Der Blue Ridge Parkway führt in einer weiten Linkskurve über ein graues Betonviadukt, flankiert von dunkelgrünen Wäldern unter einem hellblauen Sommerhimmel mit leichten Wolken

Von Fancy Gap, VA nach Asheville, NC (Blue Ridge Pkwy Teil 2)

Der zweite Tag bietet Pkwy pur:


Größere Kartenansicht

Der Tag begann strahlend sonnig und warm. Wenn man es nicht gewußt hätte, nie wäre man auf die vorhergesagte Schlechtwetterfront gekommen. Nicht das geringste Anzeichen war zu erspähen. Gut so! Nach den ersten Meilen Pkwy kamen wir zum Bluegrass Musik Zentrum. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, denn beim letzten mal war dort schon zu. Und dieses mal hatten wir auch kein besonderes Glück, sie bauen dort groß um. So richtig mit schwerem Gerät und da vergeht einem der Gedanke an Musik (man kann seine Gedanken kaum selbst ‘hören’, so laut war es da). Wie friedlich stehen die beiden trotz des Lärms rum:

Vor einer vertäfelten Holzfassade thronen zwei herbstliche Vogelscheuchen aus Jute und Karomaterial hinter Strohballen, während an der Wand ein braunes Schild des National Park Service hängt

Also zurück auf den Pkwy und hoffen, daß ich beim nächsten Besuch mehr Erfolg haben werde. Nur wann wird das wieder sein? Nicht viel weiter die ‘berühmte’ Doppelbrücke:

Eine massive Brücke aus grauen Steinen mit zwei großen Bögen spannt sich über eine asphaltierte Fahrbahn, umgeben von dichtem Grün und einem klaren blauen Himmel

Letztes mal habe ich am Pkwy gerade die Monarchfaltermigration gesehen. Natürlich habe ich auch dieses mal darauf gehofft. Leider war im Norden garnichts mit Faltern los. Wie sich zeigte sind dort aber auch die Bedingungen nicht ganz so gut. Schmetterlinge wollen auf dem langen Weg viel futtern. Und dazu brauchen sie Blumen. Auf die gelben, die weiter im Süden wie Unkraut wachsen, sind sie total scharf. In der folgenden Aussicht sieht man im Vordergrund jede Menge von den Blumen:

Weitläufige Aussicht über ein dicht bewaldetes Hügelland mit saftig grünen Föhren und Sträuchern im Vordergrund unter bläulichem Himmel bis zum Horizont

Die Falter waren auch schon da:

Ein Monarchfalter sitzt mit orange-schwarzen Flügeln auf einer leuchtend gelben Goldrute vor einem unscharfen Wiesenbiotop im Hintergrund Ein Monarchfalter sitzt mit zusammengeklappten, orange-schwarzen Flügeln auf einer leuchtend gelben Goldrute, während im unscharfen Hintergrund weiteres herbstliches Grün und Gelb schimmert

In der Gegend, wo heute der Pkwy verläuft, haben auch früher schon Leute gelebt. Da war es halt noch mitten im Nix und dort Leben war Abenteuer pur (damals nannten sie es wohl eher Überlebenskampf). Oder religiöses Einkehren, wie bei der Familie Brinegar. Sie lebten hier in einer Rinne am Hügel, lebten von ihrem mageren Anbau und den wenigen Tieren die sie hier hatten. Zusätzlich stellte  Mr Brinegar Schuhe für andere her und Ms Brinegar sammelte Heilkräuter. So kamen sie in der kleinen Hütte über die Runden (man beachte den hübsch geschwungenen Vordachpfosten):

Historische Blockhütte mit zwei massiven Rauchfängen aus Bruchsteinmauerwerk steht auf einer sonnigen Lichtung, umgeben von dichtem Grün und einem gepflasterten Gehsteig Historische Holzhütte mit dunkelbraunen Holzschindeln, massiven Bruchstein-Rauchfängen an der Giebelseite und einer gedeckten Veranda auf einer grünen Wiese unter blauem Himmel

