Ein gepflasterter Gehsteig verläuft neben einer weiten Wiese am Mississippi River in New Orleans, im Hintergrund überspannt die mächtige Crescent City Connection den breiten Strom unter einem wolkenverhangenen Himmel

Burris Farmer Market und USS Kidd

Einmal hatte der Wetterbericht recht. Das ich das noch erleben durfte. Party-Smiley  

Der Wetterbericht hatte zunächst einmal nicht recht, denn in der Früh war es an Stelle von strahlend sonnig grau in grau. Also haben wir uns getrollt, denn grau in grau am Strand macht keinen Spaß. Der Wetterbericht hat aber behauptet, daß so um 11 die Sonne rauskommen sollte. Das klang nach der üblichen Vertröstungstechnik, wie wir sie in den vorherigen Tagen mehrmals hatten. Kurz nach dem Campingplatz sah das Wetter so aus; immerhin hatten die Wolken schon Struktur.

Eine graue Asphaltstraße führt durch eine flache, weite Landschaft mit saftig grünen Wiesen und dichten Waldstreifen am Horizont, während ein schwerer, tief hängender Wolkenhimmel das Licht dämpft. Entlang des rechten Fahrbahnrandes ziehen sich Masten mit Freileitungen in die Ferne

Bei Burris Farmers Market kam dann zum ersten mal die Sonne raus. Und es war 11!!!

Das Burris Farm Market mit weißem Blechdach und grünem Schriftzug präsentiert vor dem Eingang auf Europaletten zahlreiche farbige Blumenstöcke sowie herbstliche Strohballen

Burris ist ein riesiges Marktstandl, wo es im hinteren Bereich auch eine Bäckerei und einen Imbiss gibt. Man findet dort immer sehr gutes Obst und Gemüse und wir machen deshalb gerne halt. Z.B. die Zwiebelauswahl ist besser als beim Zwiebelfest in Laa (was leider nicht sehr schwer ist): weiße, gelbe, rote und Süßzwiebeln

In einem rustikalen Hofladen mit holzverkleideten Wänden reihen sich massive Kisten aus Holz aneinander, die reichlich mit frischem Obst wie Orangen und Kaki gefüllt sind. An der Wand hängt eine bemalte Tomate, eingerahmt von Preisschildern und einer US-amerikanischen Flagge Rechteckige Auslagen aus Holz, gefüllt mit roten, gelben und weißen Zwiebeln, dazwischen Preisschilder auf Metallstangen sowie im Hintergrund weitere Gemüsesorten

An einem Tisch gibt es Bäckerkunstwerke zum schnell mitnehmen. Magic Cake (nicht magic mushrooms), Pecan Pie, …

Zahlreiche in durchsichtigen Plastikdosen verpackte Kuchen, Torten und Gebäcke liegen auf einem herbstlichen Tischtuch mit Kürbismotiv

Jellies, Jams, Marmalades, alles da. Von der Orange, Pfirsich, Feige, …

Regelmässig angeordnete Holzkisten an einer hellen Wand dienen als Regale für zahlreiche Gläser mit hausgemachten Konfitüren und eingekochten Früchten

Es gibt auch scharfe Sachen wie Soßen, Salsa und ähnliches. Neu für mich sind kandierte Jalapenos. Da ich ein Glas nie in einer guten Woche leerfuttern kann, habe ich nichts gekauft. Für alle Interessierten, habe ich aber das Rezept für Kandierte Jalapenos gefunden.

Mehrere Einmachgläser gefüllt mit grünem eingelegten Gemüse stehen auf einem hölzernen Regal. Das Glas im Vordergrund trägt ein beiges Etikett mit der Aufschrift „Candied Jalapenos“ sowie dem Logo des Burris Farm Market in Loxley, Alabama

Tatsächlich lockerte es mehr und mehr auf, sodaß die Brücke nach Mobile schon sehr strahlend sonnig war.

