Gleich in der Früh ging es zum Museum der Autos, das doch eine halbe Autostunde entfernt ist, obwohl es im gleichen Dorf wie der Campingplatz liegt. Nach einem Abstecher in den benachbarten SP ging es noch ziemlich weit nach Tennessee:
Das Museum der Autos habe ich bei meiner ersten Tour quer durch Amerika mehr zufällig entdeckt. Die Zeiten der Digitalkameras haben sich seitdem sehr gewandelt, daher war ich sehr gespannt, was man mit der neuen Technik fotographisch herausholen könnte. Wir sind in der Früh wie immer losgefahren und kamen Punkt 10 Uhr bei Museum an, dem Zeitpunkt des Öffnens. Der Springbrunnen erwartet uns schon sehnlich, denn wir waren auch gleich die ersten Besucher:

Im Museum hat sich nichts verändert. Das kann man als schleichenden Tod sehen, man kann es aber auch positiv sehen: Mehr Autos passen ohnehin nicht in die Halle. Was also ändern?
Bei jedem Auto findet sich auch eine kleine Geschichte. Wer der Besitzer war oder wie das Auto ins Museum kam. Beginnen wir also mit diesem Schlachtschiff. Das Auto ist ganze 6.2m lang! Tja, zu der zeit war Platz wohl kein Problem und der Besitzer hatte sowie so keine: Mr. Rockefeller hat sich das Schmuckstück geleistet und in der Familienfarbe braun lackieren lassen. Er ist damit übrigens immer nur selbst gefahren:

Man beachte das kuhartige Tier auf der Motorhaube. Das Ding besteht aus reinem Silber und war ein Geschenk seiner lieben Gemahlin:

Heute kennt man unter dem Namen Thunderbird vorwiegend ein Mailprogramm. Da gab es aber auch ein gleichnamiges Auto von Ford:

Faszinierend ist bei dem Ding der Rückseite. Das ist keine James Bond Variante, so haben das die Designer damals gesehen:

Auch berühmte Filmstars hatten ihre Autos. Und auch in den frühen Jahren schon rosa für weibliche Stars. Hier der Schlitten von Mae West:

Ganz im Gegenteil zum 6.20m Schlitten von Rockefeller gab es auch früher schon smartartige Winzlinge:

Keine Ahnung was sich die Designer Jahrzehntelang mit den Flossen haben einfallen lassen, aber sie waren da. Und sie waren nicht zu übersehen:

Klassisch, robust und für den täglichen Betrieb gedacht:

Als die Gesetze noch nicht so großen Einfluß auf das Design hatten, waren Autos noch individuell. Unsicher, aber der Designer hatte noch Möglichkeiten verschiedene Fronten zu gestalten:

Autos können auch eine Erinnerung an ‘die guten Tage’ sein. Z.B. ist Elvis mit seiner Priscilla (noch nicht verheiratet) durch die Gegend gefahren. Dabei haben die beiden eine Ranch gesehen und haben sich sofort darin verliebt. Nur eine Woche später war die Ranch im Eigentum von Elvis. Um passend zu einer Ranch herumfahren zu können, hat er sich auch ein Cowboy Auto gekauft. Im darauf folgenden Jahr hat er Priscilla geheiratet und angeblich war das sein glücklichstes Jahr. Dann mußte er wegen der vielen Filme nach Hollywood ziehen und hat die Ranch verkauft, das Auto gegen einen passenderen Cadillac getauscht:

Platz war ganz offensichtlich nicht immer Thema. Wer würde sich heute ein Auto mit so einem Heck kaufen?

Das Museum hat aber auch jede Menge noch viel älterer Autos. Zu dem Zeitpunkt war es quasi noch leicht Autos zu bauen. Ma nehme eine Kutsche und schraube einen Motor rein.

Das Reparieren war an der Tagesordnung, aber man brauchte fast kein Werkzeug. Das war der offizielle Werkzeugkasten für alle Arbeiten:

An antiken Autos mangelt es in dem Museum sicher nicht:

Der fahrende Stand war auch keine so neue Erfindung. Hier haben wir alles für den Snack zwischendurch:

Auch Motorräder hatten zunächst ziemlich genau das, was der Name verspricht. Ein (Fahr)rad mit Motor. Oder sieht die Harley Davidson entweder anders aus?

