Der Tag des Abschieds war gekommen, der erste Tag unterwegs konnte beginnen.
Die letzten Dinge wurden ins Auto gepackt, ein gemeinsames Frühstück und es war die Zeit gekommen sich zu verabschieden. Zunächst ging es aber zum ursprünglichen Haus der Busbooms, denn obwohl es Astrid’s Großmutter nicht verändert sehen wollte, wir waren dann doch neugierig. Und nach ein wenig Herumirren (sie haben doch glatt gegenüber eine neue Scheune gebaut) haben wir es auch gefunden. Von außen sieht es sehr unverändert aus.

Das Wetter war stark bewölkt, aber wenigstens regnete es nicht. Die Gegend ist flach, die Interstates sind gerade.

Schnell war Illinois verlassen und wir waren in Indiana (dem ‘Heimatland’ unseres Mietautos). Und eine Stunde Zeit war auch verloren: wir sind ab sofort wieder bei –6. Ziel unserer Fahrt war (nach einem Stopp bei Walmart, weil wir noch einen induktionstauglichen top brauchten – dazu später mehr) ein Sketchers Outletcenter. Das nächstgelegene liegt in Edinburgh, ein paar Meilen südlich von Indianapolis.

Das Outlet-Center ist riesig, der Sketchers ok, wenngleich nicht so groß wie der Store in California. Wir haben jedenfalls für die nächste Zeit eingekauft und haben nicht so schlecht gespart.

Dann sind wir zum Motel, um einzuchecken, bevor wir in die Stadt fuhren. Das Wetter hat sich da schon wesentlich gebessert.

KOAs sind aktuell keine billige Übernachtungsplätze, sie sind Urlaub. Und den muß man zahlen. Wir sind also wieder dabei, daß Motels zum Teil günstiger als die Zeltplätze sind. Und da bis Mittwoch Gewitter rumziehen, sind die Motels auch noch trocken. Die versprochene Aussicht war zugegebenermaßen da, aber worauf, haben sie nicht gesagt.

Also auf in die Stadt. Wir haben uns eine günstige Parkgarage ausgesucht, aber der Weg dorthin war spannend. Indianapolis nennt sich Crossway of America, aber es hat auch völlig kranke Kreuzungen. Z.B. treffen sich da drei Straßen als Stern (ohne Kreisverkehr). Wir haben daher mehrere Anläufe gebraucht, um in der Parkgarage zu landen. Die dann einfach zu hatte. Das stand beim Zahlhäuschen… Egal, also rein in die Stadt, denn es war dank Labour Day überraschend ruhig.

Wir haben dann herausgefunden, daß ohnehin genug Platz auf den Straßen zum Parken war. Und das auch noch gratis, weil Feiertag. Normalerweise nehmen die inneren Parkgaragen dort aber 10$ für die erste Stunde und um die 40$ pro Tag. Da hatten wir echt Glück. Also quasi gleich neben dem Hauptplatz geparkt (es hätte sogar am Platz freie Plätze gegeben) und losmarschiert.

Downtown ist in Indianapolis nicht so gar arg groß. Vorwiegend der Miles Platz mit Umgebung. Alles wirkt heruntergekommen und viele Lokale suchen einen neuen Mieter. Ein wenig wie New Orleans nach Kathrina, aber es hat den Eindruck, es hat derzeit halb Amerika so erwischt. Man sieht überall vorwiegend alte und zerdepperte Autos, Obdachlose überall, … Der Platz ist zwar leer, aber sieht nett aus.

Wir haben einen Abstecher zum nahen Capitol gemacht und waren auch da fast alleine. Sehr seltsame Stimmung.

Dafür ist alles wirklich teuer. Girodano’s Pizza hat auch in Indianapolis ein Restaurant. Da hätten sie z.B. für eine large deep dish gerne $34 (ohne Steuer und Trinkgeld). Wir sind dann zu Five Guy’s gegangen, wo sie für ein Bacon-Cheese Hotdog auch 5.60 nehmen und large fries 5.99 kosten. Danach sind wir zurück zum Hauptplatz geschlendert, um die überall abgedruckte Abendbeleuchtung zu sehen.

Wir mußten noch auf den Sonnenuntergang warten. Zum ‘Zeitvertreib’ hat sich ein Afroamerikaner lauthals schreiend von einem Polizisten verhaften lassen und es brauchte insgesamt 4 Streifenwagen, bis sie ihn eingepackt und weggefahren haben. Das ganze unter ständiger Handyfilmerei anderer Afroamerikaner. Die Beleuchtung entschädigt aber für das Warten.

Das Auto war nur einen Block weit entfernt geparkt und unser TomTom hat uns sicher zum Motel gebracht, wo wir die nächsten Tage geplant und gebucht haben.