Yosemite NP, Teil 3 + Mono Lake

Die Nacht war bitterkalt, aber mit einem Daunenschlafsack und einem Trainingsanzug konnte ich es sogar überleben. In der Früh hat die Sonne vom strahlend blauen Himmel geschienen und das half wesentlich beim Auftauen. Zu tun gab es genug, denn wir mußten das halbe Auto wieder einräumen; über Nacht muß ja laut Gesetz alles mit Geruch in einem bärensicheren Container verwahrt werden. Nach einem Frühstück in der Sonne ging es ein kurzes Stück durch den Yosemite NP und dann über den Mono Lake nach Ely. Das war dann wieder eine lange Fahrt:


Größere Kartenansicht

Kaum vom Campingplatz auf die Straße gebogen, schon waren wir am Tioga Paß. Da ist die Luft dünn und kalt, die Wiesen dementsprechend karg; der Schnee auf den Bergen rings um ist auch nicht mehr so viel höher:

Der See ist glasklar und noch garnicht gefroren. Smiley

Kaum aus dem NP draußen (und sich immer noch wundernd, warum es beim Eingang mitten in der Woche sogar einen langen Stau geben kann) kommt man zu zwei weiteren Seen. Die sind hübsch, aber ich bezweifle, daß man da auch nur einen Finger reinstecken kann:

Von da an geht es steil bergab, ein Bach folgt der Straße mit ein paar Wasserfällen:

Am Ende der Straße kommt man zu einer ziemlich belebten Raststation mit Tankstelle. Dort mußte ich leider tanken, denn der Weg nach Ely ist einsam und tankstellenlos. So durfte ich einen Dollar mehr als noch beim letzten mal pro Gallone zahlen. Aber besser mehr zahlen, als mit leerem Tank im Nichts stehen. Damit die Leute dort nicht völlig verarmen, haben wir auch noch zwei Eis gekauft und bei der zugegebenermaßen hübschen Eßwiese verzehrt. Vom Aussichtspunkt (auch bei der Raststation) hat man noch einen hübschen Blick zurück zum Yosemite NP:

Nur ein paar Meilen weiter kommt man zu den South Tuffas des Mono Lakes. Ist im Prinzip gar nicht so einfach zu finden, liegt aber zum Glück an der Straße nach Ely. Die kurze Schotterstraße kennzeichnet jedes Auto nachhaltig, dafür hätten sie gerne $3 pro Nase Eintritt (oder einen NP Jahrespaß). Der kurze Rundgang lohnt sich auf jeden Fall, wer mehr Zeit hat, kann gleich daneben baden gehen. Da der Mono Lake 2.5x salziger als Meerwasser ist, soll es ein dem roten Meer ähnliches Badevergnügen sein.

Vom Rundweg hat man auch viele hübsche Aussichten auf die umliegenden Berge:

Hauptattraktion sind aber die Tuffas. Der Mono Lake war einmal viel größer (bevor so ziemlich alles Wasser bis nach Los Angeles umgeleitet wurde). Aus kleinen Quellen stieg Wasser auf. So kam es zu Ablagerungen, die heute aus dem Wasser herausragen oder ganz im Trockenen stehen:

 

Besonders hübsch soll das ganz ja im Abendlicht sein, nur am Abend sollte ich schon in Ely sein. Also mußte ich mit der Mittagssonne vorlieb nehmen. Ganz so hässlich ist es aber auch zu Mittag nicht. Der Name Mono kommt übrigens aus dem Indianischen und bezeichnet eine Fliege, die in dem extrem alkalischen Wasser lebt. Die Indianer haben die Larven der Fliege gesammelt und als Hauptnahrung ‘genossen’. Na da wollte ich lieber nicht zum Essen eingeladen werden:

Nach dem Vergnügen kam die Pflicht: Einige Meilen durch eher einsames und eintöniges Gebiet mußten geschafft werden. Wobei so eintönig ist es nun auch wieder nicht, das wirklich Eintönige kam dann am nächsten Tag:

Nicht vergessen, es ist hügelig, man sieht Berge und die Straße ist leicht gebogen. Ich werde am nächsten Tag den Beweis des wirklich Faden erbringen.

Eine Fahrstunde vor Ely haben wir Rast auf einem ungewöhnlichen Rastplatz gemacht: Mitten in der Wüste grünes Gras! Dort darf man auch übernachten, da gibt es aber eigene Nachtstellplätze. Sie raten von einem Übernachten auf der Wiese ab, denn – so versprechen sie – man wird früh munter werden, und vorallem naß! Denn ohne Wasser wird es nicht so grün:

Der Campingplatz in Ely ist wirklich hübsch; leider wird es auch da ziemlich kühl in der Nacht, denn Ely liegt auf knappen 2000m Höhe.

Am nächsten Tag ging es nach einem Kurzbesuch im Great Basin NP durch viel Nichts nach Utah.

Kommentar hinterlassen