Blick auf die mehrspurige Fahrbahn der Wallace Tunnel Approach Bridge in Mobile, Alabama, mit grauer Betonleitwand, wenigen Autos und der Skyline im Dunst

Die restliche Fahrt nach Baton Rouge verlief i.A. ohne besondere Vorkommnisse, nicht einmal einen Stau hatten wir. Der Campingplatz ist dort total nett und zur Abwechslung erstaunlich ruhig. Der Pool sieht verführerisch aus, mir war er aber zu kalt. Mehr was für Heidi.

Das Panorama zeigt ein sonniges Freibad mit einem blauen Schwimmbecken, umgeben von einem hellen Betonboden und weißen Holzlattenzäunen. Im Hintergrund stehen Palmen und Bäume unter wolkigem Himmel. Am Beckenrand befindet sich ein gelber Sprungturm

Baton Rouge hat als Stadt angeblich nicht besonders viel zu bieten, aber das alte Schiff, die USS Kidd soll einmalig sein, weil es der einzige Zerstörer des 2. Weltkrieges ist, der völlig im Originalzustand erhalten geblieben ist. Also nichts wie ins Zentrum von Baton Rouge, an den Mississippi. Die Zufahrt ist ohne Navi eher schwer, selbst mit Navi ist man an einigen Stellen überrascht. Dafür ist mitten in Downtown das Parken für Museumsbesucher gratis. Ich war der einzige Besucher zu der Zeit und da hat man alle Fotomöglichkeiten, die man sich vorstellen kann.

Ich habe gelesen, an der Stelle gibt es je nach Jahreszeit und Flut eine Hubhöhe von guten 12m. Deshalb haben sie eine ganz spezielle Halterung bauen müssen. Vorort sieht es aber aus, als wäre das Schiff am flachen Ufer gestrandet. Speziell?

Das graue Kriegsschiff USS Kidd liegt festgemacht am Ufer eines Flusses, während im Hintergrund eine imposante Fachwerkträgerbrücke und ein bewölkter Himmel zu sehen sind

An Bord wird man von zwei Leuten begrüßt, die das Ticket absammeln. Zwischen dem Eingang = Museum und dem Schiff ist nämlich ein Damm, der für jeden zugänglich ist und als Freizeitparadies zum Radfahren und Joggen beworben wird. Der gute Führer mit seinem Kompagnon hat kein stressiges Leben. Er erklärt einem, daß die Runde beschildert ist und man soll den Pfeilen folgen. Wenn man tatsächlich eine Frage hat, kann man ihn ja gerne fragen. Also auf den Pfeilen folgen.

Zunächst geht man außen herum. Das schauderhafte graublau, das meine Kamera nicht sonderlich mag, ist die Tarnfarbe der Schiffe, denn am Horizont kann man das graublau nicht vom Wasser oder Himmel unterscheiden, sagen sie.

Graue Flugabwehrgeschütze an Deck eines Schiffes, im Hintergrund eine Uferpromenade mit städtischer Bebauung und bewölktem Himmel Graues Stahldeck eines historischen Kriegsschiffs mit aufgeschlossenen Tauen auf Regalen, einer Geschützanlage im Hintergrund und dramatischem, wolkenverhangenem Himmel

Innen sieht man die üblichen Räume wie Büros und Krankenzimmer.

Ein schmaler Gang im Schiffsinneren beherbergt ein historisches Büro mit metallenen Schreibtischen, auf denen alte Schreibmaschinen und ein Stahlhelm thronen, während davor drei schlichte Sessel stehen und an der Wand graue Kasten befestigt sind Im engen Schiffsverband eines historischen Kriegsschiffs gewährt der spartanische Lazarettgang Einblick in ein historisches Bordhospital mit olivgrünen Stahlmöbeln, Regalen voller Fläschchen, einem Waschbecken und einer Triege samt Militärdecke

Außen ist schwer zu fotographieren, denn am Nachmittag stand die Sonne echt blöd und man sitzt auf dem zu fotographierenden Ding selbst drauf.

