Ruby Falls und Jack Daniel’s Destillery

Zwei Dinge haben wir uns für den Tag vorgenommen, bevor es an ein lange ersehntes Essen ging.

Der Morgen am Campingplatz war wieder herrlich nach den 3 Nächten im Motel. Frühstück in Ruhe bei guter Luft. Danach sind wir das kurze Stück zu Ruby Falls gefahren, wo schon überraschend viele Leute zu sehen waren. Ich hatte Ruby Falls nicht in guter Erinnerung, aber Astrid sollte sich selbst ein Bild davon machen. Von Außen sah es schon ganz gut aus. Wie ich nachgelesen habe haben sie erst letztes Jahr eine große Renovierung abgeschlossen. Man konnte also nur hoffen.

Die ersten Meter der Höhle sind wie Mammoth ohne jegliche Formationen. Man erfährt aber einiges über die Geschichte. Die ursprüngliche Höhle war schon sehr bekannt und hatte ihren natürlichen Eingang unten am Fluß. Das änderte sich erst, als sie eine neue Eisenbahnlinie gebaut haben und die brauchte dort einen Tunnel, sodaß der ursprüngliche Eingang einfach zugeschüttet wurde. Dem Fortschritt sei Dank. Ein seit jüngsten Kindheitstagen Höhlennarrischer wollte das so nicht hinnehmen. Er wollte die Höhle wieder zugänglich machen, indem er vom Berg darüber einen Schacht nach unten bohren lassen wollte. Er trieb das Geld von $25000 auf und die Arbeiter legten in 3 8-Stunden Schichten los. Auf dem Weg zur Höhle fanden sie einen Felsspalt, den der Höhlennarrische zugleich ohne jegliches Werkzeug erkundete und da brauchte er gleich mal 17 Stunden. Er war aber von der neuen Höhle sehr begeistert und wollte diese ebenfalls vermarkten. Nach 90 Tagen kamen sie zur ursprünglichen Höhle und bald konnte der öffentliche Besuch aufgenommen werden. Parallel dazu wurde die neue Höhle begehbar gemacht.Hier war einiges zu tun, da der Spalt am Anfang gerade zum Kriechen gereicht hat. Nach der Eröffnung der neuen Höhle wollte bald keiner mehr die ursprüngliche sehen, denn die neue war so viel schöner. Zudem hatte sie den höchsten unterirdischen Wasserfall, der bekannt war.

Der Name kommt btw von der Frau des Entdeckers: Ruby.

Kurz darauf die erste noch sehr simple Formation.

Die Höhle wurde immer kommerziell geführt und anfangs durfte sich auch jeder sein Souvenir mitnehmen. Daher sind viele Formationen zerstört. Durch das nationale Gesetz zum Schutz von Höhlen, ist das jetzt überall unter Strafe. Die Formation im nächsten Bild ist daher die letzte, die man angreifen darf. Wobei der Führer nett erklärt, daß das natürlich alle tun und ob man das keimtechnsich will, muß man selbst entscheiden. Eine Kindergärtnerin kann man so nicht verschrecken.

Danach werden die Formationen sehr häufig, meistens von der Decke hängend. Wo sie nicht so eindrucksvoll sind, helfen sie mit buntem Licht nach. Hier gelten ganz offensichtlich nicht die strengen Regeln eines Nationalparks.

Einige Formationen sind mit Schildern beschriftet, manche werden mit der Taschenlampe gezeigt. Man hat aber immer genug Zeit zum Fotographieren und der Führer redet tatsächlich nur über die Höhle und deren Entdeckung. Da kann sich so mancher Ranger was davon abschneiden.

Manche Formationen haben Namen nach Speisen: Bacon, Fisch, Steak, Potato Chip… Die Besucher inter mir meinten, der Typ muß immer sehr hungrig in die Höhle gegangen sein. Smile

Die rein blaue Beleuchtung mag ja manchmal cool aussehen, Kameras sind davon aber selten begeistert.

Nach 2/5 Meilen (was für ein wiederbringliches Maß) erreicht man das ‘Weltwunder’. Den Wasserfall. Wenn man in den Raum kommt, geht der Timer an, die Lichtshow beginnt bis es sehr plötzlich dunkel wird. Dann heißt es gehen (die nächste Gruppe wartet schon).

Der Weg nach draußen hat deutlich weniger Stopps, man sieht aber einige Formationen neu, weil man in die andere Richtung schaut bzw. weil es manchmal kleine Strecken gibt, die man anders geht.

Zurück an der Oberfläche wird man eingeladen den Aussichtsturm zu nützen. Den Aufgang dazu zu finden ist nicht ganz so einfach, die Suche lohnt sich aber.

Insgesamt ist das Erlebnis dieses mal sehr positiv ausgefallen. Es hat sich scheinbar vieles geändert und das einmal zum Guten!

