Die USS Texas, Buc Ees und der blue elbow swamp

Außer der doch recht langen Fahrt hat sich an dem Tag noch einiges am Gebiet der Besichtigungen abgespielt. Eine allgemeine Frage, die im Laufe des Berichtes noch eine Erklärung erfahren wird, ist auch aufgetaucht: Was hat NFS (Need for speed) mit Houston zu tun?


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Der Start war heute leichter, da wir wegen des wirklich hässlichen Unwetters aus einem Motel gestartet sind. D.h. vorwiegend die paar Sachen in den Kofferraum tun und los geht es. Kurz vor Lake Charles erklärt uns mein TomTom, daß es da einen Unfall gegeben hat und wir durch die Verwendung der Loop 10, 15, 20 Minuten sparen könnten. Die Zahl stieg je näher wir an Lake Charles kamen. Wir sind dieser Ausweichroute gerne gefolgt und wenn nicht kurz vor dem Ende der Loop einer einen Platten gehabt hätte und damit eine Spur nur eingeschränkt verwendbar war, wären wir gänzlich ohne Stau durchgekommen. Da war der Live Dienst einmal brav. Bisher hatten wir vorwiegend virtuelle Staus im Niemandsland. Die alte hohe Brücke (wo ich mir nie sicher bin ob die noch lange lebt) haben wir auf diese Weise auch umfahren (Etwa ich?). Die neue Brücke ist auch hoch, sieht aber stabiler aus.

An der Grenze zu Texas ändert sich nicht viel: Der Alligator im Blu Elbow Swamp war wieder nicht zu sehen, der Lone Star bleibt das Hundeklo. Also nix Neues in Texas.

Die Fahrt zur USS Texas mit Hilfe des Navis war nicht schwer, alleine mit der Beschriftung wäre es eine Herausforderung. Man fährt in Houston über so kleine Highways wie den da, der mit der kleinen Brücke.

Mitten im Industriegebiet liegt das alte Schiff. Romantisch ist anders, aber ich bin ja kein Veteranenverehrer wie viele andere. Gleich daneben gibt es ein riesiges Monument zum Gedenken an eine große Schlacht. Ebensowenig hübsch gelegen.

Die Besucherströme halten sich dort in Grenzen, die ZWEI Mitarbeiterinnen des Stateparks halten sich wohl gegenseitig munter. Dafür darf man auf dem Schiff recht frei herumgehen und sehr sehr viele Infotafeln lesen. Z.B. über die verschiedenen Kanonen, die sie auf dem Schiff hatten.

Man darf auch alle Kanonen besitzen (sich drauf setzen) und die Einstellräder drehen. Man kann also versuchen selbst ein Ziel ins Visier zu nehmen. Nicht ganz einfach!

Die USS Texas war einst das Flagschiff der Nation und es war die stärkste Kampfwaffe der US Navi. Insgesamt hat sie zwei große Umbauten miterlebt, mit denen sie modernisiert wurde. Teilgenommen hat sie so ziemlich in jeder bekannten Schlacht, WW I, WW II, Kubakriese, und was es sonst noch gab. Die Tafeln erklären auch so manches Detail am Rande. Zum Beispiel das Küchenproblem: Das Schiff war für 900 Besatzungsmitglieder gebaut worden, im Weltkrieg waren es aber 1700 Leute. Das machte eine zweite Küche notwendig mit allem drum und dran. Hier die Küche am Deck.

Ursprünglich war die USS Texas ein mit Kohle angetriebenes Schiff. Bei der ersten Umbauphase wurden die Kohlebrenner durch Ölbrenner ersetzt. Damit kann man mit 6 statt mit 12 Brennern auskommen, man muß die Kohle nicht schaufeln und man hat mehr Platz am Schiff, weil Öl mehr Brennwert hat. In der Silhouette verlor das Schiff auch seinen zweiten Rauchfang.

Sie hatten am Anfang auch die Idee, dem Schiff 4 Torpedorohre zu geben. Bald hat sich herausgestellt, daß große Kanonen viel besser gehen als Torpedos UND die Torpedorohre unter Wasser selbst ein großes Risiko sind. Also haben sie die auch ausgebaut.

An Kanonen mangelt es ganz prinzipiell auf dem Schiff nicht. Die wurden natürlich auch dauernd ausgetauscht. Die USS Texas war auch die das erste Schiff mit Fliegerabwehrkanonen. Davon haben sie mal auf die Schnelle 44 dazugebaut.

