Jungle Island und Miami Beach

Ich war noch nie in Jungle Island, wohl aber im Vorgängerpark, dem Parrot Jungle. Bisher war mir der Park immer zu teuer, aber in diesem Jahr war er nicht teurer als die anderen bzw. mit den entsprechenden Coupons sogar etwas billiger. Und wenn man schon so weit in der Stadt ist, kann man auch gleich nach Miami Beach fahren:


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Früher war der Parrot Jungle ein recht simpler Park mit einem simplen Konzept: In einem tropischen Garten werden Papageien gezeigt. In Shows, als Tier zum angreifen und nur zum Anschauen. Das Konzept findet sich in der neuen Version Jungle Island kaum noch. Die Umbenennung hat also schon Sinn gemacht.

Auch heute gibt es noch Papageien in einem tropischen Garten zu sehen, das ist aber auch schon die einzige Übereinstimmung. Der Park ist professionell aufgezogen. Modern. Ganz anders als der Monkey Jungle.

Kern dieses Parks sind die Shows. Gleich nach meiner Ankunft bin ich in die Vogelshow geraten (mehr durch Zufall als durch Planung). Da kommen zwar noch ganz kurz Papageien vor, es handelt sich aber nicht um eine klassische Papageienshow. Es werden seltene Vögel aus der ganzen Welt gezeigt und über ihre Eigenschaften geplaudert. Eher wie in einem Zoo als in einem Themenpark.

Den Auftakt macht ein Kakadu aus der alten Papageienshow; er fährt mit einem Fahrrad über ein Seil:

Gleichzeitig hisst ein Papagei die US Flagge:

Dieser Vogel ernährt sich von Früchten. Wenn man aber so groß ist wie er, dann muß es auch mit größeren Früchten klappen. Also holt man sich die springend vom Baum, oder man knallt mit dem Kopf gegen den Stamm und schüttelt sie runter. Zum Glück zeigt er hier den Sprung (sonst hätte der Wärter nicht mehr so happy drein geschaut):

Interaktive Elemente mit Zuschauerbeteiligung dürfen auch nicht fehlen. Hier hüpft ein Vogel zwischen Trainer und Zuschauer hin und her:

Ein Kakadu fliegt einen Kreis, der mit Hula hup Ringen (gehalten von Zuschauern) markiert ist:

Beeindruckend ist es schon, wenn ein Anden-Condor über die Köpfe schwebt:

Damit den Zuschauern nicht fad wird, gibt es am Ende der Show gleich den Hinweis auf die nächste und schon läuft man durch den Park zum nächsten Theater. Auf dem Weg fand ich diesen Würstel-Baum:

Der neue Standort des Jungle Island ist ziemlich zentral auf einer Insel zwischen Miami und Miami Beach. Daher sieht man z.B. von einigen Stellen die Skyline von Miami Beach recht gut:

In der zweiten Show dreht sich alles um die niedlichen und grauslichen Tiere. Niedlich ist z.B. der Pinguin Tuna (was für ein blöder Name). Es wird einem erklärt, daß von den knapp 30 Pinguinarten nur 4 kaltes Wetter brauchen. Der hier ist von Südafrika und ist daher an ein miamiähnliches Klima gewöhnt. Der gute Pinguin sollte btw. vor den Zuschauern hin und herlaufen, er kam aber immer näher und hat geschaut, was er klauen kann:

Eidechsen gelten als dumm und ungelehrig. Diese Sorte ist aber ganz sicher anders. Sie wird gerne als Haustier gehalten und bekommt auch eine persönliche Bindung zu Herrchen oder Frauchen. Wer so eine Echse zur Urlaubspflege bekommt, kann viel Ärger haben. Das gute Ding kann bis zu 1.5m lang werden, der Schwanz besteht quasi aus puren Muskeln (und wird als Peitsche eingesetzt) und die Zähne sind ähnlich denen eines Comodo Warans. Wenn man also eine ‘kleine Eidechse’ über den Urlaub bekommt, schön aufpassen was es wirklich ist:

Der creepy Teil hatte natürlich Zuschauerbeteiligung. Ein Freiwilliger mußte in einen Sack greifen und was es auch ist herausziehen. Es war natürlich eine nette dicke Schlange. Mehrere andere Zuschauer mußten sich in Reih und Glied aufstellen und denen wurde auch eine Schlange in die Hand gedrückt. Eine viel größere Schlange. Man beachte btw. den Schwanz der Schlange, der fummelt in der Hose der Wärterin (und die war beschäftigt ihr das auszureden):

