Das St. Louis Museum of Transportation

Nach den jetzt schon fast üblichen 200mi, sind wir nach St. Louis gekommen und haben uns das Museum of Transportation angesehen. Es war ein gemütlicher sonniger und warmer Tag.

In den verschiedenen Foren wie Google und Tripadvisor ist das Museum umstritten. Die einen sind begeistert und nennen es das genialste Museum aller Zeiten, egal ob Kind oder Greis, Mann oder Frau, die anderen sagen, es ist völlig wertlos. Ich wollte mich da einmal überraschen lassen.

Der TomTom führt einen gut hin, man kommt auf einen riesigen Parkplatz mit wenigen Auto und man wandert zum Visitor Center. Man zahlt seinen eher harmlosen Obolus und wird informiert, daß die kleine Halle alles ist, was man hier unten sehen kann. Alles andere ist weiter oben am Hügel. Man kann zu Fuß raufgehen oder mit dem Auto fahren. Na gut, dann einmal die Halle ansehen.

Da stehen ein paar Kutschen, und eine komplette Serie an Ford Modell T. Da gab es mehrere Modelle. Bis zu T hat er sie buchstabenweise durchsortiert. Modell N war z.B. sehr bekannt. bei T ist er dann irgendwie hängen geblieben und er hat überlegt, ob er nicht ein anderes System nehmen soll. Irgendwie kam er aber nie dazu und alle hießen T.

Faul wie wir waren sind wir mit dem Auto raufgefahren. Dort gab es einen Schattenparkplatz und bei 33 Grad im Schatten ist das ein nicht zu verachtender Bonus. Wir haben mit der Autohalle angefangen. Nicht riesig, aber einige wirklich schöne Stücke.

Zum Beispiel. Stellen wir uns vor man ist Modedesigner und will sein eigenes Auto designen. Dann designed man, läßt es sich 7 Jahre lang handfertigen und verkauft es dann an einen Sänger, der damit in Hollywood angibt. Das kommt dabei raus.

Jeder weiß wie die aktuelle Corvette aussieht? Na mal als Beispiel:

Und angefangen hat es als kostengünstiger Sportwagen. Sah wohl ein kleinwenig anders aus.

An Anfangsklassikern haben sie dort einige stehen. Der hat noch dazu einen recht lustigen Namen. Das Ding war weltbewegend billig: 750$

In den 50ern wollte das Ding wohl jeder haben. Ein Chevy Bel Air. Die Werbefotos mit freundlich winkenden Kindern und Frauen, das absolute Familienauto.

Oder der Ford Mustang, der in den letzten Jahren neu erfunden wurde. Er fing als friedliches Auto an. Was ist aus ihm geworden? Ich finde, ein hässliches Entlein wurde erwachsen.

Motorradfahren war wohl etwas für die echten Puristen. Bei dem Bild versteht man, warum es Motor Rad heißt: Auf ein Rad wurde ein Motor geschnallt.

St. Louis liegt auf der route 66. Das muß auch in ein Museum rein.

Dampfautos waren lange Zeit nichts besonderes. Man hat schon früh versucht Elektro-, Benzin/Diesel und Dampfmotoren zu verwenden. Die Dampfautos waren leichter herzustellen, denn man brauchte kein Getriebe und solche lästigen Sachen. Es gab auch Autos, die nicht nach Dampflok ausgesehen haben. Und bereits 1906 wurde der Rekord von über 200km/h mit einem Dampfauto geschafft. Der hielt über 200 Jahre (wer wollte schon ein Dampfauto bauen).

Das wahre Herz dieses Museums sind aber die Eisenbahnen. Ich denke mal, alle negativen Bemerkungen über das Museum kommen davon, daß entweder der Name falsch gewählt wurde oder sie einen ziemlichen Überhang an Eisenbahnen haben. Ich würde es Eisenbahnmuseum mit kleiner Autoshow nennen. Bei den Eisenbahnen drängen sich die Loks und Wagons nur so dicht an dicht.

Auch seltene oder gar Einzelstücke sind darunter. Zum Beispiel diese Elektrolok mit extra vielen Rädern für den passenden Antrieb.

Auch Straßenbahnen, U-Bahnen und sogar Schienenbusse sind vertreten.

Big Boy ist eine riesige Dampflok, die sie nur 25 mal gebaut haben. Auch davon haben sie eine dort stehen. Man darf da auch reinkrabbeln…

Das ist kein Riesenmaulwurf, das ist zum Schneeräumen. Wer steht da vorne und sagt halt?

Was macht man, wenn Edelstahl noch nicht so richtig erfunden ist, man aber Essig transportieren will? Stahltanks halten das nicht lange aus. Man macht das ganze aus Holz und lackiert es silberfarben, damit auf der Fahrt der Essig nicht zu warm wird.

Das einzige Flugzeug ist nicht im Logo, wie einige böse scherzen, es steht beim Eingang zum Parkplatz.

In vielen Bereichen stehen die Züge in Reih und Glied.

Interessant ist auch der größte je gebaute Tankwagen. War ein Testwagon für Flüssiggas. Ist aber nie in Produktion gegangen, weil er die danach erlassene Längenbeschränkung überschritten hat.

Wenn man Glück hatte, sah man so viel von seiner Strecke, wenn man am Führerstand saß/stand. Auch nicht berauschend.

Daher zusammenfassend. Das Museum ist sicher super. Die Eisenbahnen bräuchten noch mehr Platz um besser zur Geltung zu kommen, das Thema Transport wird aber nicht wirklich umfassend behandelt. Ich mag das Museum auf jeden Fall! Wenn man es z.B. mit dem Eisenbahnmuseum in Sacramento vergleicht, ist es riesig!

Der restliche Weg zum Campingplatz war trotz starkem Nachmittagsverkehr bald überwunden. Fehlte nur mehr ein kurzer Besuch bei Walmart, um Futter einzukaufen. Aber auch der liegt nur 2mi vom Campingplatz entfernt.

Am nächsten Tag wieder einmal St. Louis pur. Das Wetter sollte sehr schön werden.

Kommentar hinterlassen