Ein sehr voller Tag, aber auch ein sehr schöner Tag. Zudem hielt sich die Fahrstrecke in Grenzen, da das Zelt am Campingplatz stehen blieb:
Eigentlich hat der Tag mit einem Schock begonnen: An Stelle des vorhergesagten Sonnenscheins wolkte es gar heftig herum. Sollte ich Pech gehabt haben und die Sonne war ein paar Meilen entfernt? Trotzdem fuhr ich in die Stadt, man konnte ja noch hoffen. Und tatsächlich, beim Aquarium schien schon die Sonne. Nur dorthin kommen war eine andere Geschichte.
Vom Campingplatz bis in die Innenstadt von Tampa braucht man eine gute halbe Stunde. Das wahre Problem ist die Endanfahrt durch die Innenstadt. Es war zwar Wochenende, aber deswegen ist die Orientierung nicht einfacher. Mein Navi war brav, aber man fühlt sich wie eine kleine Maus zwischen den Hochhäusern:

Parken ist natürlich nicht gratis, aber das kennt man schon von Florida. Erschwerend kommt beim Aquarium dazu, daß es mitten in den neu entstandenen Terminals für Kreuzfahrtschiffe liegt. Wie wir dort waren, war absolutes Verkehrschaos, denn Leute wurden von einem ankommenden Schiff abgeholt und gleichzeitig wurden scheinbar noch viel mehr Leute zum Einschiffen gebracht. Und die Einkaufsstraße auf der anderen Seite sollte auch nicht vergessen werden. Sie empfehlen die Tram zu nehmen. Naja, wie viele passen da schon rein (und sie fährt auch sehr selten):

Ich war im Parkhaus gegenüber dem Aquarium (das hat eine Einfahrt von der Parallelstraße, die noch nicht zugestaut war) und kam zu Fuß leicht zum Eingang des Aquariums, der von dieser Skulptur geziert wird:

Das Florida Aquarium ist anders als die meisten anderen: Es beschränkt sich recht deutlich auf die heimischen Wasserbewohner und hat sehr viele oben offene Becken und glashausartige Bereiche, sodaß man sehr gut zum Fotographieren kommt: es ist halbwegs hell und man hat echtes Licht (und nicht irgendwelche komischen Leuchtstofflampen). Natürlich gibt es gleich zu Beginn das übliche Rochenstreichelbecken:

Dann geht es aber gleich zur Meeresküste:

Unter Wasser schwimmen die Fische, oberhalb die Enten. Die sind dort garnicht scheu, schlafen am Wasser treibend und man kann sie (was man nicht soll) antapschen.

Alligatoren dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die sind zwar komplett hinter Glas, dafür kann man sie hautnah beobachten. Sie treiben (ober und unter Wasser an einer Glasscheibe zu sehen) nur 1cm vom Kopf/Auge entfernt im Wasser:

In sehr gut nachgebauten Mangroven sieht man Fische und Krebse:

Auf den Becken sitzt völlig frei ein Spoonbill. Dem habe ich auf die Kralle getapscht und es war ihm gar herzlich wurscht. Ist dann auch gleich an Ort und Stelle eingepennt:

Jede Menge Entenvolk treibt sich in dem Bereich herum; fliegt einfach zwischen den Mangroven oder anderen Bereichen frei herum. Diese arme Ente wurde gemobbt: Egal wo sie war, drei andere haben sie vertrieben:

In verstreuten Terrarien züngeln Schlangen umher:

In einem Obergeschoß wird Werbung für Heimaquarien gemacht. Sehr hübsche Fische sind auch gleich zu sehen. Natürlich wird darauf Aufmerksam gemacht, daß man Zuchtfische nehmen soll und nicht gefangene Fische. Man sieht auch ein wenig über die Entwicklungsgeschichte der Aquarien:

Ein weiterer Bereich beschäftigt sich mit den Problemen. Z.B. der Drachenkopf wurde eingeschleppt und verbreitet sich jetzt rasant. Er verdrängt damit die heimischen Fische. Jetzt versuchen sie das gute Tier kommerziell zu fangen, denn das Fleisch soll sehr gut sein.
Ein ebenso giftiger Grundler ist auch zu sehen:

Wie die verschiedenen Kofferfische auch heißen mögen, den habe ich sehr lange gejagt, bis ich ein halbwegs brauchbares Foto geschafft habe:

