Das Texas State Aquarium & die USS Lexington

Ein Tagesausflug nach Corpus Christi bei super Wetter und einem ansehnlichen Besichtigungsprogramm:


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Der Campingplatz liegt doch ein Stück im Norden aber das Stück Autofahren ist gut auszuhalten. So wohnt man wenigstens nicht neben den unendlich vielen Ölraffinerien, die die Freeways von Corpus Christi säumen. Dafür ist der Sprit dort halbwegs billig. Die Ölkonzerne versuchen in Corpus Christi ein wenig auf Öko zu machen und haben einen Großteil des Texas State Aquariums bezahlt. Bei dem Verdienst der Ölmultis hätte das Aquarium aber deutlich größer ausfallen können. Nicht das es schlecht ist, aber wenn man die Raffinerien am Anweg sieht, hätte dort mindestens ein Seaworld stehen müssen.

Vor dem Aquarium steht eine hübsche Statue, im Hintergund sieht man die dominierende Hafenbrücke:

Der Eingang zum Aquarium ist erfrischend anders: Man geht durch Wasserfälle.

Das Aquarium bemüht sich viel aus dem Vorhandenen zu machen. Daher werden die Delphine in ihrem Becken ein wenig bewegt; sie nennen das die Delphinshow:

Habe ich übrigens erwähnt, das es echt sonnig war? Die Temperaturen waren nicht heiß, die Kaltluft war auch hier zu spüren. Es war ein Tag, wo der Sonnenabstinente den Megasonnenbrand aufziehen kann: Nicht zu heiß und voll sonnig. Die Sonnensegel bei der Delphinshow waren an dem Tag nicht wirklich notwendig, aber man konnte sich gut vorstellen, daß bei Normaltemperaturen hier die Gluthölle losbrechen kann. Wobei die Stadt heißt nicht umsonst die wirklich windige Stadt. Wir merkten davon kaum etwas, es macht aber den heißen Sommer deutlich erträglicher.

Auf dem Weg zur Vogelshow kommt man am kleinen Sumpfgebiet vorbei. Ein Alligator (der unbedingt in einem Kanal mitten unter Menschen wohnen wollte; darum wurde er in den Zoo abgesiedelt) und einige Schildkröten sind dort in recht kleinen Gehegen untergebracht:

Die Vogelshow ist an dem Tag ganz und garnicht glatt gegangen. Die Vögel dürfen dort recht große Strecken frei fliegen, aber genau das war an dem Tag schwierig: der übliche Wind war weg und somit war das Segeln für die Vögel nicht so wie immer. Darum waren sie nicht besonders flugbegeistert, einer hat sich gleich abgesetzt und saß auf einer Stange beim Meer. Das dürfte er aber öfter machen, denn die Trainer nahmen es locker. Den Greifvogel habe ich aber durch viel Glück voll im Flug erwischt:

Ein Mädl aus einer einer auf Exkursion befindlichen Schule durfte dann ein Tier mutig halten. Sie haben Schauergeschichten erzählt (bevor sie es aus einer Truhe geholt haben), was nicht für bösartige Krallen das Tier zur Verteidigung besitzen würde. Das Ergebnis war dann voll kuschelig und jeder hätte es am liebsten gehalten:

Nach den beiden ‘Shows’ war genug Zeit für den Rest des Aquariums. Wir haben gleich neben der Vogelshow im Freiteil begonnen und haben den Küstenteil erkundet: ein paar Fische schwammen dort herum:

Die Otter haben ein recht nettes Gehege: Zwei Ebenen mit Wasser, durch eine Wasserrutsche verbunden. Ein privater (also nicht einsehbarer) Schwimm- und Kuschelbereich. Das sieht sehr gemütlich aus:

Die Delphine kann man auch von unten betrachten. Es sind alles Teenager und wenn sie geschlechtsreif werden, tauschen sie mit anderen Zoos für Zuchtzwecke. Die schwarze Matte ist ein Lieblingsspielzeug. Die kann man rumschleppen und sich über Flossen wickeln:

Von einer Aussichtsplattform sieht man aufs Meer: Beim ‘Damm’ der Sumpf/Küstenbereich und links der Bug der USS Lexington (siehe weiter unten).

Innen gibt es einige Aquarien, die meisten jedoch viel zu klein. Da hätten mehr Sponsorgelder für viele Tiere ein viel besseres Zuhause geschaffen. Den Quallen wird es aber egal sein:

Die Grundler haben auch Platz zum Verstecken:

Bei den Golffischen wird es schon enger, auch wenn man das bei den Korallen nicht so sieht:

Der Fisch muß schon langsam schwimmen; dick ist er zum Glück nicht, das spart Platz:

Die Fische können gerade mal im Wasser stehen, mehr geht nicht (auch wenn die Bilder das verheimlichen):

Die Schlange paßt nur gerollt in Ihr Terrarium, Sonnenlicht wird sie dort sicher auch keines sehen:

Der Frosch scheint ein Rumkugler zu sein:

Pfeilgiftfrösche sind winzig und können auch in kleinen Terrarien rumhüpfen:

Nett ist der simulierte Bohrturm, wo man sehen kann, was für Fische unter Wasser den Bohrturm als Heimat nehmen:

Im Golf wird der Fisch zur Plage und überall schauen sie, wie man ihn bekämpfen kann. Aufessen ist ein Vorschlag, denn gut schmecken soll er auch:

Der Zwerg hat ein winziges Aquarium, aber scheinbar reicht ihm ein Loch darin um happy zu sein:

Einsiedlerkrebse und andere Muscheln kann man in einem Tatschbecken erleben:

Zusammenfassend ist das Aquarium nett, leider sind aber viele Aquarien zu klein und manche Vögel im tropischen Bereich sehen so arg mitgenommen aus wie sie sich in den engen Käfigen wohl auch fühlen. Da käme in Österreich der Tierschutz.

