Zwei graue See-Elefanten recken auf einem sandigen Strand ihre Hälse nach oben und rufen mit offenem Maul, während im Hintergrund Schaumkronen ans Ufer rollen und weitere Robben im Sand ruhen

US #1 bis knapp vor San Francisco

Ich bin nun einmal ein Anhänger des Meeres. Daher ist diese Strecke immer wieder, egal wie oft ich sie fahre, ein Highlight. Möglich, daß schon einige den Namen US #1 gehört haben. Darunter darf man sich aber auf keinen Fall eine immer gleich aussehende Straße vorstellen. Bevor ich also zu den Details komme, hier ein paar Ausschnitte nur aus dem einen Tag:

Hier ist die #1 ein Freeway:

Blick aus einem Auto auf eine breite asphaltierte Bundesstraße, die an einer blauen Meeresbucht mit Brandung und flachen, trockenen Hügeln im Hintergrund vorbeiführt

Hier eine winzige Bergstraße:

Ein olivgrüner Pick-up fährt auf einer sonnigen Asphaltstraße mit doppelter Bodenmarkierung nach oben; rechts erhebt sich ein steiler, buschbewachsener Hang, links öffnet sich der weite Blick in den strahlend blauen Himmel

Hier eine normale Küstenstraße:

Eine kurvige Asphaltstraße führt an einer kargen Böschung entlang, während links der weite Pazifische Ozean und rechts ein dunkler Lastkraftwagen zu sehen sind

Hier verläuft sie durch den Wald:

Eine asphaltierte Autostrasse führt durch einen dichten, grünen Nadelwald mit mächtigen Bäumen am Fahrbahnrand, während die Fahrbahn durch doppelte gelbe Linien getrennt ist

Und hier wird sie vom Nebel des Grauens gefressen:

Eine kurvige Asphaltstraße führt durch eine nebelverhangene Küstenlandschaft mit grauen Leitplanken, gelben Bodenmarkierungen, niedriger Sträuchervegetation und dunklen Autos im Hintergrund

Wie gesagt, das waren alles Bilder von nur einem Tag. Das ganze kann man noch wesentlich erweitern, wenn man die nördliche Verlängerung mit einbezieht. Daher merke: US#1 ist immer anders und nur abschnittsweise beschreibbar.

Und nach dieser ewigen Einleitung, der reguläre Tagesbericht:

An dem Tag ging es wirklich nur und ausschließlich um das Genießen des Meeres. Mit allen Ansichten, Tieren und Pflanzen. So war die Route:


Größere Kartenansicht

Zunächst beginnt die Küste eher flach. Flach muß aber nicht langweilig bedeuten:

Blick über das blaue Meer im Point Lobos State Natural Reserve mit bewaldeten Hügeln im Hintergrund und felsigem Ufer mit sattem Grün im Vordergrund

An den verschiedenen Aussichtspunkten tummeln sich verschiedene Betteltiere. Fangen wir mit den Möwen an:

Eine graugedühte Möwe mit gelbem Schnabel steht auf einem braunen Felsen am felsigen Ufer, während im Hintergrund das blaue Meer mit leichten Wellen schimmert

Besonders aufdringlich sind Erdhörnchen. Die krabbeln einem auf den Fuß, ganz ohne jegliche Scham. Oder sie zeigen einem die Zunge wie dieses Exemplar:

Ein braun-grau geschecktes Erdhörnchen sitzt auf einem hellen Felsen in einer kargen Berglandschaft und streckt neugierig die rosa Zunge heraus

Zwischen dem sicher sehr anstrengenden Betteln müssen sich auch Erdhörnchen erholen. Bevorzugt ausgestreckt auf einem Felsen:

Ein braun-grau gesprenkeltes Eichhörnchen liegt entspannt auf einem hellen Stein und blickt aufmerksam nach rechts, während im Hintergrund ein ruhiges, blaues Wasser glitzert

In der richtigen Perspektive, kann man Erdhörnchen und Meer zusammenbringen. Sieht bedrohlich für das Erdhörnchen aus:

Ein braungraues Eichkätzchen sitzt auf einem hellen Felsen im Vordergrund, während im unscharfen Hintergrund das blaue Meer mit einer Schaumkrone brandet

Immer wieder wird die Küste von vorstehenden Felsen geziert. Man kann hier der Erosion quasi zusehen:

Der raue Pazifische Ozean bricht sich an braunen Felsen und einer felsigen Landzunge unter blauem Himmel, während im Hintergrund Seetangfelder im Wasser treiben

Auch reiche Männer fühlten sich zu dieser Küste hingezogen und haben hier ihr Traumschloß erbaut. Heute ist Hearst Castle immer noch gut erhalten, die Preise für die Besichtigung sind aber astronomisch. Also gibt es davon nur ein Foto aus mächtig weiter Entfernung (400mm Tele + digital x2):

Das majestätische Hearst Castle thront auf einem bewaldeten Hügel unter klarem blauem Himmel, umgeben von Ziegel-Dächern und schlanken Palmen

Kurz nach dem Traumschloß gibt es sichtlich den Traumstrand. Nicht für Menschen, sondern für Seeelephanten. Eine ganze Bucht ist völlig von diesen Tieren vereinnahmt worden. Etwas seltsam sind die Seeelephanten, die gemütlich auf Felsen liegen. Na wenn das gemütlich ist:

