Das Hill Aerospace Museum

Der heutige Tag diente dazu uns an den Ort nördlich von Salt Lake City zu bringen, wo wir das labor day weekend überleben wollten. Da nur Fahren fad ist, haben wir uns unterwegs das Hill Aerospace Museum angesehen. Und das ist gratis.

Das Wetter war hervorragend, als wir das Zelt verließen und uns an Spiegeleiern mit Frühstückswurst labten. Der Campingplatz in Richfield, UT ist ruhig, schattig und Zeltplätze haben Gras. Fast paradiesisch.

Vom Campingplatz waren es nur ein paar Füße auf die I70 und ein paar Meilen später waren wir schon beim Highway 50, der uns auf dem schnellsten Weg zur I15 zurückgebracht hat. Warum wir es so eilig hatten? Wir mußten knappe 4 Stunden fahren und wollten uns kurz vor dem Ziel das Hill Aerospace Museum ansehen, daß aber schon um 4:30pm zumacht. Also ranhalten. Der Highway 50 ist nett, aber nicht unbedingt spannend.

Das Hill Aerospace Museum ist eines der vielen Museen, die von der Airforce in den 80er Jahren gegründet wurden. Wenn schon viele alte Flugzeuge rumstanden, dann konnte man die auch herzeigen. I.A. nimmt man Veteranen, die sich darum kümmern, sodaß die Museen auch nicht viel kosten. Der Platz ist auf den Airforce Bases i.A. auch vorhanden. Also eine einfache Übung. Gut ist für mich als Besucher, daß viele der Museen gratis sind. So auch dieses.

Das Hill Aerospace Museum besteht aus zwei Hallen, die Flugzeuge dicht an dicht beherbergen und einem kleinen Außenbereich, wo die größeren Exemplare rumstehen. In der ersten Halle sind die alten Flugzeuge oder deren Modelle zu finden.

Wer wollte nicht schon ein 1:1 Modell der ersten Atombombe sehen?

In der zweiten Halle sind modernere Flugzeuge zu finden.

In so manchem Detail kann man einen Aha-Effekt erkennen. Also z.B., wer hat sich schon überlegt, daß es eigentlich blöd ist im Tiefflug eine Bombe abzuwerfen? Die alten Flugzeuge haben dann wie blöde hochgezogen, denn die Physik sagt, wenn die Bombe so schnell wie das Flugzeug ist, dann kommen Bombe und Flugzeug gleichzeitig am Ziel an. Und wenn das Flugzeug tief fliegt, sprengt es sich selbst. Wenn man also nicht extrem hochziehen will oder kann (der Mensch verträgt hohe G-Zahlen nicht so gut), der muß kreativer werden. Z.B. Bomben mit Bremsklappen bauen.

Auch einige Hubschrauber sind zu sehen. Und da hört man die Weisheit: Was sind die besseren Piloten, Hubschrauber oder Jetpiloten? Die Antwort ist simpel: Hubschrauberpiloten retten Jetpiloten, umgekehrt hat man das noch nicht gehört. Vor Lachen auf dem Boden wälzen

Die SR71 gilt als eines der schnellsten Flugzeuge, die je gebaut wurden. Das Ding war im Prinzip ein Satellitenersatz, denn die SR71 flog extrem hoch (außer Reichweite der damaligen Waffen) und machte Fotos. Keine eigene Bewaffnung. Was ich bisher noch nicht wußte: Um die hohe Geschwindigkeit zu erreichen, mußte man an Gewicht sparen. Daher saßen die Piloten in quasi Raumanzügen im Flugzeug, denn es gab keine Druckkabine oder Wärmeregulierung. So sah so ein ‘Fluganzug’ aus.

Die passende SR71 steht natürlich auch dort.

Wer kennt dieses traurige Hundegesicht?

Yup, der B1 Bomber. Ist der klassische aktuelle Bomber, aber schon auch hier im Museum zu sehen. Gemeinsam mit einem riesigen Transporter, der einen Sattelschlepper in seinen Bauch bekommt. Oder i.A. häufiger Panzer.

Ein paar Hubschrauber stehen auch herum.

Genauso wie eine Drohne…

… und ein B52 Bomber. Lustiges Detail zum B52 Bomber. Der erste flog 1952. Daher die Frage: Wie lange wird er noch im aktiven Dienst sein?

Antwort: Weil sie nix Neues entwickeln wollen, ist der aktuelle Plan 2040. Na mal sehen, ob die Dinger so lange fliegen oder selbst zur Bombe werden.

Nach dem Museum sind wir uns für das lange Wochenende eindecken gefahren und 20 Minuten später haben wir den Campingplatz für 3 Nächte gefunden. Genauso haben uns wieder die Wolken gefunden, die mit sturmartigem Wind über Nacht durchziehen sollen.

Mal sehen wohin es uns in der Nacht verbläst.

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