Viele Dinge müssen hier in den USA beschafft werden, bevor man auf eine lange Reise gehen kann. Daher haben wir diesen Tag zum Shoppingtag ernannt. Man muß zum Target, zum fry’s, nochmal zum Food4Less, und und und. Das ist sogar echt anstrengend. Nur anstrengend sollte es nicht sein, denn die Nacht war noch lange: Mein Freund hat mich auf einen Fototrip durch Downtown bei Nacht mitgenommen.
Paul’s Foto ist nicht nur ein ambitioniertes Fotogeschäft, sie bieten auch Fotoausflüge in die nähere (Downtown) und weitere (Yosemite, Joshua Tree, …) und sehr weite (Alaska, Japan, Afrika, ..) Umgebung an. Wir waren auf einer der lokalen Touren, die aber aber angeblich schon berühmt sind. Mit dem Bus ging es nach Downtown LA und dort konnte man sich einer von drei Gruppen anschließen, die sich länger mit einem Thema beschäftigen und dann zum Rundgang aufbrechen. Mein Freund und ich haben sich der Brunnen-Gruppe angeschlossen.
Beim Brunnen war die Sonne noch am Horizont zu bemerken, in der anderen Richtung sind noch ein paar Wolken herumgezogen.

Mein Freund hat sich mit seiner doch sehr teuren Ausrüstung auch den Stiegen mit dem Sonnenuntergang zugewandt. Jetzt weiß ich wieder, warum ich meine günstige Bridgekamera habe und nicht einen sauteuren Klotz.

Der Brunnen strahlt sonst deutlich höher, aber da es – wie schon seit Jahren – eine Dürre gibt, wird zum Wassersparen nur mit deutlich verringerter Kraft mit dem Wasser herumgeschossen. Der Turm im Hintergrund ist btw. die City Hall.

Die Farbbeleuchtung des Brunnens wechselt ständig, sodaß man immer völlig andere Eindrücke hat.

Das mir geliehene Stativ war des Namens kaum würdig: es klapperte und die Schraubverschlüsse waren mühsam zu bedienen. Mit viel innerer Ruhe konnte man aber auch ein wenig in den Telebereich gehen.

An dem Punkt habe ich auch mein Weihnachtsgeschenk wieder in die Hosentasche gesteckt, denn der Fernauslöser tut bei weitem nicht das, was er verspricht. Man tut sich mit dem 2-Sekunden-Selbstauslöser viel einfacher, als mit der Fernbedienung. Das Ding ist leider kein so großer Erfolg wie ich mir gewünscht hatte. Sehr schade. Dabei las sich die Beschreibung echt super. Weiter ging es an das unterste Level des Brunnens, wo man sich bei Starbucks laben kann.

Von dort hat man auch einen ungetrübten Blick auf die City Hall.

Die Wasserfläche des untersten Brunnenlevels ist fake. Es ist schon Wasser da, aber nur einen halben Zentimeter tief. Man kann daher überall im Brunnen herumgehen.

Die weißen Kacheln rund um die Scheinwerfer sehen wir kleine Mauern aus. Sind sie aber nicht.

Mit der Zeit haben sich dann alle Fotobegeisterten am unteren Level gesammelt.

Ich bin aus der Menge ausgebrochen und habe mich ein paar anderen Details gewidmet.

Dann war es aber echt genug mit dem Brunnen und wir sind wieder rauf zu den Gebäuden gegangen. Die Disney Concert Hall war dran. Das Gebäude ist spannend, weil es keine einzige gerade Linie erkennen läßt.

Vor der Hall stand ein blinkendes Polizeiauto, das mit seinen Lichtern erst den richtigen Pepp auf die Fassade geworfen hat.

Die City Hall und andere Hochhäuser waren auch von der Straße gut zu sehen.

Hinter der Concert Hall kann man hinaufgehen und in einem kleinen Park weitere Ausblicke auf die erleuchtete Innenstadt werfen.

Die beiden Stunden sind dort wie im Flug vergangen und wir sind mit dem Bus zu den Brücken gefahren. Von dort galt es auf zwei Brücken verschiedenste Blickwinkel des Freeways einzufangen. Überraschenderweise ist die gleiche Polizistin dort aufgetaucht und hat uns mit dem Auto und ihren Blicklichtern vor anderen Autos geschützt. War irgendwie cool, eine persönliche Bewachung zu haben.

Wie uns erst am Heimweg mitgeteilt wurde, ist eine Fototeilnehmerin mit einem Typen verheiratet, der früher Cop war. Der hat seinen Kumpel angerufen und gefragt, ob man nicht ein Auge auf seine Frau werfen könnte. Und da der Kumpel die Streifen einteilt, haben wir eine nette Polizistin als persönliche Wächterin bekommen. Was will man mehr?

Die Stunde bei den Brücken war ganz schön eng bemessen. Ein Foto dauert ziemlich lange (30s, F11 + Speicher- und Rechenzeit) und man muß schon rumprobieren, bis es paßt. Und das an mehreren Stellen.

Um sich von den Strapazen der Nacht erholen zu können, ging es per Bus zu The Pantry, eines der ältesten Lokale in Downtown. Speziell ist dort, daß man 24/7 Frühstück bekommt, Steaks sind nebenbei auch zu haben. Wir haben uns dort Apple Pie Alamo gegönnt: Apfelkuchen mit Vanilleeis. Nicht ganz billig, aber doch recht gut. Die Heimfahrt dauerte nach der Stärkung schon noch ein Weilchen, sodaß wir erst gegen Halb Eins zuhause waren. Was für ein genialer Tag.