Fort Mantanza, Beach & St. Augustine

Zunächst führte mich mein Weg wieder ein wenig in den Norden. Dort haben die Spanier St. Augustine gehalten und natürlich versucht, diese Stadt so gut wie möglich zu verteidigen. Die ganze Küste hat eine lange und dünne vorgelagerte Insel. Dahinter führt der Intercostal Waterway entlang. Verschiedene Verbindungen des Waterways zum Meer waren natürlich strategisch sehr bedeutsam. St. Augustine hat einen eigenen Meereszugang direkt bei der Stadt. Dieser Eingang war durch das St. Marco Fort abgesichert. Um aber im Notfall einen zweiten Versorgungsweg zu haben, wurde auch der südlich gelegene Eingang mit einem kleinen Fort abgesichert. Es brauchte auch nicht groß sein, da nur kleine Schiffe dort passieren konnten ohne Aufzulaufen. Nach langer Vorgeschichte, hier das Fort:

Dieses Fort ist ein NM und hat eine Besonderheit: Es kann GRATIS besichtigt werden, selbst die Fähre dorthin ist gratis. Der einzige Ranger muß dort in spanischer Soldatenuniform rumlaufen:

Die historische Flagge ziert noch heute das Fort:

Früher war der Einlaß nur 1/2 Meile entfernt, heute ist es doch mehr. Trotzdem ist der Rundblick vom Dach des Forts nicht schlecht. Die Kanonen des Forts konnten jedes Schiff problemlos erreichen und stoppen. Trotzdem hat das Fort in seiner ganzen Bestandsgeschichte nur einen einzigen Schuß als Warnung abgefeuert. Die 7 dort stationierten Soldaten hattten ein recht gemütlichhes Leben. Aus den Logbüchern weiß man, daß kein Soldat auf dem Fort verletzt wurde, nur einige Arm- und Beinbrüche aus Selbstverschulden sind aufgezeichnet:

Heute gibt es an manchen Samstagen immer noch pro Führung einen echten Kanonenschuß. Ich habe das leider gerade verpaßt:

Groß ist das Fort wirklich nicht, aber es war sichtlich groß genug. Der Ranger hat es mit einem Polizeiauto an einer Interstate verglichen: Alleine die Anwesenheit genügt oft schon.

Auf der Festlandseite kann man noch einen netten Boardwalk durch die Küstenvegetation nehmen. Insektenspray nicht vergessen!

Pelikane sind in der Gegend häufig zu sehen. So einfach in freier Wildbahn:

Und natürlich wieder Eidechsen an jedem Pfosten:

Der Strand ist auch gleich Teil des NMs und darf daher nicht bebaut werden. Trotzdem darf man – wie in der Gegend üblich – mit dem Auto auf den Strand fahren. Nur kostet das nicht $5 pro Auto wie in Daytona Beach, es ist gratis (und sehr verlockend):

Und weil es verlockend war, hab ich’s doch auch gleich ausprobiert. Es gibt zwar eine Tafel, daß es nur für 4WD recommended ist, aber verboten ist dort nix. Also bin ich mit meinem Straßenboliden ‚runtergehüpft‘. Der Sand ist erstaunlich hart. Darum ist btw. Daytona Beach zum Autorennsport gekommen. Der harte Strand wurde damals gerne für Rennen (vorwiegend Hochgeschwindigkeitstests) verwendet, denn wo fand man Anfang des 20. Jhdts. schon lange ebene Straßen. Heute ist überall ein strenges 10mi/h Limit geposted.

Das Wasser ist schön warm und recht klar (trotz Wellen). Sieht sehr verlockend aus:

Überraschend viele Wasservögel tummeln sich am Strand. Vorallem die verschiedensten Rennvögel:

Auf dem nächsten Bild sieht man gleich zwei verschiedene Arten von Rennvögeln:

Nach dem kurzen Abstecher auf den Strand, ging es die restlichen Meilen nach Norden, nach St. Augustine. Gleich bei der Einfahrt kam die böse Überraschung: Die Löwenbrücke ist weg. Nicht geklaut, aber vollständig abgerissen. Keine Ahnung ob die nach einer Renovierung wieder auftaucht, oder ob die hässliche Ersattzbrücke bleibt. Das Zentrum mit dem Hauptplatz ist zum Glück unverändert. Man kann dort immer noch günstig für $1.50 die Stunde am Straßenrand parken. Diese Kirche steht auch noch dort:

Dann geht man die Hauptfußgängerzone entlang und erfreut sich an dem diesesmal herrlichen Wetter. Letztes Jahr war hier viel überflutet und die Regenwolken waren nicht weit. Aber dieses Jahr war hier nichts zu befürchten:

Das alte Holzhaus ist immer noch da. Kein Hurricane konnte dem etwas anhaben:

Und natürlich das älteste Holzschulhaus der USA. Ich wollte auch dieses Jahr keinen Eintritt zahlen um es von innen zu sehen. So baufällig wie es aber von außen aussieht, fällt es ohnehin bald auseinander.

St . Marco ist immer noch da. Hier habe ich btw vor einem Jahr meinen Jahrespaß für das NPS gekauft. Und da der Anfangsmonat nicht zählt, brauche ich dieses Jahr keinen neuen Paß kaufen. So zahlt es sich sicher aus:

Das alte Hotel gegenüber dem Flagger College ist schön renoviert:

Zurück nach Daytona Beach ging es wieder über die Interstate. Dieses Stück Interstate kenne ich jetzt sehr gut, denn als kleiner Hinweis vorweg: Der Strand beim Fort ist der schönste, den ich in der Gegend finden konnte…

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