Wie doch die Zeit vergeht: Heute am 8. Tag (also realistisch nach einer Woche, da der Übernahmetag ja kaum zählt) haben wir praktisch den Canal du Nivernais beendet. Es fehlen uns nur noch die letzten Meter und die Flußüberfahrt, aber ganz ruhig der Reihe nach.
Der Tag begann einmal mehr neblig, aber schon bald war die Sonne durch den Nebel als weiße Scheibe sichtbar.

Eine Stunde später war es sonnig und wir genossen den laut Wettervorhersage letzten schönen Tag vor dem nächsten 2-tägigen Schlechtwetter.

Da bergabschleusen nicht so wirklich schwierig ist, hat Astrid vorgeschlagen ich kann das Boot gerne alleine übernehmen, sie denkt am Vordach in der Sonne nach. Ging ganz gut, bis es einmal wieder Mittag war und wir überrascht waren, daß wir noch 5 Minuten vor 12 in die Schleuse durften. War aber eh ok, weil dahinter ist ein hübscher Liegeplatz für die Mittagspause. Aber nein, der Schleusenwärter teilte uns mit, er hat jetzt Mittagspause und wir können gerne in der Schleuse warten… Langsam ist die Frage geklärt, warum es immer weniger Tourismus am Boot gibt.
Nur so als Hintergrund zu dem Stress des armen Mannes: Wir waren das erste und letzte Boot in der Richtung, eine Schleuse vorher kam uns ein Boot entgegen.

Es wäre ja viel blöder gewesen uns da durchzuschleusen und wir hätten die Pause in dem Liegeplatz verbringen können.

Captain Princess hat dafür die Mittagspause nicht beendet und hat mich gelobt, wie gut ich doch das Boot alleine steuern und schleusen kann.

Das mit den französischen Weinbergen wird immer noch nix. Überall riesige Weiden mit Kühen, selten auch Schafe und Pferde. Schön haben es die Kühe hier.

Der Kanal geht hier mit deutlich weniger Schleusen durch deutlich flacheres Gebiet. Auch sehr schön zu fahren (und nicht genannte Personen werden weniger beim Nachdenken gestört).

Ein Campingplatz hat hier einheitliche Preise. Egal ob Camper oder Boot, eine Nacht kostet 8€ inkl. Tennisplatznutzung. Die Anfahrt ist nur ein wenig spannend, denn man sollte die Bojen angeblich sehr ernst nehmen. Wir wollten nicht anlegen aber fragten uns, wo denn der Kanal weitergeht; Schilder gibt es in dem Abschnitt garkeine mehr.

Wenn man es weiß, ist ganz rechts die Schleuse, die aber im Normalfall offen ist. So ein kleines Schild wäre nicht falsch gewesen. So konnte ich mit einigem Kurbeln die Ecke noch ohne Wandkontakt nehmen.

Auf der anderen Seite geht es noch einmal im rechten Winkel nach rechts und schon ist das Dorf zu ende.

Aus Astrid’s Ruheposition kann man auch Fotos schießen. Nur manchmal sind die Füße fürchterlich im Weg. ![]()

Die Schleusenwärterhäuschen sind an diesem Ende des Kanals sehr schön erhalten oder sogar neu renoviert. Sehr hübsch.

Das Tal wird immer offener und man sieht immer mehr Kühe.

Für das heitere Schiffergolf bauen sie hier sogar eigene Türmchen, damit es spannender zum Werfen wird. Astrid hat es aber aus dem Sitzen geschafft.

Cercy-la-Tour wurde uns vom fahrenden Schleusenwärter sehr ans Herz gelegt, denn da sollte an dem Abend ein Feuerwerk stattfinden. Ob wir uns das nicht ansehen wollten? Man darf aber deswegen nicht am Fluß anlegen, sondern muß vorher im Hafen bleiben. Da wir aber Stadt und Nacht im Hafen nicht wirklich wollen und Volksfeste jetzt auch kein COVID-Highlight sind, haben wir dankend abgelehnt. Daher mußte die extrem unfreundliche und langsame Schleusenwärterin scheinbar extra wegen uns zur Schleuse kommen. Wir sind wirklich sehr unsensibel.

Am Fluß haben sie das Feuerwerk immerhin schon aufgebaut.

Wir sind durch die zweite immer offene Schleuse wieder in den Kanal und haben die Abendsonne genossen.

Nach der Schleuse haben wir auf eine Weiterfahrt verzichtet, denn durch beide Dörfer wäre es sich nicht mehr ausgegangen und in einem Dorf wollten wir ja nicht liegen.

Mit guter Aussicht auf Pferde und Kühe auf der gegenüberliegenden Weide, haben wir die Sonne an unserem letzten Liegeplatz am Canal du Nivernais genossen. So könnte es ruhig weitergehen, aber der Wetterbericht sagt gaaaanz anderes voraus. Schon in der Nacht soll es zu Schütten beginnen.

Oder in Breitformat

Heute müssen wir uns noch entscheiden wo wir den Rest der Fahrt verbringen wollen, denn wir können den Canal Loire Lateral nach Norden nehmen (das wäre die längere Strecke hierher gewesen) oder wir fahren gleich nach Südosten in Richtung Canal Central.