Technikspielecke

Letztes Jahr ist mir mein altes Zelt kaputt gegangen: Eine der Stangen im Giebel ist ohne besondere Beanspruchung gebrochen. Wir konnten mit dem Reparaturrohr den Rest der Reise bestreiten. Ein Ersatzrohr kostet ein Vermögen und ich bin mir bis jetzt nicht sicher, wie gut der Rest des Gestänges ist. Ein Arbeitskollege hat mir ein Ersatzrohr gebaut, aber sein Material, obwohl ausgesucht toll, ist viel weicher als das Original. Da das Zelt hier in den USA war, konnten wir es zuhause nicht testen. Also was tun?

Wir haben in Aktion (so ein Zufall) ein Neues bei Amazon gekauft und mitgenommen. So können wir in Ruhe die Reparaturgestänge probieren, während wir sicher ein funktionierendes Zelt haben. Ist zwar Luxus, aber auf der anderen Seite ohne Zelt beim Campen dazustehen ist nicht so toll. Der Test des Reparatursets steht noch aus, da wir aufgrund des extremen Schnellstartes (Packen in zwei Stunden) nicht zum Testen kamen.

Wie ist das neue Zelt? Wir haben uns für ein vaude mark 3P traveler entschieden, weil wir das Aufstellen mit dem Außengestänge einfach gerne haben. Das traveler ist teurer und etwas schwerer als das normale 3P. Dafür ist das Gestänge durchgehend 11mm (beim normalen variabel von 7 bis 9mm), das Zeltmaterial ist dicker und dichter und man bekommt eine Unterlagsmatte dazu.

Ist es jetzt endlich wieder ein gutes vaude? Ich sage mal mutig: nein! Warum?

  • Es sind jetzt alle mark Längslieger. Man muß also am Kopf- oder Fußende aussteigen und das ist mühsam. Das kombiniert mit dem immer noch dummen seitlich fix montierten Ausstieg führt dazu, daß man dem Zweiten im Zelt die Flappe über das Gesicht zieht, wenn man rein oder raus will. Warum nicht die alten unten montierten Flappen? Und wozu Längslieger? Zum Sparen der oberen Querstange?
  • Die Haken am Zelt zum Befestigen der Gummischnur sind jetzt aus Plastik, die werden nicht ewig leben. Auch die beiden Hauptaufhänger, die früher stabile Metallhaken waren sind jetzt winzige Plastikteile. Einzig die Stifte am Gestänge zum Einfädeln in die Bodenösen sind jetzt endlich aus Metall (früher Plastik).
  • Das Zelt ist für warme Gegenden nicht mehr brauchbar. Früher konnte man die ganze Eingangstüre abzippen und es blieb nur das Moskitonetz übrig. Jetzt gibt es nur eine winzige Klappe oben, mit einem sehr dichten Moskitonetz. Da geht sicher keine Luft durch. Man kann also keinerlei Ventilator draußen hinstellen. Oder man kann schon, nur merkt man nix davon.
  • Das größte Problem ist aber die mitgelieferte Bodenmatte. Sie wird elegant mitgesnapped und hängt auf den Haken der Apsiden. Es ist nett, wenn man auf sandigem Bode steht, weil man weniger Dreck reinträgt. ABER: Die Bodenmatte ist einfach viel zu groß. Zwischen Außenzelt und Bodenwanne sind maximal ein oder zwei Zentimeter. Der leichteste Windstoß und die Bodenwanne schaut raus. Bei Regen sitzt man so gaaaanz schnell in einer gefüllten Badewanne. Das hatten wir schon beim kleinen Schauer in Miami. So etwas darf bei einer mitgelieferten Matte einfach nicht passieren!!! Das werde ich reklamieren müssen, weil so kann ich die Matte einfach nicht verwenden.

Zusammenfassend: Ein wirklich teures Zelt (500€ Preisklasse!) mit einer immer billigeren Ausführung und einem erheblichen Konstruktionsmangel. Ich werde wohl die Zeltmarke wechseln müssen, denn es wird mit jeder Generation schlimmer. Das wird wohl nix mehr.

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