Der erste Tag im Paradies

Der Tag begann strahlend sonnig, aber auch schon ziemlich warm; beim Frühstück hatten wir schon 31°C, die Vorhersage mit 29°C Höchstwert war daher wenig glaubwürdig. Da unser Eisvorrat für den Eiskasten (im wahrsten Sinne des Wortes) zur neige ging (es war kein einziger Würfel mehr da), mußten wir zum nahen (ca. 15mi) gelegenen Publix fahren. Neben dem Eis fanden sich auch sehr schmackhafte Dinge für den Griller; man will seinen Urlaub auch am Abend genießen.

Zurück im Statepark ging es direkt zum Bezahlen der Schnorcheltour und danach an den Strand. Das Wasser ist badewannenwarm (die für Männer, nicht die kochend heißen für Frauen) und der sandige Strand lädt zum Faulenzen ein. Mich hat er zum Fotographieren animiert (no na ned): Selbstportrait mit Palme.

Wie die Zeit vergeht, schon mußte ich zum Bootshaus für die Schnorcheltour. Beim Warten kann man noch schnell online gehen und seine Emails und Nachrichten checken. Das Handy darf mit auf die Tour, es ist zum Glück wasserdicht.

Die Bootsfahrt hat sich seit letztem mal nicht verändert, nach ungefähr einer dreiviertel Stunde ist man am Looe Key. Schnell seine Sachen alle anziehen und ab ins Wasser. Am Vortag waren angeblich viele Quallen da, ich habe heute nur eine einzige gesehen. Damit kann man leben. Das Wasser war unglaublich warm, noch wärmer als am Strand. An der Oberfläche war es wohl körperwarm. Die Kaltwasserliebhaber wären beim Reinspringen schon gestorben. Die Sicht war daher an der Oberfläche etwas getrübt, darunter war aber alles ziemlich gut. Man muß ja ohnehin zu den Fischen runtertauchen. Aus Sicherheitsgründen (für die Korallen) wollen sie jetzt mindestens 2m Wasser unter einem haben.

Ich habe den dringenden Verdacht, daß Leute die Fische dort füttern, um bessere Bilder zu bekommen. Das ist zwar verboten (weil National Sanctuary), aber wenn es keiner sieht… Warum ich darauf komme: Ich wurde von einem Schwarm Fische angebettelt. Vorallem auf die Hände hatten sie es abgesehen. Und die Viecher sind handtellergroß…

Da es nur zwei wirklich gute Stellen in der erlaubten Schwimmweite gab, staute es sich ein wenig mit den Schnorchlern. Manche Fische waren daher ein wenig schwerer zu erwischen. Und an das dauernde Abtauchen muß man sich auch erst wieder gewöhnen.

Im nahen Sandgraben stand ein Baracuda und war wenig erbaut, als ich mich genähert habe. Mußte er doch glatt ein wenig wegschwimmen.

Schwarmfische sind i.A. leichter zu bekommen, die bleiben sehr lange am Platz, bis sie doch ausweichen.

Beim Fotographieren hat man es nicht so ganz leicht. Man muß auf die Fische aufpassen, auf mögliche Quallen, auf andere Schnorchler und wo die Sonne steht. Fast Stress. Smiley

Süß sind die kleinen gelben Fische. Die tauchen immer im Schwarm auf und grasen Korallen nach Freßbarem ab. Menschennähe ist aber nicht ihre Stärke. Ganz im Gegensatz zu den Dunkelblauen. Die sind ca. 20cm groß und schwimmen einen auch um, wenn man in den Schwarm  kommt.

Papageienfische gibt es hier in jeder Form und Farbe. Manche sind scheu (die dunkelblauen), manchen sind Menschen voll egal (die Stopsign Typen). Groß sind sie aber alle.

Wie ich wieder oben am Wasser liege und nach meiner nächsten Fotobeute suche, werde ich unten überholt. Ein Hai ist in Sicht. Das gute Stück ist sicher so groß wie ich. Ich nehme die Verfolgung auf, was den Hai weniger begeistert und er gibt Gas und ist weg.

Je länger man dort ist, desto besser wird man im Fischfinden. Es wird also nicht langweiliger, es wird immer spannender, wenn man länger dort ist.

Man kommt langsam drauf wohin sich manche Fische verkriechen und man läßt sich von den offensichtlichen, extrovertierten Fischen nicht mehr so sehr ablenken. Und die Schnorchler werden weniger, weil manche es nur kurz im Wasser aushalten (frieren lasse ich aber heute nicht gelten).

Natürlich kam es wie es kommen mußte, der Rückruf war nicht zu überhören. Somit wurde die erste Schnorchelsession abgeschlossen. Fazit: Es macht immer noch Spaß, wir hatten keine einzige störende Wolke (obwohl es im Westen donnerte) und ich will da wieder raus. Angemeldet bin ich schon. Smiley

Die folgenden Fische standen unter dem Boot und ich habe sie am Rückweg quasi mitgenommen.

Am Bahia Honda SP sind gerade die letzten Wolken abgezogen, als wir ankamen. Es konnte daher ohne weitere Probleme an das leckere Grillabendessen gegangen werden. Am Weg dorthin mußte ich noch für ein Foto stoppen.

Das Zelt hat brav auf uns gewartet, die Sonne schien wieder wunderbar.

Unser kleiner Privatstrand sah hübsch wie immer aus.

Am Abend kamen noch ein paar Wolken vorbei und haben die Sonnenstimmung perfekt gemacht.

Wenn es in der Nacht trocken bleibt, war es ein perfekter erster Tag.

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