Der Congaree NP

Das Ziel ist immer noch südlichstes Florida, also muß ich mich da auch langsam anpirschen. So sind wir heute weiter gegen Süden unterwegs gewesen und haben dabei den Congaree NP quasi mitgenommen:


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Zunächst bin ich wieder gegen meinen TomTom angegangen, denn ich wollte den längeren (aber angeblich schnelleren) Interstateweg nicht fahren. Also ging es einmal mehr querfeldein und das war der Hit. Zunächst sehen die Straßen hier in der grünen Ecke so aus:

Anderson und Honea Path sind zwei Städte mit wirklich sehr schönen alten Südstaatenhäusern. Da braucht man nicht nach Macon oder Savannah fahren. Man sieht das einfach auf dem Weg. Fotographieren geht beim Durchfahren eher schlecht, aber man kann nun nicht alles haben. Eines der Business-Häuser habe ich aber beim Fahren doch erwischt:

Der Congaree NP liegt etwas südlich von Columbia, SC und ist ein Sumpfgebiet neben einem Fluß. Die Hauptattraktion ist dort Kanufahren. Die Kanutouren sind sogar gratis (mit allem was dazugehört). Leider muß man sich dazu rechtzeitig voranmelden (4x im Jahr für das kommende Quartal, ausgebucht in 1 bis 2 Tagen). Das habe ich nicht ganz geschafft Zwinkerndes Smiley

Wenn man also nicht zufällig ein eigenes Boot hat, bleiben einem noch die Wanderwege. Weil es ein Sumpf ist, gibt es einen knapp 3mi langen Rundwanderweg, der komplett auf Boardwalks verläuft. Das war unser heutiges Ziel. Gleich beim Visitor Center findet sich dieses mosquito meter. Wenig beruhigend. Aber zum Glück stand es auf All Clear:

Kleiner Rückschluß: Wenn es keine Gelsen gibt, wird es auch nicht sehr feucht sein. Und das war richtig: der Boardwalk war heute sinnlos, es hätte auch ein normaler Weg getan. Man sieht halt besser von der Höhe. Ich möchte mir nicht überlegen müssen, wieviele Bretter da für die 3mi gebraucht wurden (und welches armes Wesen, die genagelt hat):

Zu dem Rundweg gibt es eine kleine Beschreibung und an 21 Punkten erfährt man etwas über den Wald. Da auch heute die Sonne ohne jegliche Wolke vom Himmel strahlte, leuchtet es überall durch die Bäume. Wieder einmal nicht ganz leicht für die Kamera.

Die Baumkronen liegen in dem Wald ungewöhnlich hoch bei über 42m. Die Wurzeln sind aber nur flach, was bei Wind (wie beim letzten Hurrikan Hugo) zu vielen umgestürzten Bäumen führt.

Dichtere Waldstücke wechseln sich mit lockeren ab (da wo erst wieder kleinere Bäume nachwachsen müssen), trockener Abschnitte wechseln sich mit feuchteren ab.

In den feuchteren Gebieten gibt es weniger Gras, dafür mehr Farne:

Spanish Moss ist überraschend selten zu finden:

Eidechsen gibt es aber auch auf dem Boardwalk:

Ein alter Flußmäander ist abgeschnitten und nun ein See.

Irgendwann wird er wieder mit Pflanzenresten zugewachsen sein, jetzt ist er noch ein Paradies für Fische, Vögel und Schildkröten:

Der Boardwalk geht in überraschende Höhe:

Rund um den See sind die ersten gelben Blätter zu sehen:

Im sumpfigeren Teil sieht man viele Luftwurzeln aus dem Boden kommen. Da mag ich nicht drauffallen:

Die Dinger sehen aus der Nähe recht unterschiedlich aus:

Ganz wenige Minitümpel haben die derzeitige Trockenzeit überlebt:

Eichkätzchen sind die meisten Tiere, die man zu Gesicht bekommt. Überall zwitschert es auch unaufhörlich, aber man sieht kaum einen Vogel. Ein Typ ist mir entgegengekommen und hat erzählt, am Rundwanderweg rund um den See wäre er auf 6 Wildschweine gestoßen, die ihn nicht mochten. Er hätte sich fast zu Tode erschreckt. Ich hab jedenfalls nichts von Wildschweinen gesehen. Wenigstens der Schmetterling hat ein wenig still gehalten:

Übrigens umgefallene Bäume: Die bleiben natürlich liegen, in einem NP darf nicht aufgeforstet werden, soll ja ursprünglich sein:

Nach dem obligatorischen Picknick ging es auf kleinen Straßen zwischen unendlich vielen Baumwollfeldern weiter zur I95 (ich war ganz erstaunt, daß mein TomTom nicht zur I26 wollte). Eine gute Stunde später waren wir schon bei der richtigen Ausfahrt, wo sich mein lieber TomTom den bösesten Schnitzer der Reise geleistet hat: Er schickt mich richtig raus, will dann aber auf der falschen Seite der Interstate auf die Frontageroad. Ich Depp fahre ihm nach und bin natürlich prompt falsch. Also wenden. Dann will mich mein TomTom wieder auf die Autobahn schicken (damit ich wieder falsch bin). Diesmal habe ich ihn ignoriert und kam locker beim Campingplatz an. Dort hat er sich wieder gefangen (da war wohl wieder eine Straße in seiner Datenbank unterbrochen).

Morgen nutze ich die restliche verbleibende Schönwetterzeit aus und gebe mir die Halbinseln und Strände in South Carolina nördlich von Savannah.

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