Der graue Rumpf des mächtigen Kriegsschiffs dominiert mit tonnenschweren Geschütztürmen und einem detailreichen Aufbau den Blick vom holzgedielten Deck unter bedecktem Himmel

USS North Carolina, Wilmington, NC

Der Weg war nicht allzu lange: Zunächst quer durch die Stadt zum Schiff, dann durch die wirklich nette Altstadt zurück in den Osten und zuletzt noch ein wenig shoppen gehen:


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Endlich hat es zu Schütten aufgehört. Man konnte sich wieder nach draußen wagen, ohne gleich ziemlich naß zu werden. Nach zwei Nächten und dem gestrigen Tag in Hüttenhaft drängte es uns hinaus. Auf einen Strand wollten wir uns nicht trauen, aber zumindest zu einem alten Schiff wollten wir fahren. Ein Schiff hat auch viel im Inneren zu sehen, wenn es also leicht regnen sollte, wäre es nicht so schlimm.

Der Weg bis zum Schiff verlief trocken, hie und da blitze die Sonne durch. Gar nicht so schlecht nach dem was wir erlebt hatten. Die Besuchermassen waren nicht zu finden, alleine war ich aber dennoch nicht. Überraschend sind die Öffnungszeiten des Schiffs: Immer! Nur am Weihnachtsfeiertag, machen sie einen halben Tag zu. Es handelt sich eben um ein unerschütterliches Mahn- und Erinnungsmal; das nehmen sie ernst.

Wenn man die Rampe auf das Schiff hinauf geht, denkt man sich, hey das ist in gutem Zustand. Der Eindruck verflüchtigt sich aber schnell, wenn man nach innen kommt. Außen wurde es halt neu lackiert. Dafür war der Dauerregen nicht so gut, denn in den Aufbauten ist es naß. Es tropft von den Decken wie in einer Tropfsteinhöhle. Da muß man wohl mal was reparieren.

Das Schiff selbst hat auch mehrere Epochen erlebt. Zunächst hatte es Flugzeuge mit Katapulten an Bord, später wurden Riesenkanonen eingebaut und die Flugzeuge hatten keinen Platz mehr. Dann wurde es eingemottet, aber in den 80er Jahren wieder in Betrieb genommen. Jetzt darf es in Wilmington seinem rostenden Ende entgegenmodern. An Deck regiert jedenfalls Holz:

Das in einen grauen Tarnanstrich gehüllte, imposante Deck des Schlachtschiffs USS North Carolina zeigt massive Geschütztürme, graue Aufbauten und den hölzernen Boden, während links im flachen Gewässer eine Brücke verläuft

Etwas hinter meinem Standort waren früher die Flugzeuge mit den Katapulten untergebracht. Die netten Rohre hatten dann aber keine ausreichende Sicht. Smiley

Der graue Rumpf des mächtigen Kriegsschiffs dominiert mit tonnenschweren Geschütztürmen und einem detailreichen Aufbau den Blick vom holzgedielten Deck unter bedecktem Himmel

Kleinere, überraschend freie Schießgeräte sind an Bord verteilt. Muß toll gewesen sein, so ganz ohne Panzerung am Rand des Schiffes zu stehen. Da hatten sie hoffentlich genug Ersatzbedienpersonal. Erstauntes Smiley

Grau lackierte Flugabwehrkanone auf dem Deck eines Kriegsschiffs, umgeben von schützenden Stahlplatten und Geländern, im Hintergrund eine bewölkte Stadtsilhouette am Flussufer

Auch bei dem Gerät ist der Menschenschutz eher klein geschrieben:

Grau lackiertes Flugabwehrgeschütz an Bord eines historischen Schiffs auf Holzdeck mit hellblauen Schutzschilden, markanten Holzdienstgriffen und rundem Magazin

Heute könnten sie mit den Geräten höchstens die Altstadt angreifen, nahe genug wäre sie sicher:

Die US-amerikanische Flagge weht an einem Fahnenmast im Wind über einem Fluss, während am Ufer eine herbstliche Stadtkulisse und ein weißes Schiff der Küstenwache zu sehen sind

Die ‘große’ Kanone von der Seite. Hinten sieht man die Einstiegslucke, wo man auch heute noch hineinkrabbeln darf. Auf der linken Seite sieht man den alten Kran für die Flugzeuge. Wie gesagt, gemeinsam waren die nie an Bord, ist nur jetzt für die Ausstellung so gemacht worden. Wäre doch zu blöd, wenn man sich seinen eigenen Kran runterschießen würde.

