Yellowstone NP verlassen und der Beartooth Highway

Auch der letzte Tag in Yellowstone war reich gefüllt mit Attraktionen, sodaß wir uns beeilen mußten noch rechtzeitig wegzukommen, damit sich der Beartooth Highway auch noch ausgeht.

Gleich in der Früh war die Sonne am Werken und es machte Spaß in den Park zu fahren. Den Spaß hatten leider auch viele andere, sodaß der Stau schon vor der Zahlstelle ziemlich heftig war. Auch die weitere Fahrt wurde zur Kollonenfahrt. Vor jedem Bison gab es natürlich den üblichen Stau, da alle sofort das arme Tier sehen müssen und dafür mitten auf der Straße stehenbleiben. Kennt jemand das Phänomen, wenn Japaner vor einem Denkmal posieren und sich fotographieren? Wenn das mit einer Gruppe ist, und immer einer der Gruppe an die Kamera geht, alle fotogaphiert und sich mit dem nächsten der Gruppe abwechselt? So ähnlich ist es hier: Der erste bleibt stehen, macht viele Fotos und fährt irgendwann weg. Dann macht der nächste Fotos, … das geht so lange, bis das Tier weggeht oder man endlich den Punkt des Tieres erreicht hat. Das macht Spaß wenn es ein paar wenige vor einem sind, aber wenn der Stau mal 1km erreicht hat…

Na egal, irgendwann habe ich auf dem Weg nach Mamoth Hot Springs doch auch diesen netten Wasserfall erreicht.

Was uns zur Parkplatzsuche á la USA kommen läßt. So ein Parkplatz ist lange und hat i.A. eine Einfahrt und eine Ausfahrt. Der typische Amerikaner kommt bei der Einfahrt rein, wartet in der Einfahrt stehend ob einer der ersten Plätze frei wird und schaut erst garnicht weiter, ob weiter hinten etwas frei ist. Derweilen stehen alle hinter ihm, weil man natürlich nicht an dem einen Deppen vorbei kommt. Man sieht sogar weiter hinten Leute wegfahren, aber was hilft es… Ich habe bei den Paint Pots jedenfalls schnell entschlossen einen Platz gefunden und bin den Kilometer reingegangen. Nur eigentlich war das einer der flauen Aussichten.

Da die Straße nach Mamoth total renoviert wird, darf man meilenlang auf Schotter fahren. Und da es EINE Einbahn ist, muß die Gegenspur bis zu einer halben Stunde warten. Was für ein Glück, daß ich beim Ankommen sofort dran kam. Aber eines war sicher, die Straße wollte ich nicht mehr zurückfahren.

Auf der Paßhöhe vor Mamoth, kann man nett in eine kleine Schlucht hinein schauen. Hübscher ist aber die Krähe, die dort bettelt.

Die Aussicht vom upper scenic drive ist leider seit dem letzten mal nicht besser geworden. Wo man sich Pamukkale erwartet, fehlt ziemlich das Wasser. Den Parkplatz für dieses Foto habe ich auch nur bekommen, weil Amerikaner nicht längs parken (parallel parking) können. Die Plätze bleiben da meistens frei. Cooles Smiley

Weitaus schöner sind die Ausblicke auf die einzelnen Felder vom Rest der Runde.

Beim Rausfahren von der Runde hatten wir einen echten Büffelstau. Es lag nicht an einem fotographierenden Autofahrer, sondern an einem sturen Büffel. Er kam die Einbahnstraße rauf und blieb vor dem Auto stehen. Er wartete minutenlang, daß das Auto verschwinden würde, aber das konnte ja auch nicht aus. Erst nachdem es lange nach Kräftemessen ausgesehen hat, trottete der Bulle an uns vorbei.

Die untere Aussicht ist auch nett, aber nicht wesentlich anders…

Der Weg zurück war ja durch die Baustelle versperrt. Also weiter nach Osten und von dort in den Süden zum lower Yellowstone fall. Dazwischen gibt es wieder einen Paß. Und was können die Leute in den USA noch nicht beim Autofahren: Mit Kurven und Bergen umgehen. Sie fahren ur langsam (noch viel langsamer als die NP Grenzwerte von 45mi/h) oder sie fahren mitten auf der Straße, um dem Abgrund nicht so nahe zu sein. Ich bin einem Irren nachgegurkt, habe endlich eine Chance auf Überholen, da fährt er in die Straßenmitte, weil es rechts ein bißl runterging. Man, die Hupe vom Passat ist garnicht so schlecht. Habe ich doch was Gutes an dem Auto gefunden.

Jedenfalls, man kommt zum Beruhigen auch an kleineren Wasserfällen vorbei.

Die Fahrt zum lower Yellowstone Fall zahlt sich aber auf jeden Fall aus. Trotz Irrer auf den Straßen, trotz Spaß beim Parken. Die Aussicht macht alles wett.

Touristen sind btw auch selbstmörderisch veranlagt. Man kann, wenn man zu viel Energie hat, runter zu einer Aussichtsplattform gehen. Das ist echt steil und man hat einiges zu tun. Sah ich ein Paar: Sie mit Megaplateauschuhen, er mit Flipflops. Bravo. Dort mag ich nicht Rettung sein und solche Deppen den Berg wieder raufschleppen.

Nach dem Kick mußte ich noch einmal den Paß nach Norden meistern (ohne Leute von der Straße zu sprengen).

Die Nordostausfahrt ist nicht spektakulär. Ganz im Gegenteil, ein breites Tal mit viel Wiese. Offenbar mögen das die Büffel, die dieses Jahr in extrem großer Anzahl zu sehen waren.

Nach dem Ausgang schlängelt sich die Straße nett aber unauffällig durch die Gegend. Man fragt sich schon, wo das Spezielle der angeblich schönsten Aussichtsstraße der USA denn ist.

Man kommt an einigen Zwischenhöhen wenigstens an schönen gelben Aspen vorbei.

Nach der Abzweigung nach Cody geht es aber mit der Strecke erst so richtig los. Serpentinen und viele Seen machen die Strecke echt unvergesslich. Es geht dabei auch auf 3350m rauf!

Die Paßhöhe ist nicht besonders ausgeprägt, selbst ein Schild fehlt. Beim Runterfahren gibt es eine nette Raststation. Die Sicht war wegen des flachen Lichtes entgegen nicht besonders (wohl für den Vormittag gedacht), aber die Streifenhörnchen waren aufdringlich und süß!

Die restlichen Meilen bis nach Billings waren vorwiegend lange, gerade und leicht bergab, aber man darf in Montana wenigstens 70 auf Highways fahren.

Nach dem Zeltaufbau wollten wir noch schnell zu einem Walmart fahren. Schnell den TomTom gefragt und es sollten nur 2 Meilen sein. Dort angekommen findet sich aber nur ein Sam’s Club. Nix Walmart. Also das integrierte Garmin Ding gefragt. Der spuckt eine Adresse aus, aber meint beim Routen: Folgen sie doch der rosa markierten Route. Zu sehen war ein rosa Strich auf einer schwarzen Fläche. Das war der ganze Anhaltspunkt. Also Adresse in TomTom eingetippt und Walmart gefunden.

Drum merke: Die POIs von TomTom sind ziemlich alt und unbrauchbar, aber navigieren kann er.

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