Nach einem kurzen Stopp zum Einkaufen und billig Tanken ($2,03 für 1 Gal) ging es zu Jack Daniel’s. Ich war da schon ein paar mal, Astrid wollte die Tour noch einmal sehen. Die Tour ohne Kostproben kostet immer noch $15 (statt wie früher gratis), ist aber nun aufgewertet worden und dauert eine gute Stunde. Dafür gibt es die Touren nicht mehr soooo häufig, scheinbar läßt die Zuschauerzahl doch nach, wenn man Geld verlangt. Wir mußten daher 40 Minuten auf die Tour warten. Gift-Shop gibt es immer noch keinen, man kann nur Jack Daniels in Spezialflaschen kaufen (als Ausrede, daß man Alkohol in einem dry county verkaufen darf).

Neu ist auch, daß die Geschichte anders erzählt wird. Neben Jack und dem Priester taucht nun auch die Familie Green auf. Offenbar geht es hier um Rechte der afroamerikanischen Bevölkerung, die nun wohl penibel eingehalten werden. Eine ganze Ecke wurde nun der Geschichte der Greens gewidmet. Es geht hier um den eigentlichen Lehrmeister von Jack, dem ehemaligen Sklaven Green, der schlußendlich der erste Masterdestiller wurde.

Die Tour beginnt auch neu an einem aktiven Barrelhouse.

Erst danach kommt man zur Holzkohleproduktionsstätte, wo man vor Ort ein Video dazu sieht. Deutlich besser als früher.

Die größte Angst war schon immer der Brand eines Barrelhouses, denn da ist schnell die Arbeit eines Jahres und mehr dahin. Darum war bei Jack Daniel’s immer schon die best ausgerüstetste Feuerwehr des Landes. Heute mit Speziallöschschaum um auch Alkoholbrände in den Griff zu bekommen. Das sind die ersten Fahrzeuge (und Bob der Führer, nicht Baumeister)…

Diese Quelle ist das Herz der Destillerie.Eisenfrei und jahrum am Laufen.

Jack war gerade heraus ein Zwerg. 5’2” Damit hatte er immer Probleme und daher hat er auch seine Statuen größer machen lassen. Astrid war aber trotzdem ganz zu dem angeblichen Frauenheld hingezogen. Jack hat extra zwei Stühle an sein Grab bringen lassen, damit die vielen Frauen jederzeit an sein Grab kommen können. Andere behaupten, auch die Frauengeschichten hat er nur bewußt gefördert und er hatte nie Freude an den Frauen… Man hat ihn nur bei seiner Schwester gesehen, nie mit einer anderen Frau.

Auch das historische Foto zeigt, wie es um seine Größe stand. Er steht als einziger!!! Und neben sich der Sohn des ehemaligen Sklaven, George Green.

Sein Leben verlor Jack an einen Tresor. Er bekam ihn nicht auf, trat ihn, brach sich die Zehe und starb an Blutvergiftung.

In den Häusern darf man aus Sicherheitsgründen nicht fotographieren. Daher hat Astrid das natürlich nicht getan. Nur die blöde Kamera hat sich da irgendwie eingeschaltet. Im ersten Foto sieht man das Rohdestillat, im zweiten die Meischesilos.

Man geht oben rüber und sieht überall den schwarzen Pilz, der sich vom Alkohol ernährt.

Wieder im Haus hat die Kamera schon wieder gesponnen. Hier wird das Rohdestillat durch die Holzkohle gefiltert. Als Besucher darf man daran riechen.

Die Abfüllanlage ist schon ausgesiedelt worden, auf dem Grundstück werden nur mehr die Spezialabfüllungen gemacht.

Jack hatte keine Kinder und hat alles seinem Neffen hinterlassen. Der hat sich ein nettes Haus auf dem Gelände gebaut.

Das alte Barrelhouse ist heute der Tastingroom. Da darf man nur Dekofässer fotographieren, nicht Fässer mit Whiskey. Da schreckt er sich wohl, der g’schamige Whiskey.

Wer sich so klein wie Jack fühlen will, kann vor dem Visitor Center testen. Winking smile

Wir haben uns danach vom Visitior Center verabschiedet und sind nach Huntsville, AL gedüst.

Dort hat uns ein BJ’s erwartet. Nicht billig, aber die besten Deep Dish Pizzas der USA. Auch besser als die in Chicago.

Natürlich schafft man die ganze Pizza nicht alleine. Aber man kann sie ja einpacken lassen.

Die Nacht wollten wir im einzigen KOA Alabamas verbringen. Wir haben sogar angerufen, um zu sehen ob eh alles paßt. Natürlich können wir bis 8 einchecken. Um 7:15 waren wir dort und natürlich war alles zu und einen Night Registration Schalter gibt es auch nicht. Also stehen wir einfach mal so dort (nachdem wir den Weg an der Schranke vorbei gefunden haben). So ein schlechtes Services hatten wir noch selten auf einem KOA.

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