Das Deck des grauen Schlachtschiffs USS North Carolina in Wilmington zeigt einen massiven Artillerieturm mit mächtigen Geschützrohren aus Stahl, umgeben von hölzernen Planken und einem bewölkten Himmel im Hintergrund

Im Kanonenturm sieht man, wie man so ein Monster geladen hat. Zunächst das Projektil mit dem Kran rein:

Im engen Gang einer historischen Schiffskanone ragt eine schwere Granate mit schwarzem Korpus und gelber Spitze aus der metallenen Ladevorrichtung vor dem massiven Verschluß

Dann die Ladung nachgestopft:

Das historische Innenleben einer Industrieanlage zeigt eine massive, zylinderförmige Walze aus beigem Stoff, die sich in einem dunklen, metallischen Maschinenraum mit Nieten und Messingrohren befindet

Und rein damit.

Historische Geschützmechanik im Schiffsinneren mit hellen Pappfiguren von Besatzungsmitgliedern vor metallenen Apparaturen, Drehreglern und einer schwarz-weißen Fototafel

Deckel zu und ab die Post. Muß schön laut gewesen sein in dem Metalldings! Dann bin ich das Schiff gegangen und habe versucht, es anhand der ‘leicht beschilderten Route’ zu finden. Tja, die Beschilderung kann man ‘leicht übersehen’ oder ‘leicht verlieren’. Das haben sie wohl gemeint. Ist aber eh nicht so groß, als das man sich total verlaufen würde.

Die technische Einrichtung sieht antiquiert aus. Mir schaudert beim Gedanken, solche Schiffe in den 80er Jahren wieder in Dienst zu stellen:

Das technische Maschinenrauminnere zeigt eine dunkle Schaltafel aus Metall mit zahlreichen runden Messgeräten und Manometern, daneben sind rote und schwarze Schalterblöcke sowie ein auffälliges Steuerrad montiert, während im engen Gang dahinter Rohrleitungen und Gitterböden verlaufenSchwarze Schalttafel aus Metall mit analogen Rundinstrumenten, zahlreichen Hebeln und Schaltern in einem eng anmutenden Gang auf einem Schiff, beleuchtet von Lampen an der Decke über einem Gitterboden

Da gab es sichtlich auch Stricken für Techniker (Frauen durften ja nicht an Bord):Zwinkerndes Smiley

Historische Schiffselektrik mit massiven schwarzen Schalttafeln, zahlreichen Buchsen und kreuz und quer hängenden Kabeln in einem engen Gang

Nett bei dem schiff sind die Tafeln, mit Erinnerungen von ehemaligen Soldaten. Zum Beispiel sieht einer der Schiffdiesel so ganz normal aus, wenn man aber dazu liest, daß dieses Schiff besonders im warmen Pazifik eingesetzt wurde, die Dieselmotoren da unten gekocht haben und über die Lüftung 35°C Außenluft mit hoher Luftfeuchtigkeit eingeblasen wurde, dann kann man sich vorstellen, wie toll der Job da unten war:

Im Maschinenraum eines historischen U-Boots dominiert ein grosser Dieselmotor mit grauer Isolierung, kupfernen Leitungen und einer runden Abgasanlage mit der Aufschrift „EXHAUST DIESEL“ sowie einem aufgemalten Pfeil, umgeben von eisernen Stegen und vernieteten Wänden

Große Säle sind auch in dem Schiff zu finden, in der Mitte die Küche:

