Das Zelt stand leider gleich in der Früh in der Sonne. D.h. das Aufstehen wird einem ‘erleichtert’. Da auch das Frühstück wegen des bereits erwähnten Wespenproblems verschoben werden mußte, waren wir trotz des eher kurzen Fahrtages sehr früh auf der Straße:
Ein paar Meter nach unserem gestrigen Frühstücksplatz kamen wir heute zu einem 5* Frühstück: Direkt am Fluß in der Sonne konnten wir unser gestern gekauftes Sandwich mit Schinken, Käse und Roastbeef verzehren. Dazu quasi frisch gepreßter Orangensaft. Herz was willst du mehr. Frisch gestärkt habe ich mich die wenigen Meter zum Wasser runtergekämpft und erstaunt festgestellt, wieviele Fische dort zwischen den Steinen rumschwimmen:

Die Vormittagssonne spielte sich wunderschön im glasklaren Wasser:

Der Fluß ist auch zu idyllisch:

Was gestern der Half Dome war, ist heute der El Capitain. Wenn man über Mittag im Tal steht, ist der Berg echt dominant. Da kommt man nicht daran vorbei viele, sehr viele Fotos zu schießen:

Das Wetter war auch heute sehr gnädig, es war sogar noch etwas wärmer als gestern. Der Himmel strahlt daher von jedem Bild. Die Felswände und Wiesen bilden einen wunderbaren Kontrast:

Auf einer der Wiesen spielt es sich trotz des ungebrochenen Touristenstroms gar ärger ab. Zunächst trabt ein Rehbock zu mir und schlägt eine Futterübergabe vor (die ich lieber abgelehnt habe, denn Füttern in einem NP ist echt teuer: $5000 Höchststrafe):

Da fällt mir ein, ich habe den gestrigen Bären verschwiegen, der ein Auto vor mir unbedingt über die Straße laufen mußte. Davon habe ich leider kein Foto. Aber zurück zur Wiese. Mitten in der prüden USA auf besagter Wiese, gibt es Live-Sex. Auf jedem Blatt sitzen diese schillernd blauen Käfer und treiben es wild:

Das kann aber auch voll gefährlich sein, denn im Gras daneben lauert schon eine Fangheuschrecke:

Also gleich zurück zu etwas Unverfänglichem, zum El Capitain:

Alle die kein Auto ihr eigen nennen oder nur wenig Zeit haben, können eine Rundfahrt mit einem seltsamen Gefährt machen. Man sitzt dabei auf dem Aufleger eines Sattelschleppers und erfährt alles von einem Ranger, der auf der Kupplung sitzt. Leider habe ich kein besseres Foto, aber das will ich Euch nicht vorenthalten:

Zum Abschied vom Yosemite Tal kann ich noch einen kleinen aber hohen Wasserfall bieten:

Dann glaubte ich den Menschenmassen entfliehen zu können, indem ich in Richtung Tioga Pass fuhr. Noch ein schneller Blick zurück ins Tal:

So ganz hat meine Theorie nicht hingehauen, denn auch auf der Straße war ich nicht alleine. Nein, da wollten scheinbar alle Miet-RVs hin und die kurvten statt der erlaubten 45mi/h mit 30 dahin. Die Schlange war lange und ich habe mir halt ein paar Stopps mehr reingezogen. Die Miet-RVs wurden btw. ganz sicher von Europäern gesteuert (böse Zungen schieben es wieder auf Deutsche), denn obwohl langsame Fahrzeuge die Turnouts verwenden müssen, sind alle RVs daran vorbeigefahren als wären sie nicht da. Ich habe es aber trotzdem bis zum Olmsted Point geschafft. Von dort sieht man die Kehrseite des Half Domes (ganz ohne kann ich den Bericht nicht schreiben
).

Und was sieht man wenn man genau hinsieht? Auch dort ist man nicht alleine. Die Route auf den Gipfel geht etwas oberhalb meiner roten Linie. Und da stehen sie Schlange!

Sonst sieht man am Olmstead Point noch viele interessante Steinformationen und Bäume, die einfach so in den Steinen wachsen:

Die Tioga Straße ist nett, aber sicher keine Hochgebirgsstrecke:

Kurz vor dem heutigen Tagesziel liegt der Tenaya Lake. Ein recht großer See, an dem es sich zum Teil wie in Rimini abspielt (obwohl das Wasser ziemlich frisch ist!):

In Tualumne Meadows war noch genug Platz für mein Zelt. Wir haben daher das Zelt aufgebaut, Abendessen gemacht (auch wenn es erst 17 Uhr war), denn hier wird es wirklich dunkel. Und wer sucht schon gerne seine Sachen im Dunkeln mit einer Taschenlampe? Mal sehen ob ich die Nacht ohne Erfrierungen überstehe, den 33°C im Tal folgt heute eine vorhergesagte Frostnacht (wir sind ja auf deutlich über 2000m Höhe).