Von Winter Haven über das Bok Tower Sanctuary nach West Palm Beach

Der Weg sollte uns an diesem Tag direkt nach West Palm Beach führen, wo wir wieder direkt beim Lion Country Safari Park zelten wollten. Vielleicht gäbe es ja wieder die 2-Tagesaktion wie letztes Jahr, da hätten wir dann gleich noch am Nachmittag in den Park rein schauen können. Laut Navigator war dieses mal der reine Highway die kürzeste Strecke. Und wie wir gerade so rumkurven (um auf den Nord-Süd-Highway zu kommen) sehen wir auf einem Hügel den Bok-Tower, den wir schon 2001 besucht haben. Und da das Wetter viel besser als erwartet war (nämlich strahlend sonnig), kam uns der spontane Gedanke, daß wir doch mal schnell dorthin fahren könnten. Mein Navigator kennt dort aber nur das Bok-Tower Sanctuary und nicht die Gardens. Also schnell dem einzigen Schild mit dem Namen Bok-Tower Gardens folgen, aber auch da sind nur mehr Hinweise zum Sanctuary zu finden. Da der Turm aber am einzigen Hügel der Gegend steht, versuchen wir ihn halt durch Anpeilen zu finden. Und schon ist die Lösung des Rätsels gefunden: Die Gardens wurden zum Sanctuary umbenannt.

Nach dem Zahlen des Eintritts (ja, Gärten sind in Florida nie gratis) und dem Suchen eines schattigen Parkplatzes (man vergesse die Temperaturen von >30°C im SCHATTEN nicht) ging es los. Im Vistorcenter wird man von einer netten alten Dame zugequasselt und dann wird man endlich auf den Garten losgelassen.

Ach ja, kleiner Einschub für diejenigen, die noch nicht wissen was der Bok-Tower Garden ist: Ein reicher Niederländer hat auf der höchsten Erhebung der Halbinsel Florida (die Angaben schwanken zwischen 298 und 320ft) einen Glockenturm bauen lassen, der über 70 Glocken beherbergt. Da kann man mit einem orgelartigen Tasteninstrumentarium Melodien spielen. Rundherum hat er auch noch einen riesigen Garten anlegen lassen.

Auch hier die Überraschung: Überall blüht es:

Die erste Abzweigung führt zu einer alten Zitrusplantage, wo zwischendurch Blumen gepflanzt wurden. Wie diese hier:

Oder diese:

Und alles in voller Blüte!

Zum Teil läuft man durch ganze Blütenteppiche. Keine Ahnung wie das im Frühjahr aussieht?

Diese Beeren sieht man derzeit überall in Florida. Es gibt sie auch seltener in weiß, aber lila ist mir lieber:

Am Ende dieses Weges kann man in einem schattigen Häuschen auf einen natürlichen Teich schauen. Und was lugt dort  aus dem Wasser heraus: Ein Alligator!

Zurück ging es über den Weg der Farne:

Überall in den Bäumen hängen Spinnen. Und die sind nicht zu klein, zwischen 3 und 10cm sind die Köper alleine, die Netze verbinden mehrere Bäume!

Solche Wuschel habe ich auch schon mal in einem botanischen Garten gesehen, sind aber nicht allzu häufig:

Überall raschelt es. Das sind aber nicht Alligatoren, sondern seltsame Riesenmäuse (da habe ich leider kein Foto) und Squirrel wie dieses:

Langsam schraubt sich der Weg den Hügel rauf. Irgendwo da oben muß der Tower sein. Alle Viertel Stunde hört man eine kurze Melodie, die am Glockenwerk gespielt wird (wenn man die Broschüre liest, erfährt man, daß alle Kurzmelodien nur Aufzeichnungen sind, nur die ‚Konzerte‘ sind live). Oben läuft man einen Teich entlang und hie und da lugt schon ein wenig vom Turm aus den Palmen. Am folgenden Bild sieht man aber noch nichts vom Tower (man beachte die im wahrsten Sinne des Wortes beachtlichen Blätter am Wasser):

Wie ich so rund um den Teich gehe und schaue, wo sich die Spiegelungen am besten einfangen lassen, bewegt sich etwas zwischen den Riesenblättern. Nicht lange fackeln und Kamera darauf richten und abdrücken: Schwimmt da doch tatsächlich ganz gemütlich eine Schlange rum!

Nur ein paar Schritte weiter, an einem Schwanenpärchen vorbei (die scheinen sich mit der Schlange angefreundet zu haben) sieht man dann recht plötzlich den Tower in seiner ganzen Größe:

Wenn man um ihn rumgeht, kommt man in den Live-Oaks Garten, wovon man eine noch bessere Aussicht auf den Turm hat:

Um 13 und 15 Uhr ist jeden Tag ein Livekonzert am Tower. Wir haben uns den Anfang um 13 Uhr angehört, sind aber dann langsam in Richtung Auto gegangen, da die dunkle Wolke aus dem Norden immer näher kam. Man hört den Turm aber selbst vom Parkplatz noch sehr gut. Dort haben wir zwei Squirrels mit Nüssen gefüttert und sind dann (als es sehr dunkel wurde) losgefahren.

Beim nachmittäglichen Einkauf wurde es dann noch kurz sonnig (man will ja ein schön warmes Auto haben, wenn man zurück kommt), aber dann wurde es von Minute zu Minute dusterer. Beim Lake Okeechobee hat es dann zu Regnen begonnen und einige Zeit nicht mehr aufgehört. Die Temperatur ist auf 71°F gefallen! Der See ist btw riesig: wenn man am Ufer steht, glaubt man es ist ein grenzenloses Meer. 

Kaum am See vorbei, hat der Regen aufgehört und die Sonne hat hervorgelugt. Am Campingplatz hatte es dann wieder extrem schwüle 86°F und alles war dort überschwemmt. Es war noch  schlimmer als letztes Jahr (und da war es heftig). Da im Sommer der Campingwart um 17 Uhr nach Hause geht, mußten wir eine Nightregistration durchführen. Dazu waren 2 Plätze zur Auswahl. So hat der eine ausgesehen:

Der andere war auch nicht besser. Also habe ich kurzerhand selbst den trockensten gewählt, ich war ja auch der einzige Zelter(depp). Das Abendessen war trocken und der Pool danach herrlich (die Luft war immer noch zum Schneiden feucht und warm) und wir dachten schon, wir hätten wie letztes Jahr Glück und bleiben trocken; aber nix da: Wie ich gerade meinen Bericht tippe, klatschen 2-3 Riesentropfen auf den Tisch und schon hört man im angrenzenden Wald ein lautes Rauschen. Schnell alles ins Auto geworfen und nur Sekunden später ging es voll los. Dabei hat sich dann herausgestellt, daß auch mein trockendster Platz nicht sehr trocken war. Nach dem Guß habe ich das Zelt auf den einzigen Hügel (auch nur ein paar Zentimeter hoch) verschoben und so war die Nacht doch noch trocken im Zelt (draußen hat es mehrmals kräftig geschüttet).

Der nächste Tag begann sonnig und da hatten wir doch Glück mit dem Wetter.

Kommentar hinterlassen