn der Körper ist zwischen 3 und 4cm lang!

Eine schwarzglänzende Holzbiene sitzt auf leuchtend gelben Goldrutenblüten, während im unscharfen grünen Hintergrund eine weitere Biene im Flug herbeifliegt

Trotz des Herbstes blüht noch recht viel in dem Garten. So auch diese Blume:

Eine pinkfarbene Flockenblume mit fransigen Blütenblättern, einem grünen Stängel und markanten Blättern vor einem tiefschwarzen Hintergrund

Das große Gewächshaus heißt dort Climatron. Es war das erste geodätische Gewächshaus der Welt und wurde in den 60er Jahren fertiggestellt. Heute kann man sehr viele tropische Pflanzen (auch Nutzpflanzen wie Pfeffer, Guave, …) sehen. Auch Vögel sind dort heimisch:

Der dunkelgraue Gehsteig schlängelt sich durch die dichte grüne Bepflanzung der Biosphäre, während sich im hellen Hintergrund das filigrane metallene Gitternetz der riesigen Glaskuppel spannt

Und solche speziellen ‚Kunstschlangen‘:

Eine gelbe, niki-de-saint-phalle-artige Schlangenplastik mit bunten Punkten und rotem Maul schlängelt sich durch dichte, tropische Vegetation mit großblättrigen Pflanzen und Stämmen im Hintergrund

Ich habe das Rätsel des letzten Indiana Jones Films gelöst: Da ist er, der crystal skull:

Ein gigantischer Totenkopf aus glänzenden Spiegeln thront inmitten von sattem Grün, umgeben von dichtem Dschungel aus Farnen und tropischen Blättern, während das Licht in den gläsernen Facetten bricht

Viele andere Bereiche kann ich garnicht hier vorstellen, zu viele Bilder gäbe es zu zeigen. Daher überspringe ich einmal den Chinesischen Garten und das Zentrum für Heimgärtnerei. Und schon sind wir in einem der größten Japanischen Gärten der USA:

Der weitläufige japanische Garten in Schönbrunn besticht mit einem ruhigen Teich, gepflegten Rasenflächen sowie charakteristischen Nadelgehölzen im Vordergrund und dichtem Baumbestand am Ufer

Da dürfen auch die Kiesbeete nicht fehlen:

Ein traditioneller Steingarten mit fein geharktem, hellen Kiesbett, darin kunstvoll platzierte Felsbrocken und ein kunstvoll geschnittener Kiefernbaum im Vordergrund, umgeben von gepflegten Grünflächen und dichtem Baumbestand im Hintergrund bei klarem Himmel

Der Viktorianische Garten hat auch eine Buschfläche, wie man sie von den europäischen Schloßgärten kennt:

Der kunstvoll angelegte formal Garden erstreckt sich als weitläufiges Heckenlabyrinth mit akkurat geschnittenen Buchsbaumhecken und roten Ziegeln eingefassten Kieswegen, umgeben von dichtem Grün und schattigen Bäumen im Hintergrund

Und natürlich dürfen in so einem Garten die Statuen nicht fehlen:

Im prunkvollen Schlosspark thront eine weiße Marmorstatue auf einem Sockel, umgeben von kunstvoll geschnittenem Grün, Palmen und bunten Blumenbeeten vor dichtem Laubwald

Am Nachmittag ging es dann zum Gateway Arch, einem National Monument. Man darf das Ding nur dann betreten, wenn man alles und sich selbst scannen läßt. Das Ding ist 193m hoch und überragt damit so ziemlich alles:

Der silberne Gateway Arch aus rostfreiem Stahl ragt in den blauen Frühlingshimmel, umgeben von gepflegtem Rasen, schattigen Baumkronen und einem breiten Pflaster am Ufer

Gegen Geld kann man in einer sehr seltsamen Bahn in Minikabinen zu Fünft bis an die Spitze fahren. Oben überrascht zunächst, daß die Krümmung derart stark spürbar ist. Auch der Eindruck, daß der Bogen oben sehr wenig hoch ist, kann schnell bestätigt werden:

Mehrere Besucher stehen im leicht geneigten Gang eines Museums an angewinkelten Infostationen mit Bildschirmen. Der schmale Raum hat graue Wände, helle Paneelen an der Decke und durch bodennahe Schlitze fällt flaches Tageslicht auf den Fußboden

Die Aussicht auf die Stadt ist genial, selbst bei Gegenlicht am Nachmittag:

Weitwinkelig aufgenommenes Luftbild der Skyline von St. Louis mit dem markanten Old Courthouse im Zentrum, umgeben von hellen Hochhäusern aus Glas und Beton sowie einer weitläufigen Stadtautobahn im Vordergrund

Auf der Flußseite sieht man seinen eigenen Schatten. Das schwimmende Ding im Schatten ist eine Hubschrauberplattform, wo man Rundflüge buchen kann (ich will garnicht wissen, was das kostet).

Luftaufnahme des Gateway Arch in St. Louis mit dem gigantischen Schatten auf dem breiten Strom, dem begrünten Gehsteig am Ufer, zwei Stahlbrücken im Hintergrund und großen Industriebauten

Diese Brücke ist der Startpunkt des ganzen Monuments. St. Louis war eine starke Wirtschaftsstadt, weil die Schiffe den Fluß rauf kamen und hier ihre Ware verteilt wurde. Dann kam die Eisenbahn und die Schiffe wurden unwichtig. Der Umschlagplatz hat sich damit nach Chicago verlegt, St. Louis hatte keine Brücke. Drum wurde so schnell wie möglich eine Brücke gebaut und das kam dabei raus. Die Brücke war damals eine Weltsensation, steht aber immerhin noch heute. Damit war St. Louis wieder das Tor zum Westen.

Die Eads Bridge aus dunklem Metall und hellem Stein spannt sich in einem weiten Bogen über den breiten Strom des Mississippi, begleitet von einer Uferstraße und massiven steinernen Brückenpfeilern

Damit ging ein wunderschöner Tag zu Ende. Friedlich ging ich nach dem Grillen schlafen, noch nichts ahnend, was ich am nächsten Tag erfahren würde…

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