Das Lane Motor Museum, Nashville, TN

Eines der besten Automuseen des Staates soll sich an der heutigen Strecke befinden. Bei genauerer Betrachtung liegt es sogar ziemlich direkt neben der Interstate. Das mußten wir nutzen.

Nashville lag ziemlich in der Mitte der Strecke. Man kann also den Besuch gleich als Rast ansehen. Wobei Rast ist bei einem Museum nur geistig zu sehen, denn in dem Museum rennt man genug in der Halle herum.

Im Museum sieht man verschiedene Kategorien von Autos. Da wäre einmal die Kategorie der verrückten Selbstbauautos. Dieses wurde z.B. aus dem Abwurftank eines Flugzeuges und dem Motor einer Harley gebaut. Wer’s braucht.

Man sieht auch quasi einzigartige Prototypen. z.B. den ersten Citroen mit Wankelmotor. Daneben ist auch immer beschrieben, was es über das Auto zu erzählen gibt. Bei dem Auto z.B., daß Citroen eine Kleinserie von 500 Stück herstellen wollte, die es normalen Leuten zum Testen verkauft hat. Damit sich das für den Käufer rechnet, haben sie lebenslange Garantie vergeben. Bei der Herstellung ging es schon sehr zäh. Um aber die Werbung nicht negativ werden zu lassen, haben sie immer ein paar Seriennummern übersprungen. Es gibt also sehr wohl das Auto 500, es wurden aber nur gut die Hälfte wirklich gebaut.

Blöderweise war der Motor aber auch noch nicht so gar arg ausgereift und die Dinger standen häufig gratis in der Werkstätte. Irgendwann wurde es Citroen zu blöd und hat allen Käufern ein sehr attraktives Eintauschangebot gemacht, das keiner ablehnen konnte. Alle eingetauschten Autos wurden zerstört. Es haben daher nur wenige überlebt…

Auch Sondermodelle sind zu sehen. So wie der Fiat 500 als Pickup.

Einzelanfertigungen sind auch ein Thema. Was passiert, wenn ein Feuerwehrmann eine Bergstraße rauffährt und dann die Straße blockiert ist? Und es keinen Platz zum Wenden gibt? Er fährt meilenlang im Retourgang den Berg wieder runter. Das war so ein einprägsames Erlebnis, daß der gute Mann dafür eine Lösung gesucht und gebaut hat. Zwei 2CV (Enten) wurden in der Mitte abgesägt (da läuft nix Lebenswichtiges durch) und die beiden Vorderteile wurden wieder zusammengeschweißt. Jetzt fährt das Ding in beide Richtungen gleich gut. Das Fahrzeug wurde aber nicht zu Showzwecken gebaut, der gute Mann hat es 20 Jahre gefahren.

Irgendwann haben einmal alle Autos gleich ausgesehen. Selbst ein BMW. Nur die nierenförmigen Kühlereinlaßschlitze gab es schon damals.

Zur Zeit der Propellerflugzeuge hat man bei Autos noch viel experimentiert. Einige kamen auf die Idee, die komplizierte Antriebstechnik zu vereinfachen.

Auch nach dem Weltkrieg gab es einige neue Ideen. Z.B. ein ganz billiges Auto mußte her, damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommen sollte. Das Ding sieht wie vom Autodrom aus, war aber so ein ganz billiges Auto. Aber da schon Version 4. Die Vorgängerversionen kamen noch ohne Türen aus.

Noch einfacher gab es Autos nur vor dem Krieg. Man hat den Motor weggespart und das ganze als Tretauto gebaut. War so im Handel.

Dreiräder waren eine Zeit lang in. Das war wohl das Schlachtschiff aller Dreiräder. So breit, daß auf der einzigen Sitzbank 4 Personen nebeneinander sitzen konnten. Warum die Scheinwerfer in so Torpedoluken eingebaut sind, weiß wohl nur der Designer. Die Luken kann man auch echt zumachen.

Ein kleiner Überblick über die Halle. Um die 300 Autos stehen da drinnen. Mit voller Geschichte. Wenn man die alle liest, wird der Tag zu kurz. Man kann auch noch eine geführte Tour in den basement machen (mit 6$ extra) und sich noch seltenere Autos ansehen. Das waren mir dann aber doch zu viele Autos.

Die kleine Zweiradabteilung zeigt auch ein Einrad.

Das größte Ausstellungsstück steht vor der Türe. Sie haben es nicht in die Halle bekommen. Man beachte, daß die Ziffern an der Seite die Höhe in ft sind. Das Trum ist ein Amphibienfahrzeug der Arme und ist das einzige, das auch bei Wellen selbständig an Land fahren kann. Jedes Rad hat einen eigenen riesigen Dieselmotor zum Antrieb…

Als die Deutschen Tschechien eroberten, haben sie die Tatra Autowerke für ihre Kriegszwecke genutzt. Da der Plan war, Rußland zu erobern, mußten Transportfahrzeuge für die schneebedeckte Tundra gebaut werden. Davon gibt es nur einen Prototyp und der steht immer noch in Tschechien. Hier ein voll funktionsfähiger Nachbau.

Tatra hat auch die Meinung vertreten, daß drei Scheinwerfer besser als zwei sind. Und tatsächlich, warum haben alle Autos zwei Scheinwerfer??? Verwirrtes Smiley

Während des Krieges, war Benzin nicht immer leicht zu bekommen. Wie sollte man aber seine Autos antreiben? Dieser Umbau hatte eine Lösung: In den Kotflügeln wurde Kohle zu Koks verwandelt, das ausströmende Gas ging in den Motor.

Selbst am Klo ist alles Auto. Das Werbeplakat nimmt den Heckantrieb lustig auf die Schaufel.

Der restliche Weg in den Süden verlief bis auf ein paar Baustellen mit erheblichem Lemmingseffekt (angeschrieben 55, selbst die LKWs fetzten mit guten 70 durch)  wenig ereignisreich. Auffallend ist nur, wie grün es schon in letzter Zeit geworden ist.

Der Campingplatz liegt zwei Meilen von der Interstate entfernt und lies auf eine ruhige Nacht hoffen. Am nächsten Tag sollte das Meer erreicht werden.

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