Yosemite NP, Teil 1

Es ward Montag und ich dachte, ich würde fast alleine im Yosemite NP sein. Aber wie so oft, denken ist Glücksache. Jedenfalls war die heutige Route recht einfach und konnte im Prinzip ganz ohne Navi gefahren werden: Rein in den NP, rauf auf den Glacier Point, runter ins Tal und über Mariposa zurück zu meinem Campingplatz:


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Also das ganze im Detail: Gleich in der Früh – und ich bin bekanntlich kein Frühmensch – hüpft dieser Specht bei meinem Zelt gegenüber auf der Wiese rum. Keine Ahnung wie man so viel Energie in der Früh haben kann:

Das Frühstück mußte leider ausfallen, denn auf dem Campingplatz gibt es eine Wespenplage. Und die kann man sich kaum vorstellen. Gestern hatten wir Huhn aus dem Supermarkt. Kaum hatte das Huhn die frische Luft gesehen, waren die ersten Wespen da. Und kaum eine weitere Minute vergangen, da waren es sicher 100 von denen. So kann man ein Frühstück vergessen. Also ohne Frühstück gleich losgefahren und am ersten Picknickplatz im NP gefrühstückt. Das war ok. Gleich neben dem Picknickplatz befindet sich ein Reiterzentrum und eine Ausstellung historischer Kutschen:

Auch eine überdachte Brücke ist dort zu bewundern:

Gestärkt und voller Tatendrang ging es tiefer in den NP hinein und dann gleich rauf auf den Glacier Point. Auf dem weg dorthin der erste Zwischenstopp mit Panoramablick:

So ein Wetter ist leicht zu ‘ertragen’. Auf dem Heimweg am Nachmittag haben wir ganz haarscharf an den 100°F gekratzt (98 waren es), bei Sonnenuntergang hatte es immer noch 87°F. Es wäre zu unverschämt das für den ganzen Urlaub zu wünschen, aber wünschen darf man doch (auch wenn ich weiß, daß fast die ganze USA unter einem noch nie dagewesenen Kälteeinbruch leidet, der meine weitere Urlaubsplanung nachhaltig beeinflussen wird).

Noch nicht ganz am Ende der Straße, beim Washburn Point, erhascht man den ersten Blick auf den Half Dome; rechts der doppelte Wasserfall ist auch ein beliebtes Wanderziel:

Wenn man ein wenig ranzoomt sieht man sogar die Leute rumstehen:

Man glaubt garnicht wieviele verschiedene Blickwinkel man vom Half Dome haben kann. Und jeder muß natürlich fotographiert werden. Wenn sich also hier die Fotos vom Half Dome türmen, seht es mir nach, es sind ohnehin nur ganz wenige im Vergleich zu den gemachten. Smiley

Nach ein paar weiteren Minuten Fahrt kommt man zum Glacier Point. Der ‘Witz’ an dem Punkt ist, daß man auf das Yosemite Tal hinunter sehen kann. Man kann auch am 4mi Trail (der heißt so) runter ins Tal wandern, nicht weit aber tief! Aber beginnen wir den Reigen der Fotos mit – man glaubt es kaum – dem Half Dome:

Klar gibt es auch Wasserfälle, die wie das Tal heißen: die upper und lower Yosemite Falls. Kann man von unten sehen oder aber ganz hervorragend vom Glacier Point:

Nun zur ganzen Pracht, der Blick über das Tal. Von hier oben sieht es super friedlich aus, aber wie ich gleich danach bemerken mußte, unten ist die Hölle los. Kein einziger Campingplatz hat auch nur einen einzigen Platz frei, überall wuseln Leute, es ist wie in der SCS im Weihnachtsgeschäft. Das sieht und hört man alles hier oben nicht. So friedlich.

Ich bin trotz der Ahnungen viele Leute zu sehen runtergefahren. Vom Tunnel Point aus hat man einen hervorragenden Blick auf El Capitan:

Kaum im Tal angekommen sollte man sich auf die kleine Stichstraße zum Bridalveil Fall werfen. Die Parkplatzsuche kann zur Qual werden, ich hatte aber Glück (ich mag mir nicht ausmalen, wie es am Wochenende war). Nach ein paar wenigen Metern auf einem Weg kommt man ziemlich in die Nähe des Falles. Unten kommt kaum mehr Wasser an, mehr Nebel, der sich wieder zu Wasser zusammenfindet. Trotzdem ist es dieses Jahr sehr naß, ich hatte schon Besuche, da kam unten garkein Wasser mehr an.

Die Touristen sind btw. wirklich dümmer als erlaubt. Man liest ja immer wieder, daß es Leute über Wasserfälle schwemmt und sie das nicht aushalten. Aber was soll man machen? Bei dem Fall steht ein riesiges Schild, daß man nicht die restlichen 50m oder so zum Wasser gehen soll, weil die Steine glitischig sind, egal ob sie naß oder trocken sind. Sie schreiben auch von vielen schweren Verletzungen und Todesfällen. Trotzdem turnen die Leute z.T. mit Flipflops nach hinten…

Ich bin von dort zum Zentrum gefahren, wollte dort einen Campingplatz für den nächsten Tag reservieren und bin gescheitert (sie reservieren nur 50%, der Rest ist first-come-first-serve). Also trollte ich mich wieder und habe zur Abwechslung die Straße nach Mariposa genommen (auf der bin ich noch nie gefahren). Die Strecke zurück zur 41er ist nichts für Radfahrer: ewig rauf und ewig runter und …. das geht so 24mi lang. Das könnten die längsten 24mi eines Radfahrerlebens werden:

Aufgrund der Wespenplage habe ich auf dem Heimweg einen Stopp bei Taco Bell eingelegt und kam bei besagten 87°F auf dem Campingplatz an.

Morgen gibt es Teil zwei des NPs und ich werde ja sehen, ob ich am oberen Campingplatz noch einen Platz bekomme. Der Ranger meinte ja, ab 8 Uhr früh wäre es ziemlich gut. Klar, da stehe ich aber erst 23mi  südlich des Parkeinganges auf… Wenn das oben nichts wird, nehme ich halt einen außerhalb des Parks beim Monolake. Da es auf all’ diesen Plätzen kein Internet gibt, müßt ihr Euch noch ein wenig gedulden, bis der nächste Bericht kommt.

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