Einmal hatte der Wetterbericht recht. Das ich das noch erleben durfte.
Der Wetterbericht hatte zunächst einmal nicht recht, denn in der Früh war es an Stelle von strahlend sonnig grau in grau. Also haben wir uns getrollt, denn grau in grau am Strand macht keinen Spaß. Der Wetterbericht hat aber behauptet, daß so um 11 die Sonne rauskommen sollte. Das klang nach der üblichen Vertröstungstechnik, wie wir sie in den vorherigen Tagen mehrmals hatten. Kurz nach dem Campingplatz sah das Wetter so aus; immerhin hatten die Wolken schon Struktur.

Bei Burris Farmers Market kam dann zum ersten mal die Sonne raus. Und es war 11!!!

Burris ist ein riesiges Marktstandl, wo es im hinteren Bereich auch eine Bäckerei und einen Imbiss gibt. Man findet dort immer sehr gutes Obst und Gemüse und wir machen deshalb gerne halt. Z.B. die Zwiebelauswahl ist besser als beim Zwiebelfest in Laa (was leider nicht sehr schwer ist): weiße, gelbe, rote und Süßzwiebeln

An einem Tisch gibt es Bäckerkunstwerke zum schnell mitnehmen. Magic Cake (nicht magic mushrooms), Pecan Pie, …

Jellies, Jams, Marmalades, alles da. Von der Orange, Pfirsich, Feige, …

Es gibt auch scharfe Sachen wie Soßen, Salsa und ähnliches. Neu für mich sind kandierte Jalapenos. Da ich ein Glas nie in einer guten Woche leerfuttern kann, habe ich nichts gekauft. Für alle Interessierten, habe ich aber das Rezept für Kandierte Jalapenos gefunden.

Tatsächlich lockerte es mehr und mehr auf, sodaß die Brücke nach Mobile schon sehr strahlend sonnig war.

Die restliche Fahrt nach Baton Rouge verlief i.A. ohne besondere Vorkommnisse, nicht einmal einen Stau hatten wir. Der Campingplatz ist dort total nett und zur Abwechslung erstaunlich ruhig. Der Pool sieht verführerisch aus, mir war er aber zu kalt. Mehr was für Heidi.

Baton Rouge hat als Stadt angeblich nicht besonders viel zu bieten, aber das alte Schiff, die USS Kidd soll einmalig sein, weil es der einzige Zerstörer des 2. Weltkrieges ist, der völlig im Originalzustand erhalten geblieben ist. Also nichts wie ins Zentrum von Baton Rouge, an den Mississippi. Die Zufahrt ist ohne Navi eher schwer, selbst mit Navi ist man an einigen Stellen überrascht. Dafür ist mitten in Downtown das Parken für Museumsbesucher gratis. Ich war der einzige Besucher zu der Zeit und da hat man alle Fotomöglichkeiten, die man sich vorstellen kann.
Ich habe gelesen, an der Stelle gibt es je nach Jahreszeit und Flut eine Hubhöhe von guten 12m. Deshalb haben sie eine ganz spezielle Halterung bauen müssen. Vorort sieht es aber aus, als wäre das Schiff am flachen Ufer gestrandet. Speziell?

An Bord wird man von zwei Leuten begrüßt, die das Ticket absammeln. Zwischen dem Eingang = Museum und dem Schiff ist nämlich ein Damm, der für jeden zugänglich ist und als Freizeitparadies zum Radfahren und Joggen beworben wird. Der gute Führer mit seinem Kompagnon hat kein stressiges Leben. Er erklärt einem, daß die Runde beschildert ist und man soll den Pfeilen folgen. Wenn man tatsächlich eine Frage hat, kann man ihn ja gerne fragen. Also auf den Pfeilen folgen.
Zunächst geht man außen herum. Das schauderhafte graublau, das meine Kamera nicht sonderlich mag, ist die Tarnfarbe der Schiffe, denn am Horizont kann man das graublau nicht vom Wasser oder Himmel unterscheiden, sagen sie.

Innen sieht man die üblichen Räume wie Büros und Krankenzimmer.

Außen ist schwer zu fotographieren, denn am Nachmittag stand die Sonne echt blöd und man sitzt auf dem zu fotographierenden Ding selbst drauf.

Ein Zerstörer wie die Kidd ist universell einsetzbar. Man kann größere Schiffe beschützen, man kann gegen U-Boote vorgehen und zur Not an Land schießen. Daher hat das Schiff einige wenige Kanonen, einige Luftabwehrgeräte, einige Mienen und Torpedos an Bord. Aber von nix halt was Spezielles oder viel. Ich bin aber weiter durch die Manschaftsräume gekommen. Die Kombüse z.B.

Wenn man Offizier war, hatte man auch ein wenig mehr Platz. Man aß zivilisiert.

Wenn man einfaches Mannschaftsmitglied war, hatte man die A Karte. Da schlugen sich 150 Mann (ja nur Mann) um den verbleibenden Platz. Klappliegen über den Sitzen oder Tischen.

Einfache Vorgesetzte hatten wieder ihre eigene Ecke.

Und natürlich sind die Schlafplätze auch dem Rang nach anders. Die einfachen Vorgesetzten hatten schon andere Liegen.

Die Leuteschinder 3er Kabinen.

Bis jetzt habe ich viel von Mannschaftsräumen gesprochen. Das ist auch schon das Problem an dem Schiff, denn viel mehr sieht man nicht. Nur ganz wenige Planungsräume noch.

Und den Steuerstand.

Weiter rauf darf man nicht, weiter runter, wie zum Munitonslager, dem Motor oder so darf man auch nicht. Man sieht die Quartiere und den Außenbereich.

Detail am Rande: Was hatten die Römer und die damaligen Soldaten gemeinsam? Gemeinsames in die Rinne kacken. Wie die Berichte hier deutlich machen: Privatsphäre gab es einfach nicht.

Von außen eh nett, aber welche Kanonen oder Gewehre da drauf sind, weiß mal wieder keiner.

Noch ein Abschiedsfoto vom Heck, und schon hat man das Schiff gesehen (Haltepunkt 39 ist Exit).

Beim Museum kann man auf einen Aussichtsturm raufhatschen. Von dort hat man einen netten Blick auf das Schiff und die I10 Brücke über den Mississippi.

Das Museum selbst ist ein Scherz. Es werden Kriegsdenkmäler beweihräuchert, man hat Listen von verschwundenen U-Booten, man begeistert sich, daß das größte U-Boot der USA (zwar kleiner als das von Russland) Baton Rouge getauft wurde und man sieht viele, viele, viele Modelle von Schiffen und Flugzeugen. Den fehlenden Zugang zu den anderen Räumen will man mit einem Modell wett machen.

Na gut, gesehen hab ich es. Wenn man dort vorbeikommt, kann man die 8$ verschmerzen und sich das Schiff ansehen. Wer sich dafür interessiert, wie man auf dem Ding gelebt hat, ist dort auch gut aufgehoben. Wer aber nur den Ansatz von technischem Interesse hat, sollte lieber ein anderes Schiff anschauen gehen.
