Weil es hier in Florida nach Isaias sommerlich warm ist, zieht es Astrid sehr zu Wasser und weniger in Zoos oder Gärten. Daher verbringen wir den Rest unseres Urlaubes so nah wie nur irgend möglich am Wasser. Auf den Florida Keys.
Sommerlich warm kann man sich wie 33°C mit hoher Luftfeuchtigkeit vorstellen, das bringt dann eine gefühlte Temperatur von 45°C. Da ist Astrid dann im Sterbemodus. Und daher hat sie den schnellsten Weg ans Meer gebucht. Wir sind also heute aufgestanden und quasi direkt auf die Keys gefahren. Mit ein paar Zwischenstopps.
Zunächst wie immer die Überraschung: Wo ist da die Großstadt? Antwort: links ganz weit weg. Daher fährt man auch auf dem Highway, damit man nicht in der Stadt steckt.

Unsere kurzen Besuchsziele sollten Fruit Stands und der Fruit and Spice Park sein. Den Fruit and Spice Park hatten wir schon öfter (2022, 2016, 2014, 2010, …) aber er ist immer wieder ein Erlebnis. Wir hatten dieses mal aber ein nur durchschnittliches Erlebnis, denn sie fangen zu sparen an. Die Grundidee ist, daß der Garten aus Obst- und Gewürzpflanzen besteht und man mit oder ohne Führung durchgeht und alles kosten darf. Nur, das hat sich jetzt geändert. Es liegt kein Obst mehr herum und auch auf der Tram-Tour gibt es keines. Man kann aber die neue Taste-Tour 2x am Tag um weitere $15 buchen. Dann gibt es Kostproben. Also den Preis damit verdoppelt.
Wer die Geschichte noch nicht aus den vielen Vorbesuchen kennt, hier die Kurzzusammenfassung:
Was heute wie ein tropisches Paradies wirkt, begann mit der Idee einer hartnäckigen Farmerstochter. Mary Heinlein war überzeugt, dass die fruchtbaren roten Böden der Redlands etwas Besonderes sind und einen eigenen Schaugarten verdienen. Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit entstand 1944 der Fruit & Spice Park. Aus ein paar Dutzend exotischen Pflanzen wurde eine Sammlung von über 500 Frucht-, Gewürz- und Nutzpflanzenarten aus aller Welt.
Also sind wir zu Fuß auf die Runde ohne Kostproben gegangen: Vom Wasserfall durch die Bananen zu den Kakteen.

Ich habe mit Astrid meistens das Problem, daß ich schneller als sie gehe. Das gleichen meine Fotostopps manchmal aus. Da Astrid heute aber sehr motiviert war zum Meer zu kommen, bin ich ihr hinterhergelaufen. Aber zugegeben, heute sind selbst die Vögel im Schatten gesessen.

Der Sausage Tree und die gefährlichen Kokosnußpalmen. So viele Warnschilder, daß die Kokosnüsse runterfallen können, habe ich noch nie gesehen. Da muß es was gegeben haben.

Iguanas, Eidechsen jeder Art und Co waren natürlich auch da. Es ist Südflorida.

Das Gelände ist rund um einen Teich angelegt worden, den sie auch gleich zum Be- und Entwässern nutzen. Dazu noch ein paar Schauteiche mit Blumen und Bambus dazwischen

Noch mal der Teich mit den Blumen.

Und damit war Astrid durch. Weil wir vorher nur einen kleinen Fruit Stand gefunden haben, der nicht viel hatte, hat Astrid im Fruit and Spice Park gefragt, wo denn ein ‘guter’ zu finden sei. Wir wurden auf den sehr bekannten Robert is here verwiesen (weil er zum Teil die Sachen von ihnen kauft). Der Name ist komisch für einen Fruit Stand?
Die Geschichte von Robert Is Here begann 1959 mit einem sechsjährigen Jungen und einem Haufen Gurken. Roberts Familie betrieb eine Farm in Homestead und setzte den kleinen Robert an einen Straßenstand, um die Ernte zu verkaufen. Das Problem: Niemand hielt an. Also malte sein Vater kurzerhand ein Schild auf einen alten Fensterladen: „Robert Is Here“. Plötzlich kamen die Kunden. Aus dem improvisierten Gurkenstand entwickelte sich über Jahrzehnte einer der bekanntesten Obststände Floridas. Heute verkauft die Familie exotische Früchte aus aller Welt, legendäre Milkshakes und betreibt eine kleine Farm-Attraktion, doch der Name erinnert noch immer an den Jungen, der 1959 am Straßenrand seine ersten Gurken verkaufen wollte.

Das Schild mit dem Purple Martin House ist ernst zu nehmen. Im Osten der USA brüten Purple Martins (Schwalben) heute fast ausschließlich in künstlichen Nisthäusern, die von Menschen aufgestellt werden. Früher nutzten sie Baumhöhlen, doch über viele Generationen haben sie sich an solche Vogelhäuser gewöhnt. Deshalb sieht man oft hohe Masten mit Dutzenden kleinen Einfluglöchern, die wie Mini-Apartmenthäuser für Vögel aussehen. Wenn man also als Schwalbe Standards hat.
Wir haben zwei Smoothies probiert (werden vor Ort frisch gemacht) und wir haben auch echt gutes Obst gekauft. Sicher nicht billig, aber es gab eine gute Auswahl. Und damit wir nicht verhungern, gab es Empanadas als Variation von Huhn, Rind, Käse und sonstigem.

Und schon ging es über die vielen Brücken auf die Keys. Am Curry Hammock SP (war auch unsere erste Nacht im RV) gibt es auch jede Menge Eidechsen.

Der Strand ist immer noch wunderschön, aber mit Seegras zugeschüttet.

Da wir baden wollten (der ganze Sinn und Zweck der Übung), sind wir zum nahen Sombrero Beach gefahren. Aber, welch Überraschung, die Parkplätze kosten etwas UND man darf dort nicht mit RVs parken. Ein Sherif saß gleich im Auto daneben zur Überwachung. Blöd gelaufen. Also weiter zum Coco Plum Beach. Da waren wir die einzigen. Und bald wußten wir warum: Noch mehr Seegras.

Also ohne baden zurück zum Statepark und den Sonnenuntergang genießen.

Nach der Dusche gab es neben den übriggebliebenen Empanadas Carambol von Robert is here.
