Zuerst ging es – ganz entgegen dem Willen meines TomTom – querfeldein zur I85 (und damit habe ich mir Atlanta erspart) und dort ein wenig rauf nach Anderson, SC. Das Zelt war schnell aufgebaut und der Nachmittag gehörte dem botanischen Garten:
Wenn man ein wenig Zeit hat, sollte man Interstates meiden. Zumindest gilt das für die Ostküste, im Westen kann es manchmal ziemlich öde sein, durch die Wüste zu fahren. Ich habe also wieder über meinen TomTom obsiegt und habe das ganze Eck über Atlanta abgeschnitten. Dabei kommt man durch ländliche Gegenden, die auch ein wenig hügelig bis bergig sind. Man kommt auch an einigen Seen vorbei. Einfach nett anzusehen:

Nach dem Zeltaufbau ging es zum South Carolina Botanic Garden. Das war aber garnicht so leicht, den mein lieber TomTom kennt in der Umgebung nur den ‘Botanic Garden’. Und jetzt rate mal, welcher das ist. Die örtliche Beschilderung ist völlig zu vergessen (ein Schild an der Interstate und eines beim Abbiegen in den Campus). Zum Glück war der TomTom POI eh der richtige. Bei der Einfahrt war auch gleich ein Unfall, sodaß ich mich quasi gegen die Einbahn reingeschwindelt habe, die echte Einfahrt war von Polizei und Wracks verstellt. Ich bin den Wegweisern (ja, jetzt gab es welche) zum Visitor Center gefolgt. Wie ich jetzt weiß: FALSCH! Man rennt dort vom Parkplatz den Berg rauf und kommt in ein Haus, das der Giftshop sein soll. Irgendwann kommt ein nettes Mädl vorbei und erklärt einem mit einem Plan, wo man ist, daß man hier falsch ist (ja es ist schon das Visitor Center, aber da sieht man nix) und schickt einen postwendend wieder zurück zum Eingang, wo man dann schon etwas sieht. Ach ja, im ersten Stock könnte man ein paar Kunstwerke sehen und man kann sich auch das Licht aufdrehen. Da aber die Klimaanlage nicht funktioniert, soll man das Licht bald wieder abdrehen (bevor es unerträglich heiß wird). Naja.
Beim Visitor Center ist auch das Geologiemuseum. Das kostet Eintritt (ganz im Gegensatz zum ganzen botanischen Garten). Von außen sieht es klein und nett aus:

Rundherum ein paar Blumen mit riesigen Bienen:

Am Eingang zum Geologiemuseum sehe ich etwas, das irgendwie nach Maschinengewehr aussieht. Die Leute hier sind ja schon waffennarrisch, aber in einem botanischen Garten?

Des Rätsels Lösung ist einfach: Es handelt sich um einen Bohrer, passend zum Geologiemuseum.
Also wieder zum Auto und umgeparkt. Beim Vorbeifahren habe ich noch schnell ein Bild vom Visitor Center gemacht:

Im Eingangsbereich kommt man zunächst zu einer Art Ehrenatrium. Hier wurden (und werden?) die Absolventen der benachbarten Uni geehrt. Man erfährt auf einigen Gedenktafeln wie es früher so war. Das man das ganze militärisch machte, mit Uniformen und gemeinsamer körperlicher Ertüchtigung:

Gleich daneben steht ein alter Eisenbahnwagon, wo man noch viel mehr Geschichte einatmen könnte:

Ich habe lieber den Duft des gleich daneben stehenden Baumes eingeatmet: sehr süß und intensiv. Kann man davon high werden? ![]()

Es heißt, irgendwas blüht in dem Garten immer. Und es ist nicht gelogen. Der Garten begann als Kameliengarten und wurde nach und nach ausgebaut. Die Kamelien haben zwar nicht geblüht, aber dafür einiges anderes:

Das Gebiet des Gartens ist riesig. Da gibt es Rückzugsgebiete für Tiere, Wiesen für die vielen schmusenden Studenten (möchte garnicht wissen wie es da im Frühling ist), Wanderwege und ein paar versteckte Skulpturen (so gut versteckt, daß ich keine davon gesehen habe). In einigen gepflegten Teilen blühen auch Blumen. Andere Gewächse (Busch, Baum, …) sind im ganzen Garten brav beschriftet. Auch ein Ententeich und ein paar kleine Wasserfälle sind mit dabei:

In einem sehr sonnigen Bereich werden Schmetterlinge angelockt. Mit den üblichen Verdächtigen (die ich leider immer noch nicht in Krut habe):

Auf andere Blumen stehen Riesenbienen, 3cm Körperlänge ist bei denen kleinwüchsig:

In dem Bereich kann man sich vor blühenden Dingen kaum wehren:

Weiter hinten ist ein großflächiger Kindergarten zu finden. Vom Obst- und Gemüseanbau über Gartenpflege und Schmetterlinge kann man dort etwas erfahren:

Natürlich sind auch meine persönlichen Feinde da: die Gräser

In der Gegend wurde früher gejagt. Daher gibt es eine Jagdhütte:

Der knapp 3stündige Spaziergang ging mit einer kleinen Steigung, einem Wasserfall und entlang eines Teiches zu Ende:

Der Abend war lau und wieder ist ein wunderbarer, warmer und wolkenloser Tag zu Ende gegangen. Am nächsten Tag nahmen wir am Weg nach Süden den Congaree NP mit.