In der Schiffsküche reihen sich glänzende Chromkessel mit aufgeklappten Deckeln auf Metallgestellen aneinander, während an der Decke Rohre, Kabelkanäle und runde Lampen entlanglaufen

Recht interessant ist die Ruderanlage: Riesige Motoren mit Schiebestangen haben das Ruder bewegt:

Der Maschineraum eines Schiffes zeigt schwere graue Apparaturen aus Metall mit runden Armaturen, Instrumenten und Handrädern, flankiert von einem rotbraunen Gang mit Trittstufen

Der Fußvolksoldat mußte in 4er Stockbetten, die nur an Ketten von der niedrigen Decke hingen schlafen, die ‘besseren’ Soldaten konnten in solchen Schlafräumen hausen:

Der schmale Gang im U-Boot zeigt beidseitig übereinandergestapelte Spinde und mehrstöckige Kojen mit weißem Bettzeug, während an den Wänden dicke, weiße Rohre verlaufen und eine Lampe das Abteil erhellt

Lernen hat sich auch damals ausgezahlt. Wenn man zum wichtigen Technischen Korps gehörte, hatte man eigene Räume und wurde wie ein höherer Offizier behandelt. Der Kapitän wiederum hatte zwei Kabinen: Eine große hübsche für Empfänge und das Leben im Normalzustand und eine kleine neben dem Steuerstand, wenn er wirklich arbeiten mußte.

Sonst regierte das normale Leben. Selbst ein Postamt war an Bord:

Im historischen Postamt im Unter deck des US-Museumsschiffs USS Pampanito dominieren olivgrüne Metallmöbel, Briefkastenregale voll mit Dokumenten und zwei Tintenfässer auf dem hölzernen Tisch im Gang

Die Zielerfassung und Berechnung erfolgte auf analogen Computern. Wie sie in den 80er Jahren das Schiff reaktivierten, wurden Tests gemacht, ob damals moderne Computeranlagen besser seien als die analogen Computer. Das Ergebnis: Kommt drauf an, aber im Prinzip gleich gut. Drum haben sie auch gleich (und um Kosten zu sparen) die alten Erfassungssysteme drinnen gelassen:

Im engen Gang eines U-Boots reihen sich grau lackierte Apparate mit Nieten und Messinghebeln. Dazwischen stehen stilisierte weiße Silhouetten von Menschen an den Bedienpulten unter runden Lampen an der Decke

Nach der Runde zu den Aufbauten (wie gesagt, da sieht es traurig aus), machte ich mich wieder auf von Bord zu gehen. Die Lackierung fetzt aber schon:

Das graublau lackierte Kriegsschiff der US Navy liegt im ruhigen Wasser, während der bedeckte Himmel im Hintergrund die massiven, getarnten Aufbauten des grauen Rumpfs unterstreicht

Am Parkplatz ist dann noch ein sehr seltsames Senkrechtstarterflugzeug über uns hinweggeflogen. Sowas muß man auch einmal in Action gesehen haben:

Ein graues Kipprotorflugzeug fliegt in Schräglage durch den hellgrauen Himmel, wobei die markanten Propeller an den Flügelenden deutlich erkennbar sind

Die Fahrt durch die Altstadt war prinzipiell hübsch, nur die Wolken wurden wieder ein wenig dichter und da habe ich gleich auf Fotos verzichtet. Während wir einkaufen waren, hat es schon wieder leicht zu regnen begonnen, wir kamen aber immer trocken ins Auto. Selbst der Heimweg zur Hütte war noch recht trocken. Über Nacht hat sich das natürlich wieder geändert, aber am nächsten Tag waren wir ohnehin schon auf der Flucht in den Südwesten.

Zusammenfassend: Wilmington ist auf jeden Fall noch einen Besuch (bei Schönwetter) wert und steht somit wieder auf meiner ToDo Liste. Das Schiff ist ganz ok, aber es gibt doch schönere Exemplare.

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