Gleich im Anschluß gibt es schwimmen mit Alligatoren. Ein Mann und eine Frau schwimmen mit Alligatoren und zeigen halt ein paar Tricks:

Auch ein Küsschen auf die Schnauze. Laut Aussagen des Trainers kann man so etwas nur im Wasser machen, an Land sind Alligatoren weniger gutmütig:

Quasi als Erinnerung an alte Tage gibt es immer noch einen Weg mit armen Papageien auf Stangen, die man Füttern darf:

Nett ist der Streichelzoo für Kinder. Neben Ziegen gibt es auch Minikühe und ein Lama. Das Lama ist das frechste, das ich je gesehen habe. Am Zaun gibt es Automaten, wo man gegen einen Quarter Futter kaufen kann (irgendwie will man die Viecher ja zum Streicheln anlocken). Das Lama hatte aber einen coolen Trick: Wenn es einen Menschen an so einem Automaten gesehen hat, ist es dorthin gerannt und hat das Futter razeputz aus der Ausgabeschale gefuttert (Mann hat das Lama einen langen Hals!). Keine Chance für andere Tiere. Besucher haben dann schon Ablenkungsmanöver gestartet um an Futter für andere Tiere zu kommen:

In der nächsten Show wurde von den ‘Freunden der Tiger’ Werbung für Tiger gemacht. Andere Dschungelbewohner kamen auch vor, aber das Hauptthema waren Tiger. Nur wie hält man Tiger auf der Bühne bei Laune? Naja, auch Tiger sind nur große Katzitatzi…

Das geht auch mit weißen Tigern:

Die Wölfin (die angeblich jede Nacht im Bett des Wärters schläft) mag auch Milch:

Ganz süß sind die jungen Tiger:

Im Evergladesteil des Gartens sieht man ein paar arme Alligatoren in winzigen Becken mit falschen Dschungelgeräuschen aus auffälligen Lautsprechern. Mehr Freiheit haben die Renneidechsen, die sich freiwillig in dem Park rumtreiben:

In mehreren Volieren sind andere tropische Vögel zu sehen:

Sehr nett ist ein riesiges Gehege, in das man reingehen kann. Dort tummeln sich Papageien und Affen:

Richtung Ausgang ist noch ein sehr großer Teich mit sehr sehr vielen Flamingos zu sehen:

Insgesamt macht der Park einen sehr positiven Eindruck. Der Eintrittspreis ist ok für das was man bekommt. Weniger schön ist die Tatsache, daß überall versucht wird weiteres Geld herauszuschlagen. Fotomöglichkeit da, spezielle Führung dort. Auch sind die Getränke- und Eisautomaten unglaublich teuer. Leider wird auch – wie in Florida nicht unüblich – $7 für das Parken kassiert.

Der Weg nach Miami Beach war ein sehr kurzer, denn Jungle Island liegt auf dem Weg dorthin. Daher sind wir noch auf einen Sprung dorthin gefahren. Nach ein paar Runden fand sich sogar ein Platz neben einer Parkuhr, sodaß die Parkgebühren sehr bescheiden waren.

Der Southbeach ist von der dahinter liegenden Promeniermeile durch Palmen und einen Weg getrennt:

Der Strand selbst ist öffentlich und daher gratis. Weniger hübsch ist die Aussicht am Wasser, denn die Tanker düsen dort in den nahe gelegenen Hafen. Der Strand ist aber breit und weiß:

In der nächsten Quergasse befindet sich das Art Deco Viertel. Einige Häuser mit entsprechenden Fassaden haben den Bauboom überlebt:

Trotzdem wäre das nichts für mich. Wir haben eine deutsche Familie getroffen, die 2 Wochen dort urlaubt. Irgendwie kann man da gleich nach Rimini fahren. Zugegeben, das Wetter ist in Miami schöner und das Wasser viel wärmer, aber 2 Wochen nur dort???

Die schönen Fassaden verschwinden btw. auch ganz schnell, wenn man in die kleine Gasse zwischen den Hotels hineinsieht. Wenn man Pech hat, bekommt man wohl ein Zimmer mit Aussicht nach hinten raus:

Der verstaute Weg zurück auf meinen Campingplatz war auch irgendwann überstanden und somit konnte ich mich wieder in den warmen Pool (32°C) werfen. Da auf dem Campingplatz nicht viel los war, gehörte der Pool uns ganz allein. Irgendwie schöner als in Miami Beach mit den vielen Leuten.

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