Hausboot Tag 3 – April im August

Die ursprüngliche Wettervorhersage meinte, am Freitag noch ok, Samstag 17 Stunden Regen und Sonntag wieder strahlend sonnig. Nunja, und dann kam die Realität. Am Freitag schon sehr bald total bewölkt und am Abend Regen. Am Samstag war es ziemlich bewölkt, aber eigentlich bis auf den Abend trocken. Eigentlich wollten wir uns heute Carcassonne anschauen. Aber der Wetterbericht war da anderer Meinung. Ziemlich bewölkt mit vielen Regenschauern war angesagt. Also die Schloßanlage doch lieber für den Rückweg aufsparen, wo die Vorhersage strahlenden Sonnenschein vorhersagte. An Stelle der Besichtigung wollte Astrid einen Carrefour sehen. Und was für ein Zufall, der war genau bei der letzten Schleuse. Also das Boot gewendet und los ging es. Natürlich kam gerade da ein wenig die Sonne raus. Wir haben keinen Anlegepunkt bis genau vor der Schleuse gefunden, aber da waren nette Poller. Die Roller schnell ausgeladen und 5 Minuten später waren wir beim Carrefour. Zu Fuß hätten wir das nie gemacht.

Astrid hat bei vielen Dingen im Carrefour an einen Walmart gedacht. Das Sortiment ist ähnlich mit kleiner Sport- und Werkzeugabteilung viel Essen, aber auch Gewand und Kosmetika. Astrid fragt sich, ob Frankreich nicht ein Einkaufsersatz für die USA ist. Ich bin nicht so dafür, denn mir erscheint Frankreich aktuell deutlich teurer als Österreich.

Nach dem Einkauf haben wir wieder gewendet und sind zur Schleuse in Carcassonne zurückgefahren. Da hat keiner aufgemacht, also ist Astrid rübergehatscht. Da hat sie den Schleusenwärter doch glatt beim Frühstück gestört.

Nach einer langen Phase der finsteren Wolken kam es dann zu einem April-haften Wechsel zwischen gewittrigen Schauern und Sonnenschein; gepaart mit starkem Wind (ganz toll beim Fahren). Also mußte ich mitten im Süden die kurze Hose gegen eine Jogginghose tauschen. Warum keine Jean? Na weil nach einem Regenguß alles naß ist und die Hose das an allen Stangen und Flächen abkriegt. Eine feuchte Jogginghose ist deutlich angenehmer als eine naße Jean. Wir haben daher heute auch einiges an Handtüchern gebraucht, denn wenn man sich irgendwohin setzen will, sollte dort nicht Wasser stehen. Immer ein Spaß im Fahren zwischen oberem und unteren Stand zu Wechseln…

Saher im folgenden vorwiegend die Bilder der sonnigen Phasen, denn die sind einfach viel hübscher anzusehen.

Ab dem späteren Nachmittag, also nach dem letzten wirklich heftigen Schauer, wo wir lieber 20 Minuten vor einer Schleuse gewartet haben, um nicht im Schütten rauszumüssen (und ich wette, der Schleusenwärter wäre auch nicht gekommen), kam dann viel häufiger die Sonne raus. Da hat Astrid bemerkt, wie stressig so eine Hausbootfahrt ist. Vorallem wenn man von Schleusen beim Nachdenken unterbrochen wird.

Was wir schon immer geahnt haben, ist jetzt auch bestätigt. Natürlich reden die Schleusenwärter mit einander. Und wehe man kommt durch schnelleres Fahren früher als erwartet, dann sind sie quasi empört über die frühe Störung. Wenn man dann hingeht, weil das Schleusentor nicht aufgeht, fragen sie gleich, ob man schon das Boot Campignol sei, das man erst für xx:xx erwartet hätte. Egal, bei schönem Wetter macht Fahren gleich viel mehr Spaß.

Bei schönem Wetter wird man auch gleich von Enten belagert und heftig angebettelt.

Wenn man gerade intensiv nachdenkt, dann will man nicht gerne anlegen gehen. Also hat Astrid mein drängen Wasser aufzunehmen ignoriert. Das hat sich dann gerächt, weil laut Karte gab es dann für lange Zeit kein Wasser. Erst in Bram wurden wir fündig. Das war eine Locaboat Station. ABER, der öffentliche Bereich will Strom und Wasser per Token verkaufen. Und die Token bekommt man nur in der Locaboat-Station. Die aber Sonntag zu hat. Astrid hat den Typen im Restaurant nebean befragt, der offensichtlich Brite ist und sie daher verstand, und der meinte, man könne wohl als Locaboat im privaten Locaboat-Bereich Wasser aufnehmen, wenn man dort einparken kann. Das war ziemlich spannend, weil der Platz reichte gerade so für unser 10m Boot. Also winkte Astrid über den Kanal, wo ich im öffentlichen Bereich wartete. Ich durfte dort alleine ablegen, rüberfahren und in dem Minniloch einparken. Die dortigen Gäste schauten natürlich intensiv zu. Ich habe ihnen aber den Spaß verdorben, da ich auf Anhieb perfekt eingeparkt habe. Open-mouthed smile Das Losfahren macht dann auch Spaß,weil man a) ausparken muß und b) nur wenige Meter später durch eine Brücke treffen muß. Ging auch problemlos.

Das Schleusen geht zu zweit eigentlich sehr gut. Gut ist, daß man bei unserem Boot auf das Dachsteigen kann, um bei hohen Schleusen den Poller überhaupt sehen zu können. Und ich als Fahrer kann die hinteren Seile direkt vom Steuerstand bedienen. Also alles easy!

Heute haben wir freiwillig früher Schluß gemacht, da wir sonst beim Eifer der Schleusenwärter in den nächsten eng beieinanderliegenden Schleusen gefangen gewesen wären und da geht eine Landstraße direkt daneben her. Das braucht man nicht. Daher sind wir unter Bäumen bei Pollern geblieben.

Wir haben es dort zum ersten mal geschafft, draußen bei Sonne Abend zu essen. Aber Vorsicht: Wenn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt wird es echt hell!

Die Aussicht ins Land ist auch nicht zu verachten.

Mal sehen wohin es am nächsten Tag hingehen könnte, denn wir haben noch am Abend überlegt umzukehren, damit wir auch die Strecke in Richtung Meer ein wenig erkunden könnten.

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