Im Bereich des tieferen Meeres wird es erwartungsgemäß schwieriger Fotos zu machen; so hell ist es dort nun nicht. Dieser Riesengrundler hat aber still genug gehalten:

Wieder zurück an der Oberfläche gibt es Korallenriffe und deren Bewohner zu sehen:

Ein riesiges Becken zeigt ein Riff von der Oberfläche bis ein paar Meter Tiefe. Da war es besonders schön zu sehen, daß ich bei meinen Schnorchelausflügen fast alle der gezeigten Fische in der freien Welt gesehen habe:

Seepferde dürfen auch in diesem Aquarium nicht fehlen. Meine Lieblinge, die Fetzenfische, sind dort besonders hübsch:

Nur zum Größenvergleich: Das Aquarium ist eher klein, aber eines der Riffbecken wäre wohl der große Stolz in Wien. Im folgenden Bild sieht man nur das Mittelglas, links und rechts geht das Becken noch weiter:

Haie und große Schildkröten sind darin auch zu finden:

Quallen sind offensichtlich leicht zu halten, denn sie fehlen in keinem Aquarium:

In kleineren Aquarien sind die winzigen Meeresbewohner zu sehen. In einem größeren Aquarium würde man sie wohl auch kaum finden:

Für die Kinder werden verschiedene Informationen entsprechend bunt und nett aufbereitet. Die Idee mit dem Projektor auf Nebel ist wohl gut geklaut (habe ich zum ersten mal bei einer Disney Show gesehen). Macht sich aber auch in einem Aquarium gut:

Zusammenfassend: Sehr schönes wenn auch nicht riesiges Aquarium, das den meisten der Bewohner viel Lebensraum und dem Besucher hervorragende Fotographiermöglichkeiten bietet.
Mein Besuchstag war damit aber noch lange nicht vorbei. Gleich hinter dem Aquarium liegt die American Victory, eines der 4 noch fahrtüchtigen WWII Schiffe:

Ich muß gleich vorwegnehmen, daß das der enttäuschende Teil des Tages war. Das Ding fährt zwar noch 2x im Jahr herum (um die Fahrtauglichkeit zu beweisen), ist aber kein wirkliches Kriegsschiff mit besonderer Geschichte. Es ist im Prinzip ein stinknormales Frachtschiff, das ein paar Kanonen hatte (jetzt sind es nicht mehr so gar arg viele) um sich im Fall der Fälle verteidigen zu können. Dem entsprechend wenig ist auf der Tour zu sehen. Im Innenraum fängt alles mit den Rettungseinrichtungen an:

Man sieht die Ladebuchten:

Und schon krabbelt man an Deck umher. Da gibt es, wie auf jedem Frachter, Kräne:

Man kommt auch zu den wenigen erhaltenen Kanonen. Oft sieht man die Plätze, wo sie wohl einmal gestanden haben:

Der interne und der externe Steuerstand sind beachtlich untechnisch:

Der Kapitän hatte ein eigenes Zimmer, der Stellvertreter hatte eines und sonst gab es nur Mehrfachkabinen. Eigentlich fast gemütlich:

ITT hat nicht nur Fernseher gebaut (da hat mal mein Vater gearbeitet), sondern offensichtlich auch Funkanlagen für Schiffe:

Da das Schiff nicht viel Besatzung hatte, war auch die Küche nichts Besonderes:

Vom nun fast wolkenlosen Himmel angestachelt, ging es an den Strand. Der ist nichts besonderes, viele Hotels eben. Man sieht genau genommen den Strand nicht einmal so leicht. Das war aber auch nicht unser Ziel, eine Adventuregolf-Anlage sollte getestet werden.
Auch bei der Anlage gibt es ein Piratenschiff, um das man herumspielt:

Das Wasser ist wie immer türkis gefärbt. Das hindert einen Vogel aber nicht an der Jagd:

Höhlen, Wasserfälle und Brücken machen ein geniales Outfit:

Die Löcher sind abwechslungsreich gestaltet und es macht echt Spaß dort zu spielen:

So viel Spaß, das wir am nächsten Tag noch einmal golfen gegangen sind.
Der Sonnenuntergang am Campingplatz hat den Tag perfekt ausklingen lassen:
