Everglades NP

Ich geb’s gleich zu: Ich mag den Everglades NP sehr. Daher war es eigentlich keine Frage, ob ich auch dieses Jahr wieder hinfahren soll, denn es gibt eigentlich nur Gründe die dafür sprechen:

  • Er ist ‘gleich um’s Eck’ vom Campingplatz
  • Er ist mit der Jahreskarte gratis
  • Ich bin gerne dort

Also nicht lange gefackelt, hingefahren!


Größere Kartenansicht

Ich höre immer wieder, wie schrecklich doch der Besuch im Everglades NP war. Es wäre heiß und schwül gewesen und man hätte sich die dicksten Sachen anziehen müssen, um nicht in Sekundenbruchteilen von Gelsen ausgesaugt zu werden.

Ich war ja nun schon öfter dort und kann keine der Märchen bestätigen. Im Hochsommer soll es da böse sein, denn da gibt es Meerwassermosquitos, aber sonst ist es dort eh ganz harmlos. Die Everglades sind kein Sumpf, sie sind nur ein sehr breiter und sehr langsam fließender Fluß. Dieses Jahr waren sie extrem harmlos, die Gelsen, eigentlich harmloser als am Campingplatz. Selbst im dunkelsten Hammock brauchte man keinen Spray. Und damit keiner glaubt ich erzähle da Märchen, hier ein Beweisfoto (und nein, das T-Shirt ist nicht als Tarnanzug am Boardwalk gedacht):

Nachdem wir das geklärt haben, zum eigentlichen Bericht. Gleich beim ersten Seitenweg stieß ich unverhofft auf ein Tier: Eine ziemlich große Schlange wand sich über den Boardwalk:

Im Gras vor dem Boardwalk fand sich ein riesenhafter Grashüpfer, der mit der Farbgebung sicher nicht die Tarnung im Sinn hatte:

Der Blick vom Boardwalk auf das Wasser ist wie immer umwerfend schön:

Am Boardwalk fand sich auch ein kleiner grüner Frosch. Zugegeben, am Kunstholz ist er ziemlich einfach zu sehen, eigentlich kaum zu übersehen. Aber im Blätterwald wäre ich wohl vorübergegangen ohne nur irgendetwas geahnt zu haben:

Boardwalks sind immer praktisch, aber in den Everglades einfach notwendig. Wenn man nicht über die Stege rein kommt, dann garnicht. Boote hätten zu wenig Wasser, Airboats dürfen nicht in den NP und im Wasser waten ist auch nicht so toll. Aber per Boardwalk ist es ein Hit:

Der Algenteppich am Wasser ist normal und hat nichts mit Verschmutzung zu tun. Im Sommer (wenn viel Wasser da ist) schwimmen die Algen an der Oberfläche und dienen Fischen als Nahrung und Schutz. Im Winter (wo zum Teil kein Wasser mehr da ist) finden die verschiedenen Wasserbewohner im Algenschlick Schutz und Überlebensraum:

Reiherartige Vögel aller Art lauern überall auf Fische und Krebse. Sie schauen dabei immer sehr gespannt aus:

Der Weg an das südlichste Ende ist flott geschafft, da man seit Neuestem im NP schneller fahren darf als auf den Landstraßen drumherum. Der Ausblick auf das Meer ist für mich immer ein Grund zum Verweilen:

Die winzige Bauminsel (rechts im Wasser als Punkt im vorigen Bild zu sehen) ist immer noch da. Vögel lieben sie wohl, denn kaum ein Ast ist ohne Vogel:

Irgendwann muß man dann doch wieder langsam nach Norden fahren, kann aber auf den verschiedenen Seitenstraßen noch einiges anschauen. Der Boardwalk zu den Mangroven zum Beispiel zeigt hübsche Einblicke:

Auf keinen Fall sollte man den Rundgang am Anhinga Trail verpassen. Am Abend tummeln sich dort die meisten Tiere. Scheinbar sind die geführten Touren auf ein Minimum beschränkt, denn im ganzen Everglades NP ist es dieses Jahr extrem ruhig gewesen, nur am Anhinga-Trail gab es einige Touristen. Eine Horde grölender nordeuropäischer Teens war mehr als nur verzichtbar, aber damit muß man wohl leben.

Letztes Jahr konnte ich einen Anhinga beobachten, wie er in einem Wasserstrom rumgetaucht ist. Es gab ein recht hübsches Foto von einem Anhingahals im Wasser. Dieses Jahr habe ich wieder einen tauchenden Anhinga gefunden, aber das Licht hat ein Foto vom tauchenden Vogel selbst ermöglicht:

Mit Alligatoren sah es dieses Jahr traurig aus. Wo noch letztes Jahr die großen Alis rumgedümpelt sind, war dieses Jahr Ruhe und Stille angesagt. Ich meine Ruhe am Wasser, die grölenden Teens verbreiteten keine Ruhe:

Eine hübsche große Wasserschildkröte hat sich dann doch erbarmt und sich gezeigt:

Eine Familie mit hispanischen Wurzeln hat zwei Alligatoren in einem Gebüsch gefunden. Da bin ich gleich hingekrabbelt:

Der Weg zum Parkplatz war letztes Jahr nicht ganz ungefährlich, denn da lag ein echt großer Ali mit der Schnauze am Weg. Dieses Jahr auch hier Ruhe. Nur ein blue heron döste vor sich hin:

Zu guter letzt fand sich dann auch noch ein Alligator im Wasser, versteckt zwischen Gras:

Am Parkplatz hat sich eine ganze Schar an Vögeln eingefunden. Krähen scheinen derzeit am Vormarsch zu seien, denn wo sonst eher die Geier gebettelt haben sind dieses Jahr vorwiegend Krähen zu sehen. Das hat ein voll lässiger Jeepfahrer irgendwie nicht mitbekommen (obwohl noch Warnschilder wegen der aufdringlichen Geier rumstehen), denn er hat Eßbares im Wagen gelassen. Und das ohne Verdeck:

Ich mußte zum Glück die Schweinerei im Auto nicht aufräumen. Der Weg zurück zum Campingplatz war wieder schnell geschafft und der warme Pool hat auch schon gewartet. Dieses Jahr waren wir nahezu immer allein im Pool, viel los war (zum Glück) nicht.

Der nächste Tag sollte ganz der Erholung beim Baden gewidmet sein. So ganz habe ich das dann doch nicht geschafft, aber schön war es allemal.

Kommentar hinterlassen