Ein Südstaatentag mit Strand

Letzten Jahr hatte ich einen Yiiiiiiha-Tag, dieses mal einen Südstaaten-Tag. Das bisschen Fahren in den Süden fällt dabei kaum auf:


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Die Inseln rund um Beaufort, SC und Port Royal, SC sollen einen Besuch wert sein, sagt man. Da wir dieses mal nicht nach Savannah rein fahren wollten, haben wir uns eben auf die Inseln konzentriert. Die örtlichen Prospekte haben keinen besonderen Platz erkennen lassen, also sind wir ohne Ziel und Plan in Richtung Beaufort losgefahren. Die Stadt war schnell erreicht, aber auch genauso schnell durchquert. Einige nette Häuser waren zu sehen, man müßte sich das mal in Ruhe mit viel Zeit ansehen. Uns hat es jedenfalls über die große Brücke in Richtung Hunting Island gezogen.

Ein Hinweisschild auf einen historic district lies uns von der Hauptstraße abbiegen. Die Seitenstraße war schon recht romantisch:

Das Penn Center liegt wunderschön unter Bäumen, der ganze Komplex kann gratis besichtigt werden. Selbst das Parken ist einfach, gratis und unkompliziert. In der parkartigen Anlage stehen einige Häuser malerisch unter moosbehangenen Bäumen:

Scheinbar ist es dort auch feucht, denn wie sonst könnten dort Schwammerl auf der Wiese wachsen?

Das Spanish Moss macht es sehr südstaatlich. Die Luft war übrigens garnicht drückend schwül, sondern sehr angenehm. Nur Gelsen gab es recht viele. Sagen wie mal nach mosquito meter 3-4:

Wenn man die Straße weiter fährt, kommt man noch zu anderen historischen Gebäuden. So z.B. zu dieser Kirche (Chapel of ease), die 1740 erbaut wurde und 1886 Opfer eines Waldbrandes wurde; wir wurden nur Opfer der Gelsen, hier eher eine 5-6 am mosquito meter:

Zum am Ende der Straße liegenden Fort Fremont haben wir es nicht mehr geschafft, die dort angeblich vorkommenden paranormalen Phänomene waren uns die Meilen nicht wert; uns zog es dann mehr in Richtung Strand. Dazu sind wir dem Hwy 21 gefolgt bis er aufhört. Dort findet man den Hunting Island SP. Diesen SP kann ich jedem empfehlen (auch wenn sie $5 pro Nase Eintritt verlangen), denn alleine schon die Einfahrt mit den tropischen Palmen und den für South Carolina so typischen Palmettos ist begeisternswert:

Beim Visitor Center gibt es einen Teich, in dem seit den 90er Jahren eine Alligatorenmammi mit ihren Kids lebt; ich habe keinen der Familie gesehen. Ich bin gleich weiter durch den Dschungel zum Leuchtturm. Dieser Leuchtturm ist recht speziell und der einzige in South Carolina, den man erklimmen kann (wenn man weitere $2 an den sich dort in einem Liegestuhl fadisierenden Typen bezahlt):

Der Leuchtturm ist schon der zweite in der Gegend. Der erste wurde im Bürgerkrieg gesprengt und abgefackelt. War aber eh wurscht, denn wäre er nicht niedergemacht worden, wäre er kurz darauf ein Opfer des Meeres geworden. Das Meer frißt dort nämlich die Inseln weg. Und weil sich das herumgesprochen hat, haben sie den zweiten (den, den wir da im Bild gesehen haben) ‘transportabel’ gebaut. Das Ding besteht aus Eisenplatten (die Außenhaut), die wieder zerlegt werden können. Innen wird er ganz normal ausgemauert (das Bild zeigt btw einen Blick nach oben):

Der Standort des neuen Leuchtturms war damals sehr umstritten. Sie haben ihn 1875 eine ¼ Meile entfernt von der Küste errichtet. Vielen war das zu weit im Landesinnere. Aber nur 14 Jahre nach der Errichtung mußten sie ihn noch weiter nach innen versetzen; an die heutige Stelle. Das Umsetzen hat durch den Zerlegetrick nur 50% eines Neubaus gekostet. Das Ding scheint auch haltbar zu sein, denn das einzige große Erdbeben der Gegend (Stärke 7.1 mit 5 Minuten Länge) hat er schwingend überstanden. Der Leuchtturmwärter mußte sich damals ans Geländer klammern um nicht runterzufallen, aber außer einer abgestürzten Wasserflasche ist nichts passiert.

