Zu Mittag war es so weit, wir mußten Astrid’s Großmutter verlassen und es ging in die große Stadt Champaign zu ‘Onkel Frank’.
Dem Wetterbericht nach haben wir uns auf einen Nachmittag im Haus eingestellt. Aber schon der Morgen in Gifford überraschte: strahlend blauer Himmel!

Mach einem Plaudervormittag ging es zu Mittag die halbe Stunde in die große Stadt zu Frank. Auch da war das Wetter absolut ok. Kühl, aber ok. Und mit wenig Wind (in der Stadt gibt es genug Windabweiser) draußen erträglich.

Nach der ersten Plauderrunde und dem Verstauen der restlichen Sachen im Keller, hat uns die Sonne raus gelockt. Wir fuhren mit Frank zum Allerton Park. Wieder eine Geschichte eines reichen Mannes, der sich beschäftigen mußte.

Robert Allerton war der Sohn eines reichen Mannes, der viel Zeit und Geld hatte. Also studierte er in Europa Kunst. Zurück in den USA stellte sich heraus, daß Malen nun doch nicht seine Stärke war und er verbrannte alle seine Bilder. Dafür wollte er sich mit Farming etwas beschäftigen. Auch damit Papa der Geldgeber ruhiger wurde.

Das Farmhaus hat er nach britischen Vorbildern erbauen lassen. Um gesellschaftlich gut dazustehen, hat er sich mit einer Frau verlobt, die er in Europa kennengelernt hatte. Die lief ihm aber dort schnell weg.

Das lag vorwiegend daran, daß er nur Männer liebte. Er fand auch sehr bald einen jüngeren Mann, den er in der damaligen Zeit nicht als Freund oder gar Ehemann haben durfte. Daher hat er ihn kurzer Hand adoptiert. Sein Liebhaber konnte also immer bei ihm sein und konnte auch alles erben; er war ja der Sohn… Mit ihm gemeinsam statteten sie das Farmhaus mit Kunstwerken aller Art aus und ließen die verschiedenen Gärten rund um das Haus gestalten.

Hier kann man sich für Konzerte und Hochzeiten einmieten.

Aber zurück zu den Allertons. Irgendwann wurde es ihnen dort zu fad und sie zogen nach Hawaii. Dort wurde noch ein neues Haus gebaut, Geld spielte keine Rolle. Das alte Haus (dieses) wurde der Universität Illinois geschenkt. Kinder zum Vermachen waren ja nicht zu erwarten. Das Hawaii Haus gehört nun der Universität Hawaii und ist ein nationaler exotischer Garten, den man auch unbedingt gesehen haben sollte.
Von der anderen Seite des künstlichen Sees hat man einen wunderbaren Blick auf das Haus, das nur zu speziellen Anlässen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Wir sind mit dem Auto zur berühmtesten Figur, dem Sonnenanbeter, gefahren. Wären doch ein paar Meilen zu Fuß gewesen.

Zurück ging es mit einem Stopp bei Gorden’s (dort bekommt man Gewürze in Großpackungen) zu Frank, wo wir uns einen gemütlichen Schnitzelabend gemacht haben. Was für ein abwechslungsreicher und genialer Tag.