Das McDonald-Observatorium in Texas mit seiner glänzenden, geodätischen Kuppel aus dreieckigen Metall- und Glaselementen thront auf einer sanften, dicht bewaldeten Hügelkette unter einem hellblauen Himmel mit leichten Wolken

Vom Big Bend NP über das Fort Davis NHS nach Van Horn

Der Tag begann wieder einmal tierisch: Man hörte das Galoppeln von Hufen und kruz darauf konnte man schon 5 Rehe sehen, wie sie über den Campingplatz rannten. Sie rannten nicht aus Angst, sondern weil sie übermütig waren. Sie spielten fangen. Einer hätte mich fast umgerannt, weil dieser kecke Bursche hinter ihm her war:
Ein Hirsch mit feinem Geweih steht aufmerksam im hohen, goldenen Gras vor einem dunklen Baumstamm, umgeben von dichtem Grün im schattigen Hintergrund Dann durften wir mühsam wieder alles ins Auto räumen, weil wir alles vorher ausräumen mußten. Das Stichwort heißt Bear-Country. Und damit es noch besser wird, auch noch Mountain Lion Country. Daher gab es wieder Metallboxen, in die alles Riechende zu tun war. Und heute mußte eben alles wieder ins Auto.
Gestern kam btw der Ranger zu mir und erzählte mir, daß auf dem Kurzweg neben dem Campingplatz 2x ein Bär gesichtet wurde. Ich könnte dorthin gehen und mit etwas Glück noch ein gutes Foto machen. Die Bären wären im Big Bend NP ohnehin ‚mild‘. Tja, mein Essen war mir wichtiger als die vage Hoffnung auf ein Bärenbild.
Die größte Gefahr für das Essen auf dem Campingplatz war laut Ranger ohnehin nicht ein Bär oder ein Berglöwe, sondern Susi. Susi ist ein Sticktier, das gelernt hat Zip-Verschlüsse zu öffnen. Es gab schon mehrere Vorfälle, wo Zelter mit einem Sticktier am Bauch aufgewacht sind, weil Freßbares im Zelt war. Angeblich hätte Susi aber noch nie einen Menschen gesprayed. Nur Vorgestern hat ein Hund etwas abbekommen, weil er ihr zu nahe kam.
Nach dem mühsamen Packen ging es jedenfalls in Richtung Westausgang, wo man diesen Canyon zu sehen bekommt:

Karge Wüstenlandschaft mit erodierten, ocker- und graufarbenen Tonhügeln im Vordergrund, spärlicher Vegetation auf sandigem Boden sowie einer weiten, gebirgigen Hügelkette unter einem klaren, tiefblauen Himmel im HintergrundHeute war Samstag und das Wochenende gehört den USAlern. Und was macht man an so einem Wochenende? Man hohlt seine Maschine aus der Garage. Und das taten heute wohl alle, denn so viele Motorräder habe ich noch nie auf so kurzer Strecke gesehen. Im folgenden Bild kurz vor dem Parkende sind es noch recht wenige:

Eine geschwungene Asphaltstraße mit weißem Fahrstreifenrand führt durch eine karge Wüstenlandschaft mit bräunlichen Steinformationen, spärlicher Vegetation und einem tiefblauen Himmel im Hintergrund Außerhalb des Parks wurden es dann immer mehr Motorräder und bei der Terlingua Ghosttown (http://www.historic-terlingua.com/), brummte und knatterte es unaufhörlich. Dort war auch die Lösung für das Phönomen: Eine Rally war am Gang und in der Ghosttown war Checkpoint 1. Im folgenden Bild eines der noch stehenden Häuser der Ghosttown:
Verlassenes, zweigeschoßiges Gebäude mit beige verputzten Wänden und holzverkleidetem Obergeschoß auf einem kahlen Hügel, davor trockene Sträucher, im Hintergrund ein wolkenloser, blauer Himmel Weiter ging es über den Texas Hwy 170 zum ehemaligen Set des Films Contrabando. Keine Ahnung um was es da gegangen ist, aber die Häuser stehen dort immer noch rum. Ich bin da im dichten Gras rumgelatscht und denke mir noch, daß ich eigentlich nicht so genau sehe, wo ich da rumlaufe. Nur wenige Meter weiter, es gab da gerade einen Trampelpfad, schlängelt sich flott eine nicht ganz so kleine Schlange in den nächsten Busch. Von da an möchte ich das hohe Gras nicht mehr so sehr:
Historische Adobe-Kirche mit kreuzgekröntem Glockengiebel und runden Steinquadern im Vordergrund vor einer kargen, rotbraunen Felslandschaft unter tiefblauem Himmel Der Hwy 170 folgt ca. 60mi dem Rio Grande. Man sieht also ständig Mexiko. Entgegen kamen mir immer noch unglaubliche Mengen an Motorrädern, die Straße ist aber auch wirklich besonders hübsch. Der Autor vom Reiseführer hat sie Hochschaubahn genannt und völlig falsch ist das nicht: Laut Schilder 15% rauf und wieder runter, immer wieder….
Weites Flusstal im Big-Bend-Nationalpark mit kargen, braun-roten Gesteinshängen, einer gewundenen Schotterstraße im Hang und dem grün gesäumten Rio Grande unter tiefblauem Himmel Direkt beim dem einzigen offiziellen Grenzübergang nach Mexiko in Presidio ging es nach Norden, wo ich kurz vor Marfia der Border-Control meinen Paß zeigen mußte, um zu garantieren, daß ich kein Mexikaner bin. Hätte ich gesagt ich bin US-Citizen, hätte er mich sicher ohne Ausweiskontrolle wie die anderen 2 Auto fahren lassen. Aber man ist ja ehrlich.
Marfia hat überraschenderweise ein paar nette Häuser. Das ist in der Gegend nicht selbstverständlich:

