Der dritte Tag im Paradies

Nach unserem frühmorgentlichen Intermezzo (siehe Quiz) blieben wir heute ein wenig länger liegen. Dies auch, weil der dritte Tag laut Vorhersage mit vielen Wolken beginnen hätte sollen. Aber ganz im Gegenteil, wir wurden von der sehr warmen Sonne geweckt. Daher stand ich vor der Entscheidung, ob es nur ein Badetag oder auch ein Schnorcheltag werden sollte. Baden ging aber auf unserem kleinen Strand irgendwie nicht so gut, denn die nächtlichen Wellen haben einen ziemlichen Berg an Seegras zu Tage gefördert.

Also mal nach vorne auf den großen Strand gefahren und dort das Wasser getestet. Sehr angenehm und auf der Seite auch keine Seegrashaufen. Was also jetzt mit dem Schnorcheln? Wenn keine Sonne scheint, sind die ohnehin schwachen Farben unter Wasser ziemlich weg. Zudem kann dann meine kleine Lumix FT2 nur noch sehr statische Dinge fotographieren, denn so lichtstark ist sie nicht. Nach einigem Hin und Her buche ich die Schnorcheltour doch; wird schon werden.

Kurz bevor ich zum Boot aufbreche, verdichten sich die Wolken. Blöd. Wir fahren los und es ist praktisch ganz bewölkt. Ganz blöd. Wir kommen am Looe Key an und es ist ein blaues Loch zu sehen, aber das scheint schon vorbeigezogen zu sein. Auch blöd. Na wenigstens fahren wir eine andere Boje an, wo ich mich glaube erinnern zu können, daß man mehr sieht.

Hop als erster ins Wasser, ich wurde schon scherzhalber gefragt ob ich die Tour leiten will, und die erste sehr positive Überraschung ist zu sehen: Das Wasser ist urklar. Trotz der doch deutlich merkbaren Wellen. Gleichzeitig wird mein Verdacht, daß die Fische von manchen Leuten gefüttert werden, quasi bewiesen, denn ich werde von den Fischen fast überfallen. Alle stürzen sich auf mich (und alle sind sicher hunderte Fische) und betteln. Und wie.

Streicheln wollen sie nicht so sehr, aber sie lassen kaum ein paar Zentimeter Abstand zu meinen Händen, meinem Bauch und meinem Gesicht! Auch alle anderen Fische sind sehr zutraulich und lassen mich ziemlich nah ran.

Gleich in der ersten Sandmulde dreht ein Hai seine Runden, einige Baracudas stehen gelangweilt rum.

Und dann kann ich mein Glück nicht fassen: Die Sonne kommt raus! Schnell ein paar geniale Fotos schießen, denn klares Wasser mit Sonne kann etwas. Auch mit meiner FT2.

Die gute Nachricht: Bis auf ein paar kleinere Wolken blieb es die ganze Tauchzeit sonnig. Es war damit die beste der bisherigen drei Schnorchelfahrten.

Nach den ersten Runden geht man ins Detail. Welche Fische stehen gerne wo, wo kann man bei dem guten Licht auch die Umgebung dazunehmen?

Man sucht seltene Fische und hübsche alleinstehende Korallen. Das war heute nicht so leicht, denn die Fische wollten unbedingt auf jedes Foto.

Wenn noch mehr Zeit bleibt, kann man sich um die scheuen Fische kümmern. Da dauert ein halbwegs gutes Foto schon ein paar Tauchversuche.

Die Papageienfische sind immer ein dankbares Ziel, die sind nicht all zu scheu (außer der dunkelblaue). Der Schwarm ist völlig uninteressiert an Menschen und man kann sogar reinschwimmen. Ist ein cooles Gefühl.

Der kleine Kofferfisch mag Menschen garnicht. Da muß man schon Glück haben, daß er versucht unauffällig vorbei zu schwimmen.

Diese armlangen Fische habe ich heute zum absolut ersten mal gesehen. Was die bloß sind?

Der Tauchtyp hat heute sehr hübsch erklärt, warum man nicht zur ganz seichten Stelle schwimmen soll. Man soll nachher wieder aussehen wie vorher. Nicht logisch? Korallen können sich nicht verteidigen, sie sind aber z.T. messerscharf. Wenn man also ins Seichte schwimmt und über Korallen drüberrattert, dann wird man daran ganz hübsch aufgeschlitzt. Und das entzündet sich angeblich auch noch ganz hübsch. Dabei sehen sie so harmlos aus.

Beim letzten Foto sieht man den Hintern eines großen Kofferfisches, der aber gleich in die Tiefe abgetaucht ist und wie ich ihn da immer noch verfolgt habe in eine Höhle verschwunden ist. Der mochte mich nicht. Die folgenden Fische sind auch keine Menschenfreunde, ich habe aber einen erwischt. Yeah!

Die Reinfahrt war ziemlich hüpfelig, aber da stört mich nicht. Nur trinken war echt schwer.

Kaum im Hafen angekommen, teilten sich die Wolken, die immer noch über Bahia Honda standen und wir konnten einen sonnigen Abend verbringen. Der Strand war nach Sonnenuntergang immer noch mehr als nur gut ausgeleuchtet, denn der Vollmond schien mit aller Kraft. Und wenn man wieder mehrere Fotos kombiniert, kommt das heraus.

Mal sehen was der anhaltende Wind morgen bringt.

Kommentar hinterlassen