Graues Schiffsdeck mit genieteten Stahlwänden, offenem Gang und schwerem Zwillingsgeschütz am Oberdeck; an der Wand hängt ein oranger Rettungsring Blick von einem feuchten Gang auf dem grauen Schiffsdeck eines historischen Kriegsschiffs nach oben, flankiert von genieteten Außenwänden, schweren Stahltüren, geöffneten Luken, Rauchfängen und einem aufragenden Mast unter wolkenverhangenem Himmel

Ein Zerstörer wie die Kidd ist universell einsetzbar. Man kann größere Schiffe beschützen, man kann gegen U-Boote vorgehen und zur Not an Land schießen. Daher hat das Schiff einige wenige Kanonen, einige Luftabwehrgeräte, einige Mienen und Torpedos an Bord. Aber von nix halt was Spezielles oder viel. Ich bin aber weiter durch die Manschaftsräume gekommen. Die Kombüse z.B.

Blick in die historische Schiffskogl mit einem rotbraunen Boden, an der linken Seite ein langer Herd mit gusseisernen Pfannen und Pfannenwendern, rechts eine glänzende Arbeitsfläche aus Edelstahl samt Spüle sowie im Hintergrund große Kessel und Rohre an der Decke

Wenn man Offizier war, hatte man auch ein wenig mehr Platz. Man aß zivilisiert.

Der historische Schiffsraum mit hellgrünem Bodenbelag zeigt ein langes, gedecktes Speisegesindel unter Deckenlampen, flankiert von dunklen Ledersofas und Sesseln sowie gerahmten Seekarten an der Wand

Wenn man einfaches Mannschaftsmitglied war, hatte man die A Karte. Da schlugen sich 150 Mann (ja nur Mann) um den verbleibenden Platz. Klappliegen über den Sitzen oder Tischen.

Im schlichten Mannschaftsmessraum eines historischen Schiffes dominieren massive, grüne Resopaltische und Reihen von schmalen Koje-Regalen im Hintergrund. An der vorderen Schottwand stehen glänzende Edelstahl-Kaffeekessel auf einer Anrichte, während an der Decke dicke Rohre und Kabelkanäle verlaufen

Einfache Vorgesetzte hatten wieder ihre eigene Ecke.

Das spartanische Offiziersmess an Bord eines grauen U-Boots zeigt lange Tische mit hellen Resopalplatten, dunkelbraune Polsterbänke entlang der Wand sowie freistehende Sessel mit Metallrohrgestellen, während an der Decke Rohre verlaufen und schwere Stahlhelme auf den Sitzgelegenheiten liegen

Und natürlich sind die Schlafplätze auch dem Rang nach anders. Die einfachen Vorgesetzten hatten schon andere Liegen.

Im engen Gang eines historischen U-Boots reihen sich mehrstöckige Kojen mit grauen Metallgestellen und Kettenaufhängung aneinander, während im Hintergrund Spinde stehen

Die Leuteschinder 3er Kabinen.

Im engen grauen Gang eines U-Boots stehen zwei gepolsterte Sessel mit einem Stahlhelm, während an der Wand drei übereinander angeordnete Kojen und ein klappbarer Schreibtisch montiert sind

Bis jetzt habe ich viel von Mannschaftsräumen gesprochen. Das ist auch schon das Problem an dem Schiff, denn viel mehr sieht man nicht. Nur ganz wenige Planungsräume noch.

Im engen Gang eines historischen Unterseeboots drängen sich olivgrüne Wände voller Armaturen, ein grauer Stahlstuhl und zwei Helme mit der Aufschrift Torp Capt und Radar Off auf einem Kasten

Und den Steuerstand.

Blick in die grau lackierte Kommandobrücke eines historischen Schiffs mit Steuerrad, glänzenden Messinginstrumenten und Bullaugen an der holzverstärkten Wand

Weiter rauf darf man nicht, weiter runter, wie zum Munitonslager, dem Motor oder so darf man auch nicht. Man sieht die Quartiere und den Außenbereich.

