Monkey Jungle

Monkey Jungle ist so nah, daß könnte man fast zu Fuß erreichen. Trotzdem wird man es wohl nicht tun, es sind ja nur kleine enge Landstraßen und auch einige Kilometer können sich ziehen. Nach dem Monkey Jungle sind wir noch ein wenig Einkaufen gefahren und wollten noch den Fruit & Spice Park ansehen, aber das war alles nicht so einfach:


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Monkey Jungle ist eine schräge Idee eines Tierforschers, der sich gefragt hat, ob er wirklich Jahrelang an den verschiedenen Enden der Welt herumkriechen muß, um das Verhalten von Affen erforschen zu können. Seine Idee war im Prinzip einfach und logisch: Kralle ich mir die Affen, die Pflanzen und was noch dazugehört und setze sie in einer definierten Umgebung völlig wild aus. Dann habe ich die Affen bei mir und ich muß nicht herumfahren.

Gesagt getan: Affen wurden gefangen, Pflanzen wurden gesucht und verschifft. In der Umgebung von Miami wurde der einzige tropische Regenwald der USA errichtet, denn für einen Regenwald ist selbst Florida zu TROCKEN! Es wurde daher auf Teufel komm raus bewässert, Wasserfälle errichtet, kurz alles was es noch feuchter macht. Zusammen mit den Regenwaldpflanzen ging die Idee auf.

Später sollten Besucher die wilden Affen ansehen können. Es wurden daher Gittergänge in den Wald gebaut, damit die Besucher geschützt einen kleinen Einblick in den Lebensraum der Affen bekommen. So ist es auch heute noch, wenngleich der Hurrikane Andrew 1992 den Regenwald mitgenommen hat. Seither gibt es dort vorwiegend normales Floridagewächs und die Feuchtigkeit ist auf normalem Floridaniveau.

So ein Gittergang sieht z.B. so aus:

Die Affen sitzen am Gitter und schauen sich die gefangenen Besucher an. Eigentlich könnten sie auch irgendwo im Wald sitzen, aber das wäre für die Besucher fad. Daher gibt es entlang der Gittergänge Futterstellen, damit der Affe den Menschen als etwas Gutes sieht. Schalen an Ketten hängen von der Decke und die Affen ziehen diese behände hinauf, wenn sie gesehen haben, daß etwas darin gelandet ist:

Das Verhalten bringen die Mütter auch gleich ihren Jungen bei. Die Affen selbst sind und bleiben wild. Auch heute noch wird dort geforscht:

Im Prinzip gibt es in Monkey Jungle 3 Sorten Affen, die frei herumlaufen können. Zusätzlich gibt es noch ein paar andere Affen, die in normalen Gehegen gehalten werden. Dazu zählt auch der Gorilla King. Dessen Schicksal erinnert stark an den Bären aus Doctor Dolittle 2: King war 10 Jahre in einem Zirkus. Deswegen wurden ihm auch die Reißzähne gezogen, die bei Gorillas gefährlich aber auch Statussymbol sind. Nach den 10 Jahren Zirkus wurde er im Monkey Jungle aufgenommen. Leider muß er dort wegen seiner fehlenden Reißzähne alleine gehalten werden, andere Gorillas würden ihn nicht anerkennen. So erging es ihm auch mit einem Weibchen, das in verstoßen hat. So fristet er also alleine sein Leben.

Er hat zwei Wärterinnen die mit ihm englisch und spanisch reden. Er versteht beide. Er hat auch die amerikanische Zeichensprache gelernt und selbst 15 Zeichen hinzugefügt. Sein Leben ist jedoch vom Zirkusleben beeinflußt. Er mag z.B. kein schmutziges Essen. Was er nicht reinigen kann, frißt er nicht. Daher werden ihm Papayas, die er sehr liebt, im Papiersack zugeworfen. Damit bleiben sie sauber. Eistee (ungesüßt) schmeckt besonders gut aus der Flasche. Er hat angeblich auch einen Fernseher mit DVD-Player (den er selbst bedient) und eine Klimaanlage im Schlafhaus:

Er ist auch überhaupt nicht gewalttätig, wie man es Gorillas nachsagt. Er hat zwar die Kraft von 6 ausgewachsenen Menschenmännern, tut aber niemanden etwas. Nicht einmal den Iguanas, die ihm sein Futter wegfressen wollen. Wenn die ihn zu sehr nerven, fängt er sie und wirft sie in den Graben am Zaun. Dort krabbeln sie dann einfach weg:

Squirrelmonkeys gibt es in Monkey Jungle in riesen Mengen. Der hier schaut sehr interessiert. Warum bloß?

Weil es auf der anderen Seite des Besuchertunnels Futter gibt. Nur haben das andere vor ihm entdeckt. Viele andere.

Javaäffchen sind nicht wasserscheu wie viele andere Affen. Wäre auch nicht so gut, denn sie ernähren sich auf Java von Krabben. Und die leben bekanntlich im Wasser. Eine der Vorführungen ist daher das Schwimm- und Tauchverhalten dieser Affen. Um sie ins Wasser zu bekommen, müssen schon echte Leckereien angeboten werden. Leckereien, die nicht schwimmen. Gekochte Eier z.B. Solche Leckereien stehen aber nur den Ranghöchsten Affen einer Gruppe zu (und eine Gruppe umfaßt ca. 80 Tiere). Hier sehen wir daher das Alphamännchen beim Losschwimmen:

Einsammeln und an Land bringen ist dann auch nicht mehr so schwer:

Auch Weibchen haben eine Rangordnung. Diese Rangordnung wird jedoch außer Kraft gesetzt, wenn sie Mutter ist. Solange ihr Kleines ein schwarzes Fell hat (ca. 6 Monate) ist sie aus der Rangordnung ausgegliedert und gilt als Topgereiht. Nach den 6 Monaten geht es wieder zurück an den angestammten Platz. Kinder bekommen hat also auch Vorteile. Das scheint sich rumgesprochen zu haben, denn ich habe dort viele Mütter mit Kleinen gesehen:

An diesen Tauchvorführungen will auch ein Waschbär teilnehmen, denn auch wenn man wild ist, nimmt man gerne geschenktes Futter. Der Wärter erwartet aber den baldigen Tod des Waschbären, denn die drei Affengruppen sind i.A. nicht zimperlich bei außenstehenden Freßfeinden:

Der Vogel oben im Busch hat sich das alles nur angesehen. Ihn geht es wohl nichts an:

Insgesamt netter aber sehr kleiner Zoo, der schon deutlich bessere Zeiten gesehen hat. Unverschämt ist jedoch der aktuelle Preis, denn der paßt so garnicht zu dem Gebotenen. Wer auf sein Geld schaut, sollte sich überlegen, ob er sein Geld nicht besser anlegen kann. Aber vielleicht erübrigt sich das ohnehin bald von selbst und der kleine Zoo geht bankrott (wie andere Kleinzoos in den USA, die durch die Sparmaßnahmen hinweggerafft werden).

Nach dem Zoo wollte ich zum Fruit and Spice Park. Dummerweise ist genau über dem Park eine dunkle Wolke herumgezogen, sodaß ich zunächst zum Home Depot gefahren bin, um die Teile für meinen Cooler zu besorgen (siehe Post ‘Tooltime’). Bei der Rückkehr zum Fruit and Spice Park war die Wolke zwar weg, aber die Zeit auch, sodaß es sich nicht mehr ausgezahlt hat $8 Eintritt zu zahlen. Also zurück zum Campingplatz, basteln und ab in den Pool.

Am nächsten Tag ging es wieder in einen Jungle, in das Jungle Island.

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