Bei dem Wetter hätte es noch viel mehr Death Valley geben können, aber leider war der Urlaub zu kurz dafür. Die Fahrt nach Palm Springs war auch noch überraschend lange, sodaß der Tag ein wenig traurig war.
Seit dem letzten Schlechtwetter in LA haben wir keine einzige Wolke gesehen. Das ist Rekord, denn jedes Jahr hatten wir echte Probleme mit dem Wetter. Und wo haben wir die ersten Wolken nach so langer Zeit gesehen: Na klar, im Death Valley NP. Klingt jetzt komisch, aber so war es. Der Statistiker müßte jetzt sagen, im Death Valley ist somit durchschnittlich das wolkigste Wetter. Wer’s glaubt.
Nach einem angenehmen Frühstück in der Wüste – leider unser letztes Frühstück in freier Wildbahn – ging es zum Devils Golfcourse. Eine kleine Sandstraße führt in die Mitte des Tales und dort spielt es sich schon ziemlich salzmäßig ab. Zum Glück waren außer uns noch kaum Touristen unterwegs, sodaß wir die Aussicht in Ruhe genießen konnten.

Es hat irgendwie naß ausgesehen. Und im Vergleich zu anderen viel weißeren Fotos sieht es tatsächlich feucht aus. Da hat es wohl in letzter Zeit geregnet, oder?

Der südliche Ausgang aus Death Valley ist leider schon länger geschlossen. Die Straße endet daher bei Bad Water, dem tiefsten Punkt des Tales und gleichzeitig dem tiefsten Punkt der USA. Man kommt auf sage und schreibe –85.5 Meter. Auch dort war es nicht ganz so weiß und salzig wie zu erwarten.

Schön ist es aber auf jeden Fall. Wo sonst sieht man solche Salzseen?

Der kleine Spaziergang ins Tal hinein hätte Spaß gemacht, denn bei 34°C ist das eh nicht schlimm. Wir hatten aber noch einen längeren Fahrtag nach Palm Springs vor uns. Also sind wir ohne Hatschen noch einmal zum Artist Drive, den wir am Vortag nicht mehr ganz bei Sonnenlicht geschafft hatten. Ohne dem goldenen Abendlicht, kommen die verschiedenen Farben besser zu Geltung.

Der Drive dauerte daher wieder einige Zeit, denn an jeder Ecke sieht man wunderbare Fotomöglichkeiten.

Danach ging es auf der gleichen Strecke wie bei der Einfahrt aus Las Vegas zurück, denn am Vormittag gibt es einen wunderbaren Ausblick von Dante’s View. Hoch oben am Rand des Tales kann man weit sehen. Ich habe dort Deutsche und noch viel mehr Koreaner getroffen. Ich hätte reich werden können, wenn ich Geld für Fotos genommen hätte. Ich habe so gleich zwei Samsung Handies verwendet (natürlich wollen mehrere Koreaner aus einer Gruppe Fotos von sich und der Gruppe haben). Es setzt sich schon langsam durch, keine kleine Kamera mitzuhaben, sondern sich auf das Handy zu verlassen.

Das genaue Gegenteil habe ich dann am etwas zu erwandernden Spitz des Aussichtspunktes erlebt. Ein weiterer Koreaner mit einer offensichtlich teuren (und tonnenschweren) Spiegelreflexkamera turnte mir nach, denn der eine Punkt bietet eine geniale Rundumsicht. Genau dort durfte ich mit dem guten Stück ein Foto mit dem Titel ‘Koreaner vor dem Abgrund des Tal des Todes’ machen. Die Aussicht mit seinem Polfilter war super, ich hatte leider keinen. Aber ich nahm es zum Anlaß, mir nun doch auch wieder einen zu beschaffen.

Nach einiger Überlegung sind wir noch einen kleinen Umweg gefahren und sind zurück ins Death Valley, um die Sanddünen zu sehen. Obwohl es angenehm warm und nicht wie üblich heiß war (also um die 35°C) waberten die Dünen ziemlich.

Vom Aussichtspunkt konnte man wieder schöne Fotos machen. Zum Glück waren da keine Wolken wie im Frühjahr im Weg.

Mein Verdacht, daß es in der Gegend vor kurzem geregnet hatte, bestätigte sich alsbald. Leider nicht auf eine Art, die ich so toll fand. Die kürzere Strecke zur Interstate war gesperrt. Und das haben sie nicht irgendwo vorangekündigt, sie haben einfach die Straße mit Hütchen abgesperrt. Ohne jegliche Vorwarnung. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die lange Fahrt über die 1000 Berge zu nehmen (die ich schon im Frühjahr gefahren bin). Der Aussichtspunkt hat mich leider ob des bevorstehenden Umwegs weniger begeistert. Aber schön ist es dort auch.

Nach den tausend Bergen kommt man auf einen Hwy, der alsbald 4spurig ausgebaut ist. Dort mußten wir tanken, denn ewig hält ein US Tank nicht. Und weil wir am späteren Nachmittag noch viel Fahrt vor uns hatten, haben wir auch gleich den örtlichen Subway besucht. Immer noch gut und nicht mit dem österreichischen zu vergleichen.
Meile um Meile fuhren wir in Richtung Interstate und dann (weil es schon dunkel war) durch den nördlichen Teil von LA hindurch auf die I10 nach Palm Springs. Da hat mich der Schreck erwischt, weil die ganze Gegend war eiskalt und der Nebel hing ganz dick bis in die Berge. Auch auf der I10 war es noch neblig und wir fragten uns schon, ob wir in Palm Springs Nebel hätten. Das wäre einzigartig gewesen, aber darauf stehe ich es mir nicht. Ich war auch nicht auf Regen in Petra stolz, obwohl es angeblich ein Jahrhunderterlebnis ist. Aber gottlob, nur wenige Meilen vor Palm Springs kamen die Sterne raus und wir kamen bei angenehm warmen Wetter in unser Motel. Der abendliche Snack bei Del Taco rundete den Tag ab. Doch noch alles gut gegangen.