Die Flucht vor dem Regen – Big Bend NP Teil 1

Die Vorhersagen für die Gegend um Carlsbad waren fürchterlich: 10°C und Dauerregen, im Osten waren wieder schwere Unwetter angesagt. Am Tag zuvor hatten sie an mehreren Stellen in Texas Hagel in Baseballgröße. Und nun? Obwohl auch bei unserem Fluchtplan laut Wettervorhersage ein gewisses Risiko dabei war, sind wir senkrecht in den Süden an die mexikanische Grenze geflüchtet, in den Big Bend NP.

Die ganze Nacht hat es geregnet, in den Bergen hat es dauergeblitzt. Es war fast ein Wunder, daß es in der Früh zu regnen aufgehört hatte. Trotzdem war es kalt und der Himmel sehr dunkel. Nach längerem hin und her die Entscheidung: ab in den Süden.

Kaum auf der Straße, ging der Regen schon wieder los. Nicht Schüttregen, sondern irischer Nieselregen mit voller Wassermenge.

Wir kreuzten die I20: Keine Änderung. Wir kreuzten die I10: Keine Änderung. Langsam zweifelten wir an den versprochenen 75°F und nur 50% Wolkendecke. Noch 100mi in den Park. Die Wolken wurden zu tiefem Nebel. Jetzt sah man gleich garnichts mehr. Na bravo. Zu Nieseln hat es deswegen auch nicht aufgehört. 50mi vor dem Park hob sich die Nebeldecke, es hatte immer noch 55°F.

Kaum an der Parkgrenze zeigt sich ein blauer Fleck, die Temperatur stieg auf 60°F. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Temperatur erreichte 73°F in der Nähe der Sonne.

In strahlender Sonne nahmen wir die erste Seitenstraße in die Wüste. Die Schotterstraße ist für alle Fahrzeuge freigegeben. Unser langer Wagen hatte es nicht ganz so leicht. Auf der halben Strecke zweigt die 4WD Route ab. Ok, da schaffen wir sicher nicht die ersten yards ohne aufzusitzen.

Voll nett sehen die Wolken aus, die über die Bergkante rinnen. Wie weiße Watte.

Das Visitorcenter hatte schon zu, denn wir sind über die nächste Zeitgrenze gefahren und haben wieder eine Stunde verloren. Also entschieden wir uns zum tiefstgelegenen Campingplatz zu fahren, wir suchten die Wärme.

Tatsächlich kamen wir am Campingplatz an und es hatte um 18 Uhr 81°F. Es windete wieder gar sehr, aber mit der Temperatur konnten wir leben. Der riesige Campingplatz war fast leer, sodaß wir einen schönen schattigen Platz fanden. Das Auto als Windschutz.

Die Aussicht ist echt nicht schlecht.

Kurz nach dem Aufbau des Zeltes besuchten uns die ersten Tiere: Javalinas. Deshalb soll man auch alles Eßbare ins Auto oder in die bärensicheren Behälter räumen.

Ein Roadrunner kam bald nachher und hat sehr direkt gefragt, ob er etwas zum Essen haben kann.

Bis zum Bericht am Abend sah es so aus, als wäre das Fluchtexperiment geglückt.

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