Eine gefleckte Robbe ruht sich auf einem dunkelgrauen, mit braunen Algen bewachsenen Felsen an der rauen Küste aus, während weitere Robben im blauen Meer schwimmen

Zwischen den Tieren am Strand laufen seltsame Vögel herum:

Ein langschnäbeliger Brachvogel mit braun gemustertem Gefieder steht auf spindeldürren Stelzenbeinen im feinen Sand eines sonnigen Strandes, umgeben von trockenem Tang und Algenresten

Die südliche Seite der Bucht ist von Seeelephanten belagert:

Zahlreiche See-Elefanten liegen am sandigen Strand der kalifornischen Küste, umspült von den blauen Wellen des Pazifiks, während im Hintergrund eine karge Klippenlandschaft und Vögel am klaren Himmel zu sehen sind

Leider kommt man dort nicht wirklich hin, sodaß Fotos nur aus der großen Entfernung möglich sind. Ein freiwilliger Aufpasser hat mir jedoch den Tipp gegeben, daß auf der Nordseite gleich beim Weg auch sehr viele liegen. Quasi zu Füßen der Zuschauer. Durch das gaffende Volk lassen sie sich aber ganz offensichtlich nicht stören:

Ein See-Elefant ruht im hellen Sand, während feine Schnurrhaare sein Gesicht zieren und die geschlossenen Augen von der Sonne gewärmt werden

Da liegen sie in Gruppen, eng an eng. Eigentlich mögen sie nur den warmen Sand, die warme Sonne auf der Haut ist nicht so gut. Daher schaufeln sie sich mit Sand zu, wie gerade der große im Vordergrund:

Mehrere See-Elefanten ruhen sich im hellen Sand aus, wobei sich ein Tier trockenem Sand über den massiven Körper wirft, umgeben von weiteren, eng aneinanderliegenden Robben im Hintergrund

Kuscheln ist aber ein absolutes Muß. Das geht im Meer ja auch gar nicht so gut:

Zwei graue See-Elefanten liegen eng aneinandergekuschelt im feinen Sand eines sonnigen Strandes und schlafen tief und fest

Und wer ist auch dann munter wenn alle schlafen? Die Kleinen natürlich:

Mehrere graue See-Elefanten liegen auf einem sandigen Strand, wobei ein Tier im Vordergrund wachsam den Kopf hebt und zur Kamera blickt

In Kolonien geht es oft menschlicher zu als man erwarten würde. Einer stänkert zum Beispiel immer. Querulanten muß es einfach geben. Und schon kommt es zu einer Rempelei:

Zwei graue See-Elefanten recken auf einem sandigen Strand ihre Hälse nach oben und rufen mit offenem Maul, während im Hintergrund Schaumkronen ans Ufer rollen und weitere Robben im Sand ruhen

Ich hätte am liebsten noch den restlichen Tag dort zugesehen, aber ich mußte weiter. Weiter die Küste nach Norden, wo sie langsam höher und steiler wird:

Ein massiver, heller Felsen ragt aus dem tiefblauen Meer, umgeben von dunklem Tang und saftig grünen Sträuchern im Vordergrund, während der Horizont in den klaren blauen Himmel übergeht Die steile Felsenküste von Big Sur in Kalifornien fällt zum tiefblauen Pazifik ab, während sich im Hintergrund der blassblaue Horizont unter klarem Himmel verliert

Bei Big Sur sind die berühmten alten Brücken zu sehen. Davon gibt es mehrere.  Bisher hatte ich immer alle im Nebel. Dieses Jahr ging es mir bis dahin besser:

Die Bixby Creek Bridge überspannt als graue Betonbogenbrücke die felsige Küste von Big Sur an der California State Route 1, während sich der blaue Pazifik und grüne Hügel im Hintergrund erstreckenBlick aus dem Wageninneren über das dunkle Armaturenbrett mit Navi auf eine Küstenstraße, die an schroffen Felsen entlangführt, während rechts der Hang ansteigt und links das offene Meer glitzert

Ich sage einmal ausdrücklich bis dahin. Denn kaum an der Brücke vorbei, da hat mich der Nebel des Grauens wiedergefunden. An manchen Stellen – und zum Glück nur an manchen – hat er sich den Berg hinaufbewegt:

Entlang der steilen Felsen von Big Sur in Kalifornien zieht eine dichte Nebelbank über das tiefblaue Meer, während die Straße am Hang entlangführt

Die bekannteste Brücke wäre wieder fast dem Nebel zum Opfer gefallen, aber dieses mal ist es sich um ein paar Meter ausgegangen:

Die historische Bixby Creek Bridge aus hellem Beton spannt sich über eine schluchtartige Küstenlandschaft in Kalifornien, wobei der rechte Brückenbogen im dichten Küstennebel über dem Pazifik versinkt

Der Rest der Strecke durch Monterey hat sich dann der Nebel an der Küste ausgetobt, kaum ein paar Meter im Landesinneren war er weg. So war es auch am Campingplatz: Der Strand war gerade noch zu sehen, dahinter war der Nebel. Das hat uns einen hübschen Sonnenuntergang verhauen, aber wie immer, man kann wohl nicht alles haben.

Am nächsten Tag ging es dann weg vom Meer, ab nach Sacramento, wo es endlich wieder schön warm sein sollte (>30 Grad C).

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