Ein für mich ungeklärtes Rätsel ist die Munitionslagerung und der Munitionstransport. Das wird irgendwie nicht erklärt. Ich glaube jetzt nicht, daß man die einfach neben die Kanonen gelegt hat. Aber wer weiß? Zum Be- und entladen gab es jedenfalls zwei große Kräne.

Neben der Küche gab es auch andere sehr herkömmliche Abteilungen. Den Fleischhauer, den Bäcker, …

Das Schiff hat 5 Hauptkanonentürme, die alle ziemlich massiv aussehen.

Wer nicht allzugroße Höhenprobleme hat, kann auch den Hauptturm erkunden. Auf den Außenleitern mit guter Sicht nach unten.

Der Kapitän war meistens in dem winzigen Steuerstand. Da tummelten sich immer 9 Leute! Mann mußten die sich gerne gehabt haben. Auch während Schlachten muß es toll sein da ganz oben mit wenig Panzerung zu sitzen. Einen internen Steuerstand hatte das Schiff noch nicht. Trotzdem, das schiff war in vielen Schlachten, aber nur ein einziger Soldat ist auf dem Schiff getroffen worden und gestorben. Das ist eine coole Bilanz. Passiert ist es bei der Unterstützung von Landtruppen gegen die Deutschen; da haben sie einen Treffer in dem Turm abbekommen. Einer starb, mehrere waren verletzt.

Noch einen Stock höher kann man wenigstens den Bug sehen. Der Obelisk im Hintergrund ist btw das andere Denkmal.

Bei den vielen Stories, die dort nachzulesen sind, kann man sich schwer entscheiden, was spannend ist und was weniger. Interessant fand ich den offiziellen Rassismus auf allen Navi Schiffen: Die Stewards waren zu fast 100% Filipinos, die extra erklären mußten, niemals einen Karriereweg in der Navi zu beschreiten. Das war Aufnahmebedingung.

Die Elektrik bei so einem alten Schiff war quasi nicht existent. Das ist schon Hightech.

Während für die Mannschaft wie üblich nicht genug Betten vorhanden waren und man mit Hängematten und Schichtschlafen lebte, hatten die Offiziere Platz für Empfänge und Dinners.

Der Innenbereich ist eher wenig erkundbar, sie kämpfen auch massiv mit Rost. Die Boiler sind so schwer, daß sie bald durch das Schiff krachen, wenn sie nicht schleunigst etwas tun. Wäre blöd wenn sie hinkommen und das berühmte Schiff hat sich selbst versenkt. Zwinkerndes Smiley

Danach ging es quer durch Houston in Richtung San Antonio. Zumindest war das der Plan. Da die zu zahlenden fasttracks dort auch für 2+ Carpoollanes (gratis) sind und der Verkehr ziemlich höllisch war, habe ich das probiert. War aber keine so gute Idee, denn Carpoollanes in Houson sind anders. Sie verbinden offensichtlich die Park&Ride Anlagen miteinander. Man düst also mit 70mi/h herum, plötzlich biegt die Spur in einen Hinterhof oder in eine Garage ab, wo man nur 20 fahren darf und wo es keine gute Beschilderung gibt. (Könnten echt Szenen aus NFS sein. haben sie wohl aus Houston abgeguckt Zwinkerndes Smiley) Und schwubs, fährt man in eine ganz andere Richtung. Und von da gibt es bis zur nächsten Park&Ride kein Entrinnen. Trauriges Smiley

Ich habe so ein wenig mehr von Houston gesehen, auch wenn ich garnicht wollte. Dafür hat mich mein TomTom mehrmals gebeten zu wenden (in der Betontrasse vom vorigen Bild) und hat mich schlußendlich über eine tollroad geschickt, obwohl ich tollroads verboten hatte.

Kurz vor San Antonio mußten wir wieder Buc Eees besuchen: Super Jerkies, Slim Jims, Soßen und sonstiges Zeug. Dieses Jahr sind aber die Preise anständig gestiegen (z.B. der Sack Eis von 99 Cent auf 1.48$). Und es gibt noch mehr Biberkram. So wie die T-Shirts für Frauen.

Der restliche Weg bis zum Campingplatz war dann nicht mehr so schlimm und wir haben ihn bei Sonnenuntergang erreicht. Ein langer aber guter Tag!

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