Der Tag begann strahlend sonnig ohne jegliche Wolke (eh klar, da wollte ich ja nicht an den Strand). Die Strecke des Tages führte über 4 Bundesstaaten (Florida – Alabama – Mississippi – Lousiana) und trotzdem über keine einzige Zeitzone. Das kann man wohl nur an dieser Stelle machen.
Die Strecke ging fast bis Mobile über normale Highways. Einmal ganz etwas anderes und sehr idyllisch. Es fand sich auch ein Farmers Market, wo wir uns mit diversem Obst und Gemüse eindecken konnten. Der nächste Stop war dann beim Battleship USS Alabama.
Dieses Monster von Kriegschiff aus dem zweiten Weltkrieg kann bis ins Detail besichtigt werden. Man zahlt dabei nur $2 für’s Parken (inkl. jede Menge Flugzeuge) und $10 für 2 Schiffe und einen ganzen Flugzeughangar. Das ist ok.
Das Kampfschiff wird in drei Touren besichtigt, wobei die Touren aneinander anschließen; also eigentlich ist es eine lange Tour mit 2 Ausstiegs/Einstiegsmöglichkeiten. Los ging es unter Deck. Man sieht dort, daß so ein Schiff im Prinzip selbst erhaltend sein muß. Also jedes Ding muß in den Werkstätten selbst repariert werden können. Dabei war der Platz nicht gerade berauschend groß:

Im Kampfeinsatz waren auf dem Schiff 2500 Personen (i.a. Mann). Obwohl das Schiff groß ist, wird es da sicher eng. So haben z.B. die Bettenlager ausgesehen. Wer das btw selbst erleben will, kann ein Overnight-Package buchen und selbst am Schiff übernachten:

Dementsprechend waren auch die Klos in entsprechender Anzahl verfügbar. Hier der Megadonnerbalken:

Es gab zwar eine große Messe, aber wenn das Schiff voll war, reichten auch die drei Schichten nicht. Da wurden Tische zwischen den Liegeplätzen aufgebaut:

Klar konnte man auch dieses Schiff von oben steuern. Nur während des Kampfeinsatzes war oben kein gemütlicher Platz. Daher gabe es mitten im Schiff unter Deck eine Steuereinheit (ganz ohne Sicht nach draußen):

Wenn wir weiter unten zu den Außenbildern kommen sieht man, daß das Schiff mit Kanonen überseht ist. Sieht wie ein Igel aus. Die Hauptangriffswaffen waren aber 3 Geschütztürme, die je 3 Kanonen mit dem dezenten Kaliber 16 Zoll hatten. Ein Projektil hatte die Masse von 2700lb und konnte bis zu 21mi zielsicher platziert werden. Beim Abschuß hat das ganz sicher kräftig wumm gemacht. Daher sind die 3 Geschütztürme Zylinder, die bis an den Kiel des Schiffes gehen. Im Originalzustand konnte man nur durch eine kleine Lucke im Kiel in das Geschütz einsteigen. Auf der USS Alabama haben sie weltweit zum ersten mal einen Zusatzeingang für Besichtiger gebaut, sodaß man da auch als normaler Mensch hinein kann:

Bei 2500 Personen werden schon rein statistisch einige krank. Im Kampfeinsatz sicher noch viel mehr. Daher verwundert es, wie wenig medizinische Vorkehrungen getroffen wurden. Es gibt zwar einen Operationssaal, aber das ist nicht viel mehr als ein kleiner Raum mit einem verstellbaren Tisch. Auch die Schiffsapotheke (für das ganze Schiff) sieht wenig beruhigend aus:

Das Kommunbikationszentrum sieht sehr mechanisch-technisch aus. Aber man darf das Datum der Verwendung nicht vergessen:

Der dritte Teil der Tour führt dann hinauf. 7 Stockwerke weit. Mann sind das viele Leitern/Treppen. So sieht es noch von recht weit unten aus:

Das nächste Bild zeigt die kleinen Geschütze seitlich. Beachtlich fand ich die Panzerung von geschätzten min. 10cm Stahl (und das waren nur die kleinen Geschütze):

Die anderen Aufbauten hatten z.T. einee Panzerung von 1ft Stahl und entsprechende Panzertüren. So sah es in einem der Geschütze aus:

Hier einer der Megageschütztürme von außen. Heute werden in dem Partyzelt darunter Feste gefeiert. Oder sie drehen Filme auf dem Schiff. Es gibt eine ganze Wand voll mit Postern von Filmen, die auf dem Schiff gedreht wurden. Mit bekannt davon ist nur einer: Alarmstufe Rot.

Ein Übersichtsfoto kann nie schaden. Im Vordergrund sieht man das Kampfschiff, in der Mitte den Flugzeughangar undd im Hintergrund das U-Boot, wohin ich damals gerade unterwegs war, wie ich das Foto gemacht habe:

Am Parkplatz finden sich sehr viele Panzer, Haubitzen, und Flugzeuge. Z.B. eine B-52 oder eine Blackbird SR71 wie im folgenden Bild:

Auch Minen finden sich als Demonstrationsobjekte. Im Kampfschiff sah man viele Dinge zum Thema Minen. Z.B. wurde ein eigener Degauß-Generator betrieben, damit sich das Stahlmonster nicht magnetisiert und so Minen auslöst. Oder Stahlbojen, die ein Stahlseil links und rechts vom Schiff gespannt haben, mit dem Minen ausgelöst werden sollten, bevor sie auf den Rumpf zutreiben. Hier so eine Mine:

Und schon bin ich beim U-Boot, der USS Drum angekommen. Seit einiger Zeit haben sie das gute Stück aus dem Wasser genommen, das Heck wird nun restauriert.

Das folgende Bild wurde im Fronttorpedoraum aufgenommen. Vier Torpedorohre hatte das U-Boot vorne und hinten (mit Torpedos bestückt) und pro Raum 6 Torpedos zum Nachladen. Nach 2×10 Schuß war damit Schluß. Die Torpedoschlachten aus den Filmen sind daher genauso realistsich, wie die stundenlangen Pistolenduelle ohne Nachladen.

Die berühmten Steuerräder für die verschiedenen Höhenruder gibt es wirklich:

So ein U-Boot des 2. Weltkrieges war sehr einfach aufgebaut. Vorne und hinten die Torpedoräume, ein paar Manschaftsräume (und die nur für die Offiziere, die Mannschaft schlief in ihren Stationen), der Steuerstand und der vordere und hintere Motorraum (mit je 2 Dieselmotoren, die an Stromgeneratoren hingen). Damit die überraschend große Besatzung von knapp 80 Mann (keine Ahnung wo die da hingepaßt haben und was die alles getan haben) nicht laut rumlatschte (was man hören konnte), war die Bordfußbekleidung irgendwie anders: Sandalen.

Die Geschichte der US-U-Boote war btw weniger rühmlich. Viele wurden gebaut und sind zu spät fertig geworden, viele U-Boote konnten nicht in den Krieg ziehen weil sie zu alt waren und nicht funktionierten. Und von denen die es geschafft haben, kamen 20% nicht zurück.
Der Weg zum Ausgang führte mich dann durch den Flugzeughangar. Alte und aktuelle Flugzeuge und Hubsschrauber sind dort zu sehen. Beginnen wir mit etwas altem:

Und hier etwas aktuelles:

Was geht jetzt dem geschätzten Leser noch ab? Klar, eine Außenansicht des Kampfschiffes. Die ist aber garnicht so leicht zu bekommen, denn vom Kai aus sieht man nicht viel. Trotzdem hier mein erster Versuch:

Und gleich noch einer:

Die Weiterfahrt nach Lafayette verlief problemlos und das nachmittägliche Gewitter in Lafayette haben wir auch verpaßt (die Straßen waren aber noch naß).
Am nächsten Tag wurde es dann scharf: Tabasco war angesagt.