Die Aussicht von der Plattform ist schon ganz gut, ins Lampenkammerl darf man leider nicht rein. Die ursprüngliche Klasse 2 Linse wurde auch entfernt (da der ganze Leuchtturm durch Bojen ersetzt wurde), heute ist nur ein kleines Licht zur Demo montiert.

Von dort hat man auch einen guten Blick auf den Drachen, den einer vom Strand gestartet hat. Windig war es auf jeden Fall genug:

Der ursprüngliche Standort ist heute nur mehr als Sandbank zu erkennen:

Anders als bei anderen Leuchttürmen gab es nicht drei getrennte Häuser für den Leuchtturmwärter und seine zwei Stellvertreter, sondern ein großes mit drei getrennten Wohnungen. Heute ist davon nur mehr ein Teil des Fundamentes übrig. Sie hatten auch ein ziemliches Wasserproblem, denn alle Brunnen liefern nur salziges Wasser. Daher wurde alles Wasser vom Dach des Hauses in einer Zisterne gesammelt. Mehr Wasser gab es nicht:

Die heutige Demo-Lampe ist rein optisch kein Prachtwerk:

Das Leben hier als Leuchtturmwärter war nicht ganz leicht. Trotzdem waren alle drei Leuchtturmwärter verheiratet und hatten Kinder. Das war aber auch notwendig, denn es gab genug zu tun: Jeder Leuchtturmwärter hatte eine 4stündige Nachtschicht, bei Tag mußte die Linse gereinigt werden (das Licht wurde durch Verbrennung erzeugt!). Zum Essen gab es das, was die Leute dort selbst angebaut haben, denn die nächste Stadt war zwei Tagesreisen entfernt. So weit war auch der nächste Doktor weg! Einmal im Monat ging eine Familie zum Einkaufen. Das war echte Arbeit.

Ein Leuchtturmwärter wurde für seine Taten belobigt: Während eines Hurrikans blieb der Leuchtturmwärter 3 Tage  bei seinem Feuer und reparierte die Schäden während des durchgängigen Betriebes. Dabei hat er wohl ein paar mal ins Licht geschaut, sodaß er vorrübergehend erblindete. Mit einer Brille konnte er nach seiner Genesung den Dienst wiederaufnehmen. Das nennt sich zuverlässiger Mitarbeiter!

Trotz des Leuchtturmes gab es auch einen größeren Schiffsunfall. Während eines Sturmes lief ein Dampfer auf Grund. Die Frauen und Kinder wurden im einzigen Rettungsboot an Land gebracht und mußten fast die ganze Nacht durch hüfthohes Wasser waten, bis sie den sicheren Leuchtturm erreichten.

Ich bin nach der Turmbesteigung zum Strand gegangen, denn eigentlich kommen die mehr als 1 Million Besucher im Jahr zum Baden. Wo man sonst normale Muscheln findet, kann man hier Horseshoe Crab Gehäuse finden. Kennt man nicht? Doch, auf Deutsch heißen sie Pfeilschwanzkrebse. Einfach auf’s Bild schauen, dann erinnert man sich daran:

Ein paar Möven stehen im Wind und sind nicht wahnsinnig aktiv:

Ach ja, den Strand habe ich noch nicht hergezeigt. Ist voll schön, tropisch. Leider nagt auch da das Wasser, sodaß einige Palmen schon im Wasser verschwunden sind:

Kleine, total hektische Strandläufer rennen in der Brandung herum und suchen nach Freßbarem:

Ich habe dann auch ein Selbstportrait gemacht. So schön wie ich können sonst nur Palmen Schatten auf den Strand werfen Smiley:

Hier die Opfer der Erosion:

Wie immer komme ich nicht von einem Strand los, sodaß sich die weiteren Besichtigungen erübrigt haben. Es ging also über viele Brücken wie die folgende wieder auf’s Festland und dort auf meinen Campingplatz. Die Inselgegend ist aber sicher noch zumindest einen weiteren Besuch wert.

Am nächsten Tag ging es gemütlich zu, bevor es durch die Unwetterfront zu den Keys gehen sollte.

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