Gleich neben dem Aquarium liegt die USS Lexington, ein Flugzeugträger. Auf vier selbstgeführten Touren klettert man durch’s ganze Schiff:

Alle Touren starten und enden im Hangar:

Die Bugtour ist vorwiegend fad, denn dort beherbergen sie die Ausstellungen über Kriege, andere Schiffe und Co. Also vorwiegend Beweihräucherung. Man darf dort auch den Raum sehen, wo sie eine Szene aus dem Pearl Harbor Film gedreht haben:

Man sieht auch die Briefing-Rooms, wo die Piloten auf Ihren Einsatz gewartet haben:

Man erfährt etwas über die Geschichte des Schiffes. Es war vorwiegend im Pazifikkrieg unterwegs und war den Asiaten ein Dorn im Auge. Daher gab es jede Menge Meldungen, daß die USS Lexington von den Gegnern versenkt worden wäre. Es hat aber ganz offensichtlich nie gestimmt, ein paar mal wurde sie ‘nur’ getroffen. Propaganda war (und ist) wohl alles.

Eine weitere Tour führt hinauf aufs Flugdeck. Dort sind noch einige Flugzeuge zu sehen:

Einer der wichtigsten Männer war der Landing Signal Officer, der dem Piloten mittels Lichtzeichen geholfen hat, das Flugzeug auf dem kleinen Landeplatz an Deck runterzubringen. Das war sein Arbeitsplatz:

Die Deckkanonen können heute vorwiegend die Brücke gut bekämpfen: Smiley

In den größeren gepanzerten Kanonen war es definitiv eng, heiß und laut:

Der einzige Weg (für Flugzeuge) in den Hangar führte über den Lift:

Der Blick vom Steuerstand war nun auch nicht berauschend. So sahen es die Offiziere (links) und so sah es der Steuermann (rechts):

Berauschend groß war der Turm auch nicht. D.h. er war auch nicht besonders sicher. Ein einziger Kamikaze ist in den Turm gekracht und hat heftigen Schaden angerichtet. Zudem sind über 50 verstorben und über 100 (darunter der Kapitän) verletzt worden. Das Ergebnis war ganz ordentlich für einen einzigen Kamikaze.

Das Startkatapult haben sie schon lange weggebaut, aber der rote Strich gibt einem einen Hinweis, wie es ausgesehen haben kann:

Eine Mutprobe kann man bestehen, indem man auf den vorragenden Zipf (die Enden der Katapulte) rausgeht. Wer will da schon runterfallen (und die Neigung ist auch gegen einen):

Wieder zurück im Hangar ging es auf die Tour nach unten, unter anderem zu der Sammlung an Minen:

Der Antrieb war wie immer über riesige Dampfturbinen gelöst. Da gibt es ganze Schalttafeln mit Anzeigen zum Steuern. Nur nichts falsch machen:

Zum Scherzen waren die Restauratoren aufgelegt. Verschiedene Räume sind versperrt und dürfen nur von autorisiertem Personal betreten werden. Der Raum muß besonders spannend sein:

In der kleinen Schiffskapelle erfährt man auch die Geschichte der 4 Pfarrer (zwei Protestanten, ein Katholik und ein Rabbi), die bei der größten Marinekatastrophe dabei waren. Ein deutsches U-Boot hat einen Truppentransporter angeschossen und das im hohen Norden. Trotzdem mußte das Schiff geräumt werden, denn Schiffe sinken auch in kalten Gewässern. Es wurden die Schwimmwesten ausgegeben. Die 4 Pfarrer beruhigten die Leute und gaben die Westen aus. Als alle Westen vergeben waren, aber noch jede Menge an Leuten keine hatten, gaben sie ihre eigenen her. Sie verließen das sinkende Schiff auch nicht und kümmerten sich bis zum Sinken um die Soldaten. Dafür wurden sie posthum geehrt. Man kann auch sagen, sie waren vorausschauend, denn die Katastrophe überlebten auch die bewesteten Leute zumeist nicht. Nur 20% konnten gerettet werden. Dies, so sagt die Legende, aber nur wegen der Gebete der Pfarrer, denn ein Zerstörer hatte den Befehl, das U-Boot zu jagen, nicht Leute zu retten. Die Führung des Zerstörers verweigerte aber den Befehl und rettete die 200 im Wasser treibenden.

Nach so viel Geschichte zog es mich an den Strand. Der ist in Corpus Christi nicht umwerfend, aber gesehen muß man ihn haben:

Die Promenade ist sicher irgendwann total voll, zum Zeitpunkt meines Besuches war aber alles leer. Das rot/weiße Wikihaus ist btw ein Wataburger:

Nach dem Kurzabstecher an den Strand sind wir wieder zurück auf den ruhigen Campingplatz, wo wir in Ruhe den Grill anwarfen. Am nächsten Tag ging es noch einmal nach Corpus Christi.

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