Auf dem wenigen halbwegs ebenen Teil über der Hütte bauten Sie Getreide und Gemüse für den Eigenbedarf an. Heute finden sich dort hübsche Blumen:

Eine leuchtend purpurne Trichterwinde streckt sich in der warmen Sonne empor, während im unscharfen Hintergrund trockene Erde und spärliches Gestrüpp zu sehen sind

Weiter ging es über Berg und Tal:

Eine asphaltierte Straße mit doppelter gelber Bodenmarkierung führt durch einen dichten Mischwald mit sattgrünen Bäumen, während am hellblauen Himmel eine einzelne, weisse Wolke schwebt Eine asphaltierte Fahrbahn führt durch einen dichten Mischwald, dessen ausladende Baumkronen ein schattiges Blätterdach über die Strasse spannen

Die Bäume wurden immer färbiger (warum auch immer mehr gegen Süden) und ein Oldtimer hat sich auf die Straße getraut:

Eine kurvige Asphaltstraße führt durch einen tiefen Einschnitt mit steilen Felswänden, die rechts von herbstlich rot-gelb gefärbten Laubbäumen und links von dichtem, grünem Wald gesäumt sind Ein gelber Oldtimer fährt auf einer asphaltierten Freilandstraße durch dichten, herbstlich gefärbten Mischwald unter strahlend blauem Himmel Eine asphaltierte Freilandstraße führt durch einen dichten, grünen Laubwald, gesäumt von grasbewachsenen Böschungen und unter einem strahlend blauen Sommerhimmel mit vereinzelten weißen Wolken

Natürlich lebten in der Gegend auch reichere Leute. Mr. Moses H. Cone zum Beispiel, der (zugegebenermaßen später) hier ein sehr nettes Haus hingebaut hat. Die Anfahrtsstraße in Einbahnführung ist schon lauschig:

Eine schmale Fahrbahn führt durch einen dichten Laubwald, dessen sattgrüne Äste ein schattiges Blätterdach über die Straße spannen

Das Haus ist imposant:

Das herrschaftliche weiße Gebäude in New York mit klassizistischen Säulen, einer breiten Stiege und roten Ziegelsockeln erhebt sich auf einer sanften Wiese vor dichtem Baumbestand

Vom Haus hat man eine wirklich hübsche Aussicht:

Weitläufiger Blick von einer Anhöhe über ein dicht bewaldetes Tal mit dunkelgrünen Nadel- und Laubbäumen, in dem ein stiller See eingebettet liegt, während im dunstigen Hintergrund sanfte Bergrücken den Horizont bilden

In den 50er Jahren hat er das Haus und den riesigen umgebenden Park an das NPS verschenkt, damit alle dort wandern und reiten können. Im Haus kann man heute Kunst kaufen. Musikinstrumente:

Eine spitz zulaufende, hölzerne Zither mit straffen Saiten und kunstvollem Schalloch steht in einer hellen Vitrine, während im Hintergrund ein Zimmer mit Kamin und gerahmten Bildern zu erkennen istFünf handgefertigte Flöten aus hellem und rötlichem Holz liegen waagerecht in einem hölzernen Ständer in einem Geschäft, wobei die unterste Flöte auffällige Lederbänder trägt und der Hintergrund durch eine Glasvitrine schemenhaft den Gang zeigt

und Glaskunst z.B.:

Ein farbenprächtiges Bleiglasfenster zeigt eine bergige Landschaft mit markanten Nadelbäumen im Vordergrund, eingefasst von einem ornamentalen Rahmen in dunklen Tönen

Das Reitangebot wird auch offensichtlich angenommen:

Zwei Reiterinnen reiten auf hellen Pferden von hinten auf einem schottrigen Weg bergan, gesäumt von buschigen Wiesen und einem dichten Waldrand im Hintergrund

Entlang des Pkwy gibt es mehrere Visitor Center. Manche sind nur für allgemeine Informationen, manche haben ein spezielles Thema. Ich habe das Visitor Center besucht, das sich den Edelsteinen der Gegend verschrieben hat. In einem kleinen Schauraum erfährt man, welche Edelsteine in der Gegend gefunden wurden/werden und welche eben nicht. Den findet man dort:

Ausstellungsstücke aus grünem Epidot in einer Vitrine: Eine kunstvolle Insektenplastik mit feinen Metallbeinen auf einer geschliffenen Steinplatte, eine ovale Brosche in verschnörkeltem Silber und ein kleiner Edelstein, darüber ein Schild mit der Aufschrift „Epidote: Slab, Spider Pin, Brooch“

Im Vorgarten blüht es wieder wunderbar:

Leuchtend gelbe Blütenstände der Indischen Lupine ragen auf kräftigen, grüngelben Stengeln vor einem unscharfen, dunkelgrünen Wiesen-Hintergrund empor

Nur ein paar Meilen weiter sind die Schmetterlinge wieder in rauen Mengen zu finden:

Ein Monarchfalter saugt Nektar an leuchtend gelben Goldrutenblüten, wobei er kopfüber an den feinen Blütenständen hängt und seine orange-schwarzen Flügel mit charakteristischer weißer Randmusterung schließt Zwei orange-schwarze Monarchfalter naschen Nektar an einer leuchtend gelben Goldrute vor verschwommenem Grün Ein Monarchfalter sitzt mit geschlossenen Flügeln an einer leuchtend gelben Goldrute, wobei die orange-schwarzen Flügel mit charakteristischer weißer Punktmusterung vor einem unscharfen Grünraum zur Geltung kommen

Beim Bau des Pkwy in den 30er Jahren wurde eine bauliche Meisterleistung hingelegt und nicht weil es technisch notwendig war, sondern um die Natur zu schützen: Das Lynn Cove Viaduct. Man hätte die Straße durch hübsche Felsen sprengen müssen und das wollten die Leute vom NPS nicht. Also baute man ein Betonviadukt mit Kurve. Damals eine unglaubliche Leistung. Überall findet man hübsche Fotos von dem Viadukt, nur leider haben sie alle Plätze, wo man so ein Foto machen kann mit Park- und Halteverbot belegt. Vom zugehörigen Visitor Center sieht man praktisch nichts, die Bäume sind inzwischen zu hoch gewachsen. Somit kann ich nur mit einem Bild vom Drüberfahren dienen:

Eine geschwungene Straße führt über das ikonische, erhöhte Viadukt der Linn Cove Viaduct am Grandfather Mountain in North Carolina, flankiert von grauen Leitschienen und dichten Nadelbäumen am Hang unter einem strahlend blauen Himmel mit sanften Wolkenfetzen

Danach gibt es noch ein paar andere recht große Brücken:

Der Blue Ridge Parkway führt in einer weiten Linkskurve über ein graues Betonviadukt, flankiert von dunkelgrünen Wäldern unter einem hellblauen Sommerhimmel mit leichten Wolken

Tunnel kommen auf dem Abschnitt auch wieder in Mode. Scheinbar durften sich dort die Bauingenieure austoben:

Eine asphaltierte Landstraße mit doppelter Bodenmarkierung führt durch einen dichten Laubwald auf ein dunkles Tunnelportal aus Stein zu, das von sattem Grün und blauem Himmel mit leichten Wolken umgeben ist

Man liest auch auf Hinweistafeln, daß in dem Abschnitt zum ersten mal Kurven mit sich ständig verändernden Radien gebaut wurden. Man mußte entsprechende Warnschilder aufstellen, denn damit hat damals keiner gerechnet. Die Schilder stehen auch heute noch dort. Smiley

Die nächste Nacht war schon ein wenig lauter, denn der Campingplatz liegt an der Straße zu Asheville, einer doch recht großen Stadt. Der idyllische Fluß durch den Campingplatz war ziemlich ausgetrocknet, der Sommer war ganz offensichtlich sehr trocken. Das sollte sich aber laut Wetterbericht bald ändern.

Kommentar hinterlassen