Die Rückfahrt sollte noch anstrengend werden, also wurde die Idee geboren, den letzten Tag mit Baden und Erholen zu verbringen. Es war zwar Sonntag (und damit kamen wohl auch andere auf diese Idee), aber wir versuchten es mit einem nahe gelegenen State Park, dem John Pennekamp SP:
Der John Pennekamp State Park selbst ist nicht besonders groß oder aufregend, besonders ist das dazugehörige Korallenriff. Daher kann man auch aus dem Statepark Bootsausflüge verschiedenster Art unternehmen. Zunächst sind wir aber an einen der Beaches gefahren. Dort ist es trotz des Sonntages nett und ruhig (die Stockerl gehören uns):
Auch der Überblick macht einiges her: Links und rechts sind Mangroven, der Strand ist weiß, was will man mehr?
Einer Fahrt zum Riff raus konnte ich dann doch nicht widerstehen. Also haben wir die Glasbodenbootfahrt gebucht und sind über Mittag raus. Das Boot ist recht groß, der Motor gibt einiges her, ein echtes Jachtfeeling:
Der Hafen ist nicht direkt am Meer, sondern ist über einen Kanal mit dem offenen Meer verbunden. Da das Schiff ein ziemlicher Brocken ist, darf es im Kanal nur recht langsam fahren. Nicht weil es die Mangroven stören würde, aber die anderen Boote könnten dezimiert werden. Am Kanal sind auch noch einige Vögel zu sehen:
An der Ausfahrt überholen die kleinen Boote frech, denn die dürfen gasen so viel sie wollen:
Die Erklärungen und Durchsagen wurden eher launig als streng gemacht, die Inselparadismusik im Hintergrund hätte amtlich strenge Aussagen aber auch recht seltsam klingen lassen.
Vor dem beschleunigen wurde z.B. mitgeteilt, daß der Captain über Bord gewehte Dinge (wie Hüte und Kleinkinder) gerne durch Umkehren und Rausfischen wieder rettet, die Vorbedingung dazu ist jedoch, daß noch Menschen mit den Dingen verbunden sind. Die Rettungsringe wurden für die empfohlen, die sich doch noch entscheiden, die Fische aus der Nähe zu sehen. Und die Pfefferminzbonbons, die gratis gegen die Seekrankheit ausgegeben wurden, wurden als das einzige Gratisgeschenk der Keys beworben.
Nach einer guten halben Stunde ist man dann über dem Riff und die Glasbodenshow kann beginnen. Einigen wurde gleich schlecht und sind nach draußen gebracht worden. Zu sehen gab es einiges, Fische in jeder Farbe und Größe,

Korallen,

und eine halbe Hirnkoralle. Ein Hirni hat vor einiger Zeit dort versucht zu ankern und hat dabei die Koralle geköpft. Das dauert wohl wieder, bis das zugewachsen ist:
Die 1½ Stunden waren wie im Flug vorbei, sodaß die Rückfahrt eigentlich überraschend kam. Nächstes mal werde ich dann wohl die Hardcore-Version probieren und das ganze als Schnorcheltour im Wasser probieren. Dazu brauche ich nur noch Tauchbrillen für meine kurzsichtigen Augen und eine passende billige Digicam für 3m Wassertiefe. Mal sehen was sich da finden läßt.
Vor dem Einfahrtskanal wurde wieder einiges erklärt. Die Vögel am folgenden Bild sind z.B. total lieb und friedlich, bis zur Brutzeit. Dann nisten die Vögel nicht in Bäumen sondern am Strand. Wenn zu der Zeit jemand dort anlegt, soll es sehr dem Hitchcock Klassiker ‘die Vögel’ ähneln. Da halten die Vögel nämlich sehr zusammen.
Im Visitor Center des Stateparks sind auch einige Aquarien mit ortsüblichen Fischen. Das größte Aquarium wurde leider gerade renoviert, aber auch in den kleineren war einiges zu sehen:
Der Nachmittag gehörte dann wieder ‘meiner Bucht’. 32°C Meerwasser ist echt ok, auch wenn man länger planscht. Gegen Abend mußte ich Abschied nehmen, auch Abschied von Miami, denn am nächsten Tag begann die Rückreise.
Am Weg nach draußen, liefen mir noch einige große Iguanos über den Weg; den hier habe ich noch mit der Kamera erwischt:
Der nächste Tag war dann ganz und garnicht mit dem Badetag vergleichbar, Fahren war das alleinige Thema.