Auf dem grauen Kriegsschiff USS Kidd ragt eine graue Zwillingsflak mit Radarantenne auf, während im Hintergrund das begrünte Ufer, eine Stiege und Gebäude unter einem tiefblauen Wolkenhimmel liegen Das Deck eines grauen Kriegsschiffes zeigt im Vordergrund schwere Torpedorohre mit einer gelagerten Rakete, während im Hintergrund der graue Mast und ein wolkenverhangener Himmel aufragen Das graue Oberdeck eines graublauen historischen Kriegsschiffs zeigt mächtige Aufbauten, Rohre sowie Torpedorohre, während im Hintergrund ein blauer Himmel mit weissen Wolken zu sehen ist

Detail am Rande: Was hatten die Römer und die damaligen Soldaten gemeinsam? Gemeinsames in die Rinne kacken. Wie die Berichte hier deutlich machen: Privatsphäre gab es einfach nicht.

Schiffstoilette mit zwei gegenüberliegenden Sitzbänken aus schwarzen Holzsitzen und einer roten Sitzfläche über einem offenen Rinnensystem, auf einem mit Riffelblech ausgelegten Boden in einem engen Gang mit weißen Rohren

Von außen eh nett, aber welche Kanonen oder Gewehre da drauf sind, weiß mal wieder keiner.

Blick entlang des hellgrauen Stahlaufbaus eines historischen Kriegsschiffs mit runden Bullaugen und einem filigranen Mast, während links ein schwarzes Stahlgerüst auf das Ufer ragt und sich im Hintergrund ein tiefblauer Himmel mit weissen Wolken wölbt Das graue Deck des Kriegsschiffs USS Alabama ragt mit massiven Ketten und einem Geschützturm in den hellblauen Himmel, während im Hintergrund das grüne Ufer mit Gebäuden und einer Brücke am Flussufer zu sehen ist Der Blick durch mehrere schwere, stahlblaue Schott-Türen eröffnet die Sicht in den schmalen Gang eines grauen Schiffes, an dessen Stahlwänden Seile hängen

Noch ein Abschiedsfoto vom Heck, und schon hat man das Schiff gesehen (Haltepunkt 39 ist Exit).

Das graue Kriegsschiff liegt am Kai, während an Deck graue Geschütze und Geschütztürme sowie Relings montiert sind, vor einer modernen Uferbebauung unter blauem Himmel mit weißen Wolken

Beim Museum kann man auf einen Aussichtsturm raufhatschen. Von dort hat man einen netten Blick auf das Schiff und die I10 Brücke über den Mississippi.

Das graue Kriegsschiff USS Kidd liegt am Ufer eines breiten Stroms, verbunden durch eine Gangway mit dem grünen Gehsteig am Damm, im Hintergrund ziehen weite Wolkenfelder über den Horizont Ein gepflasterter Gehsteig verläuft neben einer weiten Wiese am Mississippi River in New Orleans, im Hintergrund überspannt die mächtige Crescent City Connection den breiten Strom unter einem wolkenverhangenen Himmel

Das Museum selbst ist ein Scherz. Es werden Kriegsdenkmäler beweihräuchert, man hat Listen von verschwundenen U-Booten, man begeistert sich, daß das größte U-Boot der USA (zwar kleiner als das von Russland) Baton Rouge getauft wurde und man sieht viele, viele, viele Modelle von Schiffen und Flugzeugen. Den fehlenden Zugang zu den anderen Räumen will man mit einem Modell wett machen.

Das detaillierte Schnittmodell eines großen Ozeanriesen hinter einer Glasvitrine zeigt auf mehreren Decks die filigrane maschinelle Inneneinrichtung, während oben zwei weiße Rauchfänge aufragen

Na gut, gesehen hab ich es. Wenn man dort vorbeikommt, kann man die 8$ verschmerzen und sich das Schiff ansehen. Wer sich dafür interessiert, wie man auf dem Ding gelebt hat, ist dort auch gut aufgehoben. Wer aber nur den Ansatz von technischem Interesse hat, sollte lieber ein anderes Schiff anschauen gehen.

Damit ging es zurück an den Campingplatz, wo ein leckeres Abendessen gegrillt wurde: Burger vom Publix mit Käse und Bacon. Dazu Tomatensalat mit Süßzwiebeln. Ein netter Abend. Smiley

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