Der Okefenokee Swap vom Wasser aus

Ich wuurde wieder von schönem sonnigen Wetter geweckt und war dieses mal total erstaunt, daß ein Campingplatz so nahe an der Interstate doch ziemlich ruhig sein kann. Ich bin nach dem kleinen Intermezzo mit den Sheriffs (siehe vorherigen Post) sehr bald wieder von der Interstate runtergefahren und habe den Rest des Weges bis zum Okefenokee Swap auf normalen Highways zurückgelegt. Das bedeutet jedoch nicht, daß da nicht alle paar Meilen ein Sheriff kontrolliert hat. Aber was soll’s der Weg war ja nicht allzuweit.

Der Haupteingang des Okefenokee Swamps ist eine National Wildlife Area und da komme ich mit meinem Jahrespaß wenigstens gratis rein. Viel war nicht los und das Visitor Center wurde gerade umgebaut. Trotzdem wurde mir die dortige Bootsfahrt sehr ans Herz gelegt und in einer halben Stunde würden sie auch nur für uns alleine ein Boot losschicken. Da sich der Preis mit $16 im Rahmen hielt, sagten wir zu und nach einer halbstündigen Erholungspause ging es los. Bis dahin fanden sich doch glatt noch 4 andere, das Boot war damit aber nicht wirklich überfüllt. 

Interessant ist der Außenbordmotor des kleinen Bootes: 9.9HP. Wenn man sich umsieht, gab es jede Menge Boote in der kleinen Marina und komischerweise hatten alle 9.9HP. Des Rätzels Lösung ist total einfach: Man darf in dem Naturschutzgebiet nur Motorboote mit kleiner 10HP fahren. 

Das folgende Bild zeigt den Ausfahrtskanal von der kleinen Marina aus. Dort hat sich auch kurz vor der Abfahrt ein mindestens 3m Alligator gezeigt. Wie jedoch ich mit der Kamera kam, wollte er nix von mir wissen und ist vor jeglicher Fotochance verschwunden.

Zunächst geht es einen künstlichen Kanal entlang. Der wurde im 19. Jhdt angelegt, um die geschlägerten Bäume raus zu transportieren. Heute darf hier nichts mehr geschlägert werden und der Kanal gehört den Touristen. Die Bäume am Kanal sind dicht mit Spanish Moss bedeckt.

Der Okefenokee Swamp hat natürlich nicht nur Teiche und Bäume, da gibt es auch (äußerst) nasse Wiesen wie diese:

Das Wasser sieht nicht nur schwarz aus, es ist auch schwarz. Durch die ins Wasser gefallenen Pflanzen ergibt sich ein modriger Bodensatz, der das Wasser wie schwarzen Tee färbt. Selbst ein Glas voll ist schon ansehnlich dunkel. Laut Führer ist das Wasser aber nicht giftig. Man kann es zur Not auch trinken, es schmeckt aber extrem grauslich. Bäume spiegeln sich in dem schwarzen Wasser natürlich besonders schön:

Alternativ zur geführten Motorboottour kann man sich dort auch Kanus und Kajaks ausleihen. Damit kann man einen Tag lang oder auch mehrtägig die Gegend unsicher machen. Die Kanäle sind schön beschriftet und auf den offeneren Stellen gibt es Zeltplätze auf Stelzen. Hier kommen uns zwei Paddler entgegen:

Der blue heron (oder Kanadareiher) ist auch in diesem Sumpf anzutreffen (wie man sieht):

Man findet zum Teil offenere Stellen, wo sich die Seerosen tummeln:

Auf kleinen Feuchtinseln (die später einmal größer werden und dann Bäume tragen können) siedeln Pitcherplants, die sich zusätzliche Nahrung über Insekten holen:

Auf einer Prärie (so nennt man im Sumpf eine grasbewachsene offenere Fläche) haben wir dann umgedreht. Auch 90 Minuten hören irgendwann auf:

Trotz der paar Wolken hielt sich das Wetter genial. Man bedenke, daß das der Dienstag war, der überall als besonders schlecht vorhergesagt war. Da habe ich den schmalen Streifen Schönwetter getroffen. Die Aussicht auf den Teich ist jedenfalls super:

Da es in dem Sumpf nur den einen Kanal zur Marina gibt, sind wir den gleichen wieder zurückgetuckert. Die Sonne jetzt im Rücken ermöglicht aber ganz andere Fotos:

Wir waren an einem sehr warmen Tag dort. Daher sah man im Prinzip keine Alligatoren, denn wenn es warm ist, ziehen sie sich in den Schatten zurück (nur wenn es kalt ist, sieht man wie sie sich sonnen). Ein scharfes Auge hat aber diesen Kerl ausfindig gemacht:

Ein weiterer blue heron hat sich im Dickicht rumgetrieben. Als der Führer näher mit dem Boot rangefahren ist, hat er die Flucht nach vorne angetreten:

Die Tour hat dann doch fast zwei Stunden gedauert und es wäre für den großen Boardwalk zu hektisch geworden. Also sind wir zu unserem Campingplatz aufgebrochen. Der Boardwalk kam dann am nächsten Tag dran.

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