Queen Mary

In Long Beach liegt seit langer Zeit die Queen Mary, ein Schiff, das früher den Luxus verkörperte. Jetzt wird sie für die verschiedensten Zwecke verwendet, wie wir noch sehen werden.

Zuerst muß man wissen, daß alleine das Parken bei der Queen Mary $15 kostet. Man kann auch mit dem Shuttle von einer beliebigen Stelle des Long Beach Bereiches kommen, aber zahlen muß man für das Parken auf jeden Fall. Zumindest haben sie es dort so geplant. Vom Parkplatz (völlig schattenlos und echt warm) kommend, kann man an der Ticketstation Geld lassen.

Es gibt eine Reihe von Eintrittsarten und eine noch längere Reihe an Führungen. Ich wollte nur den Standardpaß = auf das Schiff gehen und rumrennen. Ich habe aber im Internet gelesen, daß man AAA Ermäßigungen erfragen soll. Da ich extra eine ÖAMTC Karte habe = AAA Partner, habe ich doch glatt gefragt. Die gute Frau hat zu suchen begonnen und irgendwann gemeint, ich bekomme den Combopaß Queen Mary + U-Boot um 8$ billiger als die Queen Mary alleine. Ok, war ich nicht dagegen.

Man könnte auch noch weitere Führungen und Ausstellungen buchen: die hounted Tour, die Tour der parapsychologischen Vorkommnisse, die Ausstellung zu Prinzessin Diana, … The Chill (im Foro Mitte) war noch nicht offen: Ein großer Raum wird runtergekühlt und man kann dort auf Eisbahnen rutschen und Schnee kennenlernen; genau das wovor ich geflüchtet bin.

Vor dem Bug der Queen Mary liegt ein russisches U-Boot, das nun auch in meiner Besichtigungstour dabei war.

Man kommt nach der Ticketkontrolle mit dem Lift in die Lobby des Schiffes. Dort kann man sich von Greisen rumführen lassen und sich alte Geschichten erzählen lassen; da war ich gleich weg.

Mein Weg führte mich auf das vordere Deck, wo man eine nette Aussicht auf das russische U-Boot hat. Sieht irgendwie klein aus.

Die Queen Mary wurde wie zwei andere Schiffe zur Weltkriegszeit beschlagnahmt und für Kriegszwecke genutzt. Daher haben sie auch Kanonen zur Verteidigung montiert. Die Kanonen wurden von armen Soldaten geputzt, es wurde aber nie auch nur ein Schuß auf den Feind abgegeben.

Das vordere Deck ist heute sehr leer und übersichtlich, die Kanonen wurden alle (bis auf die eine) wieder entfernt.

Der Blick auf die Long Beach In-Meile war an dem Tag ungetrübt.

Im Außengang der Queen Mary sind einige historische Fotos mit entsprechender Erklärung aufgehängt. Meistens Fotos von berühmten Persönlichkeiten, die auf dem Schiff mitgefahren sind.

Aber auch ein Foto aus der Zeit, wo die Queen Mary für Kriegszwecke umgebaut wurde. Lange haben sie darüber nachgedacht, was sie aus dem großen Schiff machen sollten. Es gab auch Überlegungen, einen Flugzeugträger daraus zu machen. Sie haben sich aber dann doch für den Truppentransporter entschieden. Also nicht viel umgebaut sondern vorwiegend grau angestrichen. Bei der Normandie (links im Bild), ging der Umbau nach der Beschlagnahmung nicht so gut aus: Der neue Name war Lafayette und dann haben sie sie irrtümlich niedergebrannt. Ups.

Die Seile zur Befestigung des Schiffes sind eigentlich sinnlos, denn sie haben das Schiff ohnehin mit diversen Konstruktionen am Kai befestigt. Die Vögel mögen die Seile aber sehr.

Im Schiff kann man sich verschiedene Bereiche ansehen, die aber alle eher leer sind. Das alte Gefängnis, die medizinische Station oder die Quarantänestation. Nett ist der Blick hinaus.

Oder man geht auf das Achterdeck; da haben sie sogar Fernrohre aufgestellt.

Unter den Rettungsbooten war auch viel Platz. Auf den begehbaren Bereichen war ganz prinzipiell viel Platz.

Eine Sonderausstellung ist der Kommunikation gewidmet. Man sieht nicht nur die alten Fernschreiber und Funkgeräte, sondern es wird auch erklärt, wie man innerhalb des Schiffes kommuniziert hat. Mit solchen Dingern.

