Ich könnte natürlich wieder die Landkarte für die Bootsfahrt anzeigen und vielleicht würde man sogar die paar Meter am Looe Key sehen, die wir heute woanders an einer Boje gehangen haben, aber spannend ist das nicht. Darum lasse ich es gleich weg.
Bevor ich zum Tagegeschehen komme, ein paar Zusatzdinge. Hier im SP gibt es genug Tiere. Man soll z.B. seinen Müll nicht über Nacht draußen lassen, da sonst Waschbären ‘zusammenräumen’ kommen. In der Nacht treibt sich aber auch noch anderes Getier herum. Z.B. huschen hie und da kleine Krabben über die Straße (da habe ich kein Foto geschafft), oder überall am Klo (also praktisch der einzige Ort wo Licht Insekten anziehen kann) rennen Geckos herum. Da habe ich mit sehr viel Mühe ein Foto geschafft. Geckos sind unendlich scheu und kennen jeden Spalt des Klos zum Verstecken:

Bei Tag sind die Geckos nicht zu sehen. Dafür produzieren sich Eidechsen mit einem aufblasbaren Kehlsack:

Was ist in der Gegend beim Zeltaufstellen wichtig? Klar, daß man nicht in einer Grube steht, könnte ja sintflutartig regnen. Aber da gibt es noch etwas. Richtig: Schatten. Wer will schon kurz nach Sonnenaufgang aus dem Bett gebraten werden? Wir haben es da eigentlich super getroffen:

Der Vormittag ist wieder dem Baden im Atlantik gewidmet worden, der Nachmittag wurde mit Schnorcheln verbracht. An dem Boot hat sich nicht viel geändert, also gehen wir gleich raus zum Looe Key. Der Ankerplatz war an einer anderen Stelle, der andere Kapitän mag ‘seine’ Boje halt lieber. Eh gut, so hat man Abwechslung. Und die war recht groß, denn in dem Gebiet konnte man wesentlich mehr Schwimmen und auch die Korallen waren zahlreich. Das Wetter konnte übrigens zum Vortag noch verbessert werden: 32°C Wassertemperatur, 20m Sicht, keine einzige Qualle und keine einzige Wolke trübte den Sonnenschein. Kann es noch besser werden?
Zu Beginn wieder ein ‘normaler’ Papageienfisch:

Dann kam gleich ein Neuzugang, keine Ahnung wie der komische Fisch heißt. Sieht jedenfalls ulkig aus:

Die ‘Zebrafische’ waren wieder aufdringlich und in sehr großer Zahl vertreten. Man muß fast schon aufpassen, sie nicht auf jedem Foto zu haben:

Teil des erlaubten Schwimmbereiches ist die Markierung des Keys, eine aus dem Boden ragende Stange, die über dem Wasser die Markierungen trägt (eine zweite Stange liegt dort rum, die hat ein Hurrikan abmontiert). Rund um die Stange ist es recht sandig und ich entdeckte jede Menge Barrakudas (von klein bis riesig):

Das Video von der Haisichtung des Tages ist leider nix geworden, ich kann daher nur berichten, daß ein Nursehai dort friedlich seine Runden gezogen hat.
In einer anderen Richtung gab es ein eher flaches Riff, das sehr gut für Fotos geeignet ist (gute Sonne, viele Fische, flaches Wasser). An dem Tag hatte ich deutlich mehr zu schwimmen und auch zu tauchen (die sandigen Stellen sind schon mehr als 6m tief unten). Diese blassen Fische fühlen sich nur in Gruppen wohl:

Grundler aller Art mischen sich dort unters Volk:

Der ist supergrantig und beißt jedem Fisch, der ihm zu nahe kommt in den Schwanz. Wenn man mal ein paar Kilo hat, kann man sich das wohl erlauben:

Neben den verschiedensten Papageienfischen (da gibt es ja ungeahnt viele Variationen) sind auf der Ecke des Riffs auch sehr viele Flachfische zu finden:

Durch die Nähe des Sandes haben sich auch einige ‘Sandfische’ in die Korallen verirrt:

Dieser Flachfisch hat sicher 30cm im Durchmesser!

Hier ein ganz scheuer, den man ewig verfolgen kann: schwarz mit hellen Punkten. Ist hübsch:

Manche Fische können sehr groß sein, wenn sie in den Korallen liegen, sieht man sie nur schwer:

Noch mehr Flachfische, die ich am Vortag nicht gesehen habe:

Die beliebten gelbgestreiften Fische vom Vorjahr sind auch wieder aufgetaucht; natürlich im Rudel, alleine geht gleich garnicht:

Die Schule an blauen Fischen vom Vortag kam wieder vorbei, auch Sandfische fühlen sich im Schwarm sicherer:

Wieder riesige Flachfische mit mindestens 30cm Durchmesser:

Der halb orange Fisch ist kaum zu kriegen. Dem sein Sicherheitsabstand muß gigantisch sein:

Und den Fisch habe ich überhaupt nur 2x gesehen. Jedoch, kaum gesehen verschwindet er in ein Loch und das war’s. Hier wenigstens eine ‘Heckansicht’:

Wieder einmal sehr früh (man sollte 1.5 Stunden Wasserzeit haben, aber mehr als 1h 10 Minuten sind es dann praktisch nie) wurden wir zurückgerufen. So sieht das Boot beim Einsteigen aus:

9 Meilen später war wieder die alte Bahia Honda Bridge in Sicht:

Schon vor dem Ablegen habe ich mir gedacht, ich hätte etwas im kleinen Hafenbecken schwimmen gesehen. Nach der Rückkehr war es aber nicht mehr zu übersehen und alle drängten sich um Fotos zu bekommen: ein Manatee Pärchen mit Jungem dümpelte im Hafen herum. Angeblich stehen sie es sich total auf Süßwasser (bekommt man im Meer eher selten). Das Süßwasser rinnt von den Booten, wenn sie abgespritzt werden:

Wieder hat der Griller ein hervorragendes Abendessen geliefert (Jamaika-Fleischlaberl) und ein weiterer Tag im Paradies war vorüber. Für den nächsten Tag war wieder – ja es darf geraten werden – Schnorcheln angesagt!
Ach ja, ich habe noch vergessen, daß die Schweitzer vom Vortag wieder auf der Schnorchelpartie waren. Die haben mir erzählt, daß es noch am Montag von Orlando bis Miami geschüttet hat (da war es hier schon strahlend sonnig). Key West sei derzeit btw. auch nicht zu empfehlen, denn die haben Bakterien und Quallen im Wasser: somit stinkt es gar heftig und alle Strände sind gesperrt. Was ich alles hier im Bahia Honda SP versäume…