Der zweite Tag bietet Pkwy pur:
Der Tag begann strahlend sonnig und warm. Wenn man es nicht gewußt hätte, nie wäre man auf die vorhergesagte Schlechtwetterfront gekommen. Nicht das geringste Anzeichen war zu erspähen. Gut so! Nach den ersten Meilen Pkwy kamen wir zum Bluegrass Musik Zentrum. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, denn beim letzten mal war dort schon zu. Und dieses mal hatten wir auch kein besonderes Glück, sie bauen dort groß um. So richtig mit schwerem Gerät und da vergeht einem der Gedanke an Musik (man kann seine Gedanken kaum selbst ‘hören’, so laut war es da). Wie friedlich stehen die beiden trotz des Lärms rum:

Also zurück auf den Pkwy und hoffen, daß ich beim nächsten Besuch mehr Erfolg haben werde. Nur wann wird das wieder sein? Nicht viel weiter die ‘berühmte’ Doppelbrücke:

Letztes mal habe ich am Pkwy gerade die Monarchfaltermigration gesehen. Natürlich habe ich auch dieses mal darauf gehofft. Leider war im Norden garnichts mit Faltern los. Wie sich zeigte sind dort aber auch die Bedingungen nicht ganz so gut. Schmetterlinge wollen auf dem langen Weg viel futtern. Und dazu brauchen sie Blumen. Auf die gelben, die weiter im Süden wie Unkraut wachsen, sind sie total scharf. In der folgenden Aussicht sieht man im Vordergrund jede Menge von den Blumen:

Die Falter waren auch schon da:

In der Gegend, wo heute der Pkwy verläuft, haben auch früher schon Leute gelebt. Da war es halt noch mitten im Nix und dort Leben war Abenteuer pur (damals nannten sie es wohl eher Überlebenskampf). Oder religiöses Einkehren, wie bei der Familie Brinegar. Sie lebten hier in einer Rinne am Hügel, lebten von ihrem mageren Anbau und den wenigen Tieren die sie hier hatten. Zusätzlich stellte Mr Brinegar Schuhe für andere her und Ms Brinegar sammelte Heilkräuter. So kamen sie in der kleinen Hütte über die Runden (man beachte den hübsch geschwungenen Vordachpfosten):

Auf dem wenigen halbwegs ebenen Teil über der Hütte bauten Sie Getreide und Gemüse für den Eigenbedarf an. Heute finden sich dort hübsche Blumen:

Weiter ging es über Berg und Tal:

Die Bäume wurden immer färbiger (warum auch immer mehr gegen Süden) und ein Oldtimer hat sich auf die Straße getraut:

Natürlich lebten in der Gegend auch reichere Leute. Mr. Moses H. Cone zum Beispiel, der (zugegebenermaßen später) hier ein sehr nettes Haus hingebaut hat. Die Anfahrtsstraße in Einbahnführung ist schon lauschig:

Das Haus ist imposant:

Vom Haus hat man eine wirklich hübsche Aussicht:

In den 50er Jahren hat er das Haus und den riesigen umgebenden Park an das NPS verschenkt, damit alle dort wandern und reiten können. Im Haus kann man heute Kunst kaufen. Musikinstrumente:


und Glaskunst z.B.:

Das Reitangebot wird auch offensichtlich angenommen:

Entlang des Pkwy gibt es mehrere Visitor Center. Manche sind nur für allgemeine Informationen, manche haben ein spezielles Thema. Ich habe das Visitor Center besucht, das sich den Edelsteinen der Gegend verschrieben hat. In einem kleinen Schauraum erfährt man, welche Edelsteine in der Gegend gefunden wurden/werden und welche eben nicht. Den findet man dort:

Im Vorgarten blüht es wieder wunderbar:

Nur ein paar Meilen weiter sind die Schmetterlinge wieder in rauen Mengen zu finden:

Beim Bau des Pkwy in den 30er Jahren wurde eine bauliche Meisterleistung hingelegt und nicht weil es technisch notwendig war, sondern um die Natur zu schützen: Das Lynn Cove Viaduct. Man hätte die Straße durch hübsche Felsen sprengen müssen und das wollten die Leute vom NPS nicht. Also baute man ein Betonviadukt mit Kurve. Damals eine unglaubliche Leistung. Überall findet man hübsche Fotos von dem Viadukt, nur leider haben sie alle Plätze, wo man so ein Foto machen kann mit Park- und Halteverbot belegt. Vom zugehörigen Visitor Center sieht man praktisch nichts, die Bäume sind inzwischen zu hoch gewachsen. Somit kann ich nur mit einem Bild vom Drüberfahren dienen:

Danach gibt es noch ein paar andere recht große Brücken:

Tunnel kommen auf dem Abschnitt auch wieder in Mode. Scheinbar durften sich dort die Bauingenieure austoben:

Man liest auch auf Hinweistafeln, daß in dem Abschnitt zum ersten mal Kurven mit sich ständig verändernden Radien gebaut wurden. Man mußte entsprechende Warnschilder aufstellen, denn damit hat damals keiner gerechnet. Die Schilder stehen auch heute noch dort. ![]()
Die nächste Nacht war schon ein wenig lauter, denn der Campingplatz liegt an der Straße zu Asheville, einer doch recht großen Stadt. Der idyllische Fluß durch den Campingplatz war ziemlich ausgetrocknet, der Sommer war ganz offensichtlich sehr trocken. Das sollte sich aber laut Wetterbericht bald ändern.