Damit man von der Brücke auch beide Seiten des Schiffes sehen konnte, haben sie links und rechts Überhänge rausgezogen (wie bei den großen Schiffen heute auch). Davon hat man echt einen guten Ausblick.

Die Brücke selbst ist eher schlicht. Es gibt verschiedene Stationen für verschiedene Aufgaben, selbst die wasserdichten Schotte konnten von hier aus gesteuert werden. Sieht halt für jetzige Verhältnisse übertrieben mechanisch aus. Und was es da an Messing zum Putzen gibt. Zwinkerndes Smiley

Die wichtigen Leute hatten auch am Schiff genug Platz. Wichtig war der erste Ingenieur, der für die ganze Technik des Schiffes zuständig war. Er hatte ein ganzes Zimmer für sich alleine.

Der Kapitän hatte gleich zwei Zimmer. Hier nur sein Wohnzimmer.

Ein Großteil des Schiffes wird heute als Hotel genutzt. Da versuchen sie den Scharm des alten Schiffes zu bewahren.

Das Schiff ist so groß, daß es eine eigene Druckerei für die diversen Aushänge hatte.

Wenn man sehr lange sucht, findet man den Außengang, der an die Rückseite führt, von wo man die Bob Hope Ausstellung sehen kann und zur Tour in den Maschinenraum aufbrechen kann. An Anzeigen und Dampfumformern fehlt es da nicht.

Das Schiff hat 4 Antriebsschrauben. Eine Antriebswelle alleine ist echt groß.

Die ‘billigen’ zweite Klasse Kabinen hatten Stockbetten.

Die erste Klasse dann normale Betten und einen Wohnraum. Luxus gab es natürlich auch noch in jeder Menge.

Ich habe an der Stelle dann genug gesehen, wollte mich nicht mehr über das Leben von Bob Hope informieren und bin zum russischen U-Boot gegangen.

Die wasserdichten Schotte sind erstaunlich eng und klein. Mit normaler Kleidung und Fotoapparat kann man sich schon überlegen, wie man da durchkommt.

Die verschiedenen Stationen werden von einer Stimme mit russischem Akzent in einer Tonloop erklärt. Man erfährt so, daß eine U-Boot Mannschaft aus ziemlich vielen Leuten bestand. Was die da alles getan haben, ist mir ein Rätsel, aber scheinbar waren sie notwendig.

Viel Platz hatte man in so einem U Boot echt nicht. So wenig Platz, daß sich nicht einmal alle gleichzeitig hinlegen konnten. Das ging nur in Schichten. Die Bewaffnung eines U Bootes war auch eher bescheiden: Torpedos im Rohr und maximal noch einmal so viel im Stauraum. Die Luken waren btw zu klein um die Torpedos zu laden; die wurden durch die Abschußrohre reingeschafft.

Auf dem U-Boot gab es nur zwei Kabinchen: Eine für den Kapitän und einen für den Politbeauftragten.

Der Essenraum war auch eine echte Kuschelecke.

Weil U-Boot-Dienst eigentlich immer Kacke war, gab es wenigstens das beste Essen der Marine so ziemlich rund um die Uhr. Irgendwie mußte man die Leute davon überzeugen, daß es dort doch ganz ok war. Nur beim Klo konnten sie wohl nicht punkten.

Wie das mit der Kommunikation war, haben sie mir nicht erklärt. Aber einfach rüberrufen, ‘dreh mal an dem Rad’ war wohl nix.

Man hätte aber cool antworten können, ‘hab ich gemacht, siehst es eh an der Anzeige’ (hier am Steuerstand).

Der hintere Torpedoraum war mit noch mehr Leuten vollgestopft, sodaß Platzangst wohl ganz üblich war.

Manual Update Task

Meine Abschiedsbilder sind nicht ganz so hübsch wie die im Flyer, wo sie auf die Abendsonne gewartet haben, aber auch ganz ok.

Das Rausfahren war nach den Besichtigungen noch angesagt. Brav habe ich meine $15 in bar hergerichtet, da öffnen sie links eine weitere Spur. Ich fahr hin, halte dem Typen mein Einfahrtsticket hin, er sagt ok und deutet ich soll losfahren. Also Geld schnell wieder weggesteckt und losgedüst. Smile and wave. So war der Ausflug doch noch recht günstig!

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