Ponce Inlet Lighthouse & Beach

Am südlichen Ende von Daytona Beach Shores (der dünnen vorgelagerten Insel) steht ein Leuchtturm, den man (wie viele andere) besichtigen kann. Der spezielle heißt Ponce Inlet Lighthouse (wohl weil er beim gleichnamigen Meereszugang steht). Warum ich mir dann gerade den angesehen habe, könnte man fragen? Einerseits weil er gleich bei meinem Campingplatz ‚ums Eck‘ war und andererseits, weil er der höchste Leuchtturm Floridas ist. Hier das Eröffnungsfoto:

Der markante, rote Leuchtturm von Ponce de Leon Inlet ragt hinter einem historischen Ziegelhaus mit Schindeldach und einer weißen Holzzauntafel in den blauen Himmel

Nachdem man seinen Obolus von $5 pro Nase bezahlt hat und sich mit einem obligatorischen Armband hat markieren lassen, darf man in das Leuchtturmgelände rein. Und ich bin als erstes rauf. Von unten sieht das Stiegenhaus mächtig hoch aus:

Blick von unten nach oben in eine gusseiserne Wendeltreppe mit weissen Stufen, einem schwarzen Handlauf und verschraubten Stahlträgern, die sich spiralförmig zum hellen Himmel verjüngt

Auf knapp halber Höhe (dort darf man wohl schon etwas schnaufen) wird man von diesem Schild über einen verstorbenen Leuchtturmwärter zur Ruhe gemahnt. Der Leuchtturmwärter hatte es aber im wahrsten Sinn des Wortes schwerer: Er mußte nämlich mit dem Kerosin für eine Nacht dort raufrennen und das waren ca. 40lbs:

Eine weiße Gedenktafel mit schwarzem Rahmen und englischer Aufschrift erinnert an den Leuchtturmwärter Joseph B. Davis, der 1919 beim Besteigen der Stiege einen tödlichen Herzanfall erlitt

Ein Leuchtturm wurde von 3 Männern (ja Männer und keine Frauen oder gar Afroamerikaner [warum auch immer, nicht mich fragen]) betreut. Dem Leuchtturmwärter und seinen beiden Assistenten. Bei der Arbeit mußten alle gleich anpacken, beim Gehalt war dann doch ein Unterschied in der Rangordnung (Verantwortung will ja auch bezahlt werden). Gewohnt haben die Wärter samt Familie gleich neben dem Turm. Das große mittlere Haus für den Wärter, die beiden links und rechts für die Assistenten:

Vogelperspektive auf das Cape Florida Lighthouse mit rot gepflasterten Wegen, grünen Rasenflächen, grauen Schindeldächern der historischen Gebäude, roten Rauchfängen und weißen Holzzäunen im Hintergrund

Wie schön man doch den eigenen Schatten des Turms sieht. Die Wärter hatten btw viel zu tun. In 4 Stunden Schichten haben sie in der Nacht das Licht bewacht und haben alle gesichteten Vorkommnisse in ein Logbuch eingetragen. Im Winter mußten daher alle 3 Mann jede Nacht arbeiten, im Sommer nur 2, sodaß immer einer eine Nacht aussetzen konnte. Bei Tagesanbruch war die Arbeit aber noch nicht vorbei: Stundenlanges Putzen und Polieren der Linsen, Reflektoren und Scheiben war täglich angesagt. Ach ja, der Leuchtturm mußte oben auch noch tagsüber mit weißen Tüchern verhängt werden, damit die Linsen in der Sonne nicht kaputt wurden. Und das jeden Tag oder jede Nacht.

Der lange Schatten eines Leuchtturms fällt von oben betrachtet über eine begrünte Wiese, rote Pflasterwege und Ziegelhäuser mit Rauchfängen

Ich habe die Aussicht jedenfalls genossen (ich mußte da ja auch nicht arbeiten). Man sieht auf dem folgenden Bild btw. die Aussicht nach Nordenn, links der Waterway, rechts das Meer.

Weitläufiger Blick aus der Vogelperspektive auf ein grünes Küstengebiet mit zahlreichen Häusern, roten Ziegeldächern, gepflasterten Straßen und dem azurblauen Meer im Hintergrund

Die Linse darf man nicht besichtigen, da der Leuchttum nach einer Pause wieder in Betrieb ist:

Froschperspektive auf die gusseiserne Linsenkonstruktion eines Leuchtturms mit grünem Sockel, umgeben von weißen Streben, verglasten Fenstern und hellem Himmel im Hintergrund

Der Blick runter ist auch nicht besser als rauf. Manche Höhenunglückliche fanden den Blick sogar schlimmer (und brauchten eine Ewigkeit runter):

Der Blick von oben durch das offene Treppenauge einer geschwungenen Wendeltreppe zeigt mehrere Personen, die auf den hellgrauen Stufen mit schwarzem Metallgeländer nach oben steigen, während weiße Wände und eine an der Decke montierte Lampe den runden Schacht erhellen

Auf dem Gelände sieht man auch ein Haus mit historischen Linsen. Eingeteilt werden die Fressnell-Linsen in Klassen von 1 (größte) bis 6 (kleinste). Früher war eine Klasse 1 im Leuchttum (jetzt im Museum):

Eine prunkvolle, gläserne Fresnel-Linse mit bronzenen Fassungen ruht auf einem dunkelgrünen, weiß abgesetzten Sockel in einem hellen Ausstellungsraum mit holzverkleidetem Dachstuhl

Gleich beim Leuchttum gibt es auch einen befahrbaren Strand. Kosten $3. Aber dort riecht das Meer nicht so freundlich, das Wetter war etwas sehr wolkig und los war auch jede Menge:

Mehrerer Autos parken auf einem sandigen Strandabschnitt mit angeschwemmtem Seetang, während im Hintergrund das graue Meer unter einem wolkenverhangenen Himmel und begrünte Dünen zu sehen sind

Also bin ich wieder in den Norden auf meinen (gratis) Lieblingsstrand. Da sieht es doch gleich besser aus:

Ein rotes Auto fährt auf einem breiten Strand am glitzernden Meer entlang, während im Hintergrund der Ozean auf die Küste trifft und sich ein klarer blauer Himmel spannt

An dem Tag waren noch mehr Vögel zu sehen. Alle in Reih und Glied in den Wind gedreht:

Mehrere weiß-graue Seeschwalben mit auffallend orangen Schnäbeln und schwarzer Haube stehen auf dem glatten Sandstrand am seichten Wasser

Hier einer der kleinen Strandläufer in Aktion:

Ein kleiner, weiß-grau gefiederter Strandläufer mit feinen dunklen Zeichnungen und dünnen, schwarzen Beinen läuft über feuchten Sand, der seine Gestalt scharf spiegelt

Die beiden haben mich sehr argwöhnisch beäugt, wegfliegen war aber dann doch zu viel der Arbeit.

Zwei Möwen stehen auf dem feuchten Sand eines weitläufigen Strandes, wobei das vordere Tier ein braun-grau geschecktes Jugendgefieder und das hintere eine grau-weiße Zeichnung mit schwarzem Flügelspitzenmuster zeigt

Der Rückweg war an dem Tag kürzer, nämlich direkt über eine Toll-Bridge. Das gute an der Toll-Bridge ist, daß sie nur in Richtung Strand etwas kostet und ich daher 10mi Weg gespart habe, ohne meinen Tribut zahlen zu müssen.

Am nächsten Tag war dann Erholung pur angesagt.

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