Der dritte Tag im Paradies

Wir sind heute nur zum Strand und zur Eismaschine gefahren, das braucht echt keine Landkarte.

An dem Tag sollte es endlich soweit sein, die erste Schnorcheltour des Jahres war reserviert. Treffpunkt 12:30 an der Marina. Genug Zeit um vorher noch am Südstrand faul zu sein. Das Wetter war das bisher beste der Paradiestage, sehr sonnig von der Früh weg und nur ein paar herumtreibende Wolken.

Rechtzeitig bin ich zur Marina gegangen und sah am Schalter ein unliebsames Schild: Tour Cancelled. Die Erklärung dieses mal: Es sind zu viele Quallen aus dem Süden raufgeschwemmt worden. Das ist zu gefährlich für die Schnorchler.

Das ist für mich neu, denn letztes Jahr sind wir auch mit Quallen geschwommen. Sie haben sogar gesagt, die sind eh ganz harmlos. Ich vermute da eher, sie haben zu wenige Anmeldungen, um das Boot sinnvoll zu füllen. Der gute Mann meinte noch, es soll Wind über Nacht aufkommen, der die Quallen vielleicht verschiebt. Es kann aber auch erst Wochenende werden, bis sie wieder fahren. Wochenende, da wo sicher mehr Leute da sind? Sicher Zufall. Also Stand das Boot wie die letzten Tage (da war ja Wartung) am Dock.

Ok, dann also wieder an den Strand im Norden. Ist eh schön und sogar gratis. Nur wenn ich das früher gewußt hätte, hätten wir den Südstrand auslassen können. Information ist halt wie immer alles.

Aus purer Bosheit hat sich natürlich gerade da eine Wolke vorgeschoben und meine ersten Meeresbewohner waren ziemlich duster. Dabei war ein recht großer Rochen dabei; mein erster überhaupt an den Keys.

Auch der Kofferfisch war dunkel, im Gras versteckt und wenig kooperativ. Aber ich habe einen sehr hübschen wenigstens gesehen. Franz, siehst Du ihn auch? Smiley mit herausgestreckter Zunge

Einen Tag zuvor war es so seicht, da bin ich ohne Flossen rein. Da hätte ich nur Sand geschaufelt. Dieses mal war ich schlauer und habe die Flossen gleich im Auto gelassen. Nur leider, an der Stelle war es tiefer und ohne Flossen konnte ich keinem Fisch hinterher. Also extra nochmal zum Auto laufen… Dabei kam wenigstens die Sonne raus.

Der nächste Kofferfisch war echt ein Koffer: Locker 35cm lang. Der wurde aber wohl so groß, weil er echt vorsichtig ist. Näher ließ er mich nicht ran und mein Versuch näher zu kommen wurde mit dem Einsatz der Schwanzflosse beantwortet. Wußten eh alle, daß die langsamen Brustflossenschwimmer dann blitzschnell werden und man sieht kaum in welche Richtung er abfährt?

Zwischen dem Sand und den Seegrasflächen bewegt sich einiges. Auch große Fische mit 1ft und mehr sind dabei.

Gerade wie die Sonne voll rauskam und ich so vor mich hinschnorchle, sehe ich den Barrakuda am Boden liegen. Er sieht mich, erschrickt, bremst sich aber nach 1 bis 2m wieder ein. Ich konnte ihn umkreisen und mehrere Fotos machen. Das gute Ding ist nur ein Stück kleiner als ich, also ca. 1.5m lang. Durchmesser sicher um die 20cm. Das hat was.

Wenn man so eine Farbe als Fisch hat, darf man nicht darauf bauen, daß man übersehen wird. Aber eine Höhle zum Zurückziehen hilft sicher.

Wenn man im Wasser steht (ja, es ist seicht), sieht man immer wieder Schwanzflossen an die Oberfläche kommen. Was das bloß für Fische sind? Die Länge ist 40cm+.

Der nächste Kofferfisch war echt bunt, aber mehr als sein Hinterteil war auch da nicht zu holen. Er mochte mich nicht so sehr.

Barschartige Fische können echte Feiglinge sein, wenn sie im Gras wohnen, oder mutige Einzelkämpfer, wenn sie Sandbewohner sind. Alles zu finden.

Mit Sandfischen kann man lustig spielen. Nur ein wenig im Sand wühlen, schon kommen sie in großer Anzahl. Der Barsch aus dem letzten Foto wollte die Sandstelle für sich beanspruchen, aber die anderen sind mindestens doppelt so groß und wirklich in der Überzahl.

Krabben sind nicht schnell, aber sie haben einen Verschwindibustrick: Sie graben sich in blitzeseile ein und keiner hat sie mehr gesehen. Außer man scheucht sie wieder raus, dann traben sie weiter, bis zum nächsten Eingrabepunkt.

Nur weil das Seegras in Ufernähe wächst, heißt das nicht, daß die darin schwimmenden Fische klein sein müssen. Der reicht sicher als Nachtmahl für eine Person.

Auch außerhalb des Wassers am Strand kann man es aushalten. Wenn man nicht gerade von der Sonne gebraten wird.

Im Idealfall steht man im Wasser: Hübsche Aussicht und kühl. Bei guten 31°C holt man sich auch nicht so schnell kalte Füße.

Die größte Gefahr dort ist, von einem Pelikan umgeflogen zu werden. Nachdenkliches Smiley

Bevor wir zu dem Eiswürfelautomaten gefahren sind, man glaubt garnicht wie schnell Eiswürfel hier schmelzen, noch ein letzter Blick auf den Strand, den wir eh wieder am nächsten Tag besuchen wollten.

Leider steht auch der Eiswürfelautomat jenseits der 7mi Bridge, aber mit einem Auto geht das halbwegs flott. Rüber und wieder zurück in den Statepark. Zu Fuß oder mit dem Rad wäre das schon eine größere Aufgabe.

Der Abend blieb gewitterfrei, sodaß der Griller in Ruhe sein Werk verrichten konnte. Die spannende Frage am Abend war: Wird die Schnorcheltour am 4. Tag im Paradies stattfinden?

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