Natürlich hab ich noch viele andere Bilder und Geschichten, aber ich höre mal an dieser Stelle auf, die weniger autobegeisterten zu langweilen. Zum Abschluß eine Übersicht der Halle:

Der Jean Petit SP liegt nur wenige Yards vom Automuseum entfernt. Wir waren am Wochenende dort und daher war es voll. Der Campingplatz war z.B. AUSGEBUCHT. Dem entsprechend viele Leute sind rumgewuselt. Ich bin daher nach einem kurzen Stopp beim Visitor Center gleich zum ersten Aussichtspunkt weitergefahren.

Das ist eigentlich auch einer der wichtigsten Punkte, man sieht dort die gigantischen Wasserfälle:

Oder auch nur den Platz, wo sie sonst fallen, wenn sie Wasser haben. Viele Leute sind dort rumgewandert, aber keiner hat Wasser fallen sehen. Tja, man kann nicht alles haben.
Die hübsche alte Lodge wird gerade umgebaut, ich habe daher auf Fotos verzichtet. Der alte Wasserturm ist aber nett:

Wenn man ganz durch den SP fährt (ist ja nicht lang) hat man eine nette Aussicht vom Palisade Overlook:

Fetziger sind die Aussichten vom Eingang auf den Arkansas River.

Hier liegt auch der Namensgeber begraben, wobei die Geschichte zeigt, das nicht alles so ist wie es scheint: Ein Franzose namens Chavet bat den König von Frankreich als Abenteurer in die neuen Gebiete (also die USA) reisen zu dürfen, und dort in seinem Namen Gebiet zu erkunden und Schätze nach Hause zu bringen; nur einen kleinen Teil davon wollte er behalten. Solche Angebote nimmt man als König an. Dummerweise war der Typ verlobt. Er wollte seine Verlobte aber nicht in Gefahr bringen und mitnehmen, sondern erst reich werden und dann heiraten. Sie wollte aber nicht so lange warten, hat sich als Junge verkleidet und ging als Kabinenjunge auf das gleiche Schiff wie ihr Geliebter. Der Kapitän nannte seinen Kabinenjunge Petite Jean. Sie kamen gut in die USA und fuhren den Arkansas River hinauf. Bis zu diesem Berg. Da lebten Indianer und die Abenteurer und Indianer kamen sich näher. Sie verbrachten den ganzen Sommer dort. Als es an die Abreise ging, erkrankte Petit Jean. In der Nacht vor dem Ablegen so schwer, daß er/sie ins Delirium fiel und die Geschichte auffiel. Am Morgen ging es Petit Jean schlecht, aber sie war bei Bewußtsein. Sie entschuldigte sich bei allen für die Maskerade und weil sie nicht glaubte die Rückreise zu überleben, wollte sie ihre letzten Tage am Berg verbringen. Die Indianer trugen sie hinauf und bei Sonnenuntergang verstarb sie. So kam der Berg und der SP zu seinem Namen. Das Grab ist noch heute zu sehen.

Das war btw der Ausblick den Petit Jean für immer haben wollte:

Danach blieb mir nichts mehr übrig, als auf die I40 zu fahren und Meilen zu machen. Ein ruhiges Picknick ist aufgrund des Menschenandranges ausgefallen. Auf der Strecke ist es außer dem höllischen Verkehr an einem Samstag (haben die Leute am Wochenende nichts anderes zu tun?) nicht viel los. Dieses Gebäude taucht recht überraschend neben der Autobahn auf:

Sonst kann ich mich nicht entscheiden wie es war: Der Verkehr war voll stressig und die LKW-Fahrer sind z.T. völlige Vollidioten. Die Gegend ist aber voll fad: nur ein wenig hügelig und links und rechts Wald ohne jegliche Aussicht:

Da wir Memphis recht früh erreichten, habe ich noch gute 2 Stunden angehängt und bin bis zum nächsten Campingplatz gefahren. Damit sollte sich am nächsten Tag neben dem Fahren noch eine Besichtigung ausgehen. Hier die Brücke nach Memphis (und damit die Stateline zu Tennessee):

Am nächsten Tag ging es zu Jack Daniels, der ulkiger Weise in einem County seine Destille hat, das keinerlei Alkoholverkauf erlaubt.