Das historische Gillespie County Courthouse in Fredericksburg, Texas, mit ockerfarbenem Ziegelmauerwerk, einer markanten zentralen Kuppel samt Statue und zwei flatternden Flaggen vor tiefblauem Himmel Mein nächstes Ziel war die Fort Davis NHS (http://www.nps.gov/foda/). Das Fort war eigentlich nie in Schlachten verwickelt und hat auch nie etwas Großartiges getan. Drum ist es auch noch recht gut erhalten. Im folgenden Bild sieht man die Häuser der Offiziere:
Fort Davis in Texas mit einer historischen Reihe einstöckiger Kasernengebäude aus braunem Ziegelmauerwerk vor einer steilen, grün bewaldeten Felsformation unter einem tiefblauen Himmel Einige alte Waffen wie diese Gettlinggun sind auch noch zu sehen:
Historisches Artilleriegeschütz auf hölzernen Speichenrädern in einem spärlich beleuchteten Raum mit Wänden aus Ziegelmauerwerk, im Hintergrund eine grüne Munitionskiste Die Fußsoldaten hatten es nicht ganz so komfortabel wie die Offiziere: Hallen mit Betten eben.
Historischer Mannschaftssaal mit Bettenreihen auf hellem Holzboden, einem schwarzen Ofen mit silbernem Rauchfang in der Mitte und Uniformen an den WändenDie Offiziere hatten eigene Häuser, wo sie mit ihren Familien lebten. Sie aßen die Speisen aus der eigenen Küche (jedes Haus hatte eine eigene Küche), die vom Sklaven zubereitet wurden. Wie einfach konnte das Leben doch sein. Hier das Eßzimmer des Befehlshabers:

Historisches Speisezimmer mit orangefarbenen Wänden, weißer Holzkaminverkleidung und gedecktem Esstisch samt dunklen Sesseln. Durch den breiten Gang führt der Blick in einen weiteren Raum, flankiert von senfgelben Vorhängen am Fenster Und das letzte Ziel auf meinem heutigen Tag: Das McDonald’s Observatory (http://mcdonaldobservatory.org/). Das soll angeblich den größten Teleskopspiegel der Erde haben. So genau weiß ich es jetzt auch nicht, denn ich kam ein wenig zu spät für die Führungen:
Das McDonald-Observatorium in Texas mit seiner glänzenden, geodätischen Kuppel aus dreieckigen Metall- und Glaselementen thront auf einer sanften, dicht bewaldeten Hügelkette unter einem hellblauen Himmel mit leichten Wolken Der Weg zum Campingplatz führte mich entlang der FM118, einer sehr lauschigen kleinen Straße (zumindest nach dem Observatorium). Ich kam mir vor wie auf den kleinen Straßen in Griechenland. Schön ist es dort auf jeden Fall.
Die Dörfer an der Interstate waren dann ein wenig überraschend: Kent bestand aus 1 Tankstelle und 2 Häusern, Plateau nur aus der Tankstelle. Ich war schon gespannt, wie groß Van Horn werden würde, aber das ist wirklich ein kleines Städtchen. Jedenfalls haben sie ein geniales Wettervorhersage-System (siehe Bild)
Holztafel der Van Horn, Texas KOA Weather Station im Freien mit gelbem Grund und humorvoller Wetteranleitung, rechts hängt ein einzelner Ziegel an einer Hanfvorrichtung, im Hintergrund grüne Bäume und blauer Himmel Kaum war das Zelt aufgestellt, hat sich dieser Jack Rabbit nur wenige Meter davon niedergelassen. Sieht klein und knuddelig aus, aber wenn er aufsteht, sind seine Beine so lang wie der ganze Körper!
Ein Feldhase mit graubraunem Fell und langen Löffeln kauert regungslos im hohen, von warmem Sonnenlicht beschienenen Gras einer trockenen Wiese
Morgen geht es weiter zum Guadalupe Mtn. NP und dann über El Paso nach Las Cruces. Die Namen klingen ja alle sehr USA-like. 🙂

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