Badlands NP und die Minuteman Missile NHS

Ein kleines Stück des hübschen Badlands NP war noch offen und die Minuteman Missile NHS war nicht weit; der Rest war eine längere Fahrt.

Vom Campingplatz waren es ja nur ein paar Meilen und zum ersten mal dufte ich meinen NP Paß herzeigen. Wenn man nämlich über die Schotterstraße kommt, fragt einen keiner danach. Ist das Absicht?

Die Strecke zur I90-Ost ist nur 9mi lang. Das Morgenlicht macht die Aufnahmen auch schwerer, aber ein paar mit Felsen sind sich noch ausgegangen. Beachtlich ist, daß die Abgründe nirgend gesperrt sind und man einfach da rumturnen darf. Nicht einmal Warnschilder sind dort zu finden. Typisch Nationalpark.

Die wenigen Aussichtspunkte sind aber sehenswert und ich konnte mich nur schwer von den Felsen trennen.

Das Visitor Center der Minuteman Missile NHS ist genau auf der Interstateauffahrt, wo man aus dem Badlands NP in Richtung Osten rauskommt. Warum es dort ist, weiß wohl nur ein gescheiter Kopf, denn die Raketensilos sind alle WOANDERS. Aber an den Anfang. Das NHS soll die Zeit des kalten Krieges ein wenig aufarbeiten. In South Dakota waren früher sehr viele Atomraketen stationiert. Heute sind die angeblich alle deaktiviert, die verbliebenen aktiven Silos sind ‘woanders’. Das NHS zeigt wie die Silos ausgesehen haben und wie das Leben mit und in ihnen war. So die Theorie. Denn der besichtigbare Silo kann nur per Führung betrachtet werden und pro Führung können gerade mal 6 Leute rein. Es gibt auch nur eine handvoll Führungen pro Tag, weil der zuständige Ranger scheinbar viele Pausen braucht. Ich hätte eine Führung in guten zwei Stunden bekommen, wollte aber darauf nicht so lange warten. Also bin ich nur zum 16mi entfernten zweiten Silo gefahren, den man auf eigene Faust besichtigen kann.

Erreichbar ist das ganze über eine kaum beschilderte Schotterstraße. Und voll toll gesichert.

Wenn man den Parkplatz überlebt hat (der ist nur aus ausgewaschenem Schotter mit Löchern so groß, daß man Autos verstecken kann) passiert man das Gate. Daneben steht ein Schild: Wenn das Gate mit einer Kette verschlossen ist, bitte einfach aufmachen und beim Weggehen wieder zuhängen. Die nehmen es dort sehr ernst.

Drinnen sieht man nicht viel. Die ganzen Außenaufbauten sind weg. Nur der Silo mit der Rakete (oder einer Attrappe???) sind von außen durch eine Panzerglasscheibe zu sehen.

Der Blick nach unten ist auch nicht umwerfend.

Es scheint also, als wollte niemand den Auftrag der Darstellung ernst nehmen. Da ist das Titan II Museum viel besser. Aber was soll’s, das ist gratis. Noch. Angeblich wollen sie mit 2016 die Führungen kostenpflichtig machen.

Die Interstate in der Gegend ist nicht nur sehr gerade auf den Landkarten eingezeichnet, sie ist auch gerade. Und das kann man ernst nehmen. Bis zu unserer Abzweigung (>200mi) kommt auch keine Stadt, die den Namen verdient. Da ist vorallem Einöde.

Wenn da einmal eine Kurve auftaucht, ist es schon eine Sensation. Da gehen sich die erlaubten 80mi/h gerade noch aus. Zwinkerndes Smiley

Zur Aufmunterung sind wir auf eine Raststation gefahren (die gibt es wenigstens ca. alle 50mi; davon träumt man in Texas), die ein Louis & Clarke Zentrum haben. Außer dem Boot, das auch draußen als Aussichtsplattform dient, sind es nur ein paar Tafeln…

Die Aussicht auf den aufgestauten Missouri River ist auch nicht schlecht. Man sollte nur nicht zur Plattform runterlatschen. Der Weg ist schön betoniert, endet aber in einem Wäldchen ohne Aussicht. Wußte mal wider keiner, daß Bäume wachsen.

Aber kein Gratiskaffee (mir eh wurscht) und kein Gratis-WLAN. Naja.

Mein lieber TomTom war wieder keine Hilfe beim Suchen eines Walmarts. Er fand keinen auf der Strecke. Der komische Garmin im Mietauto hat einen direkt an der Autobahnausfahrt gefunden. Hin navigieren konnte er natürlich nicht, dazu braucht es einen TomTom. Krankes Smiley

Am Campingplatz, den mein TomTom trotz kranker Gasseln problemlos fand, habe ich jetzt mal private POIs mit Walmart und Target runtergeladen. Mal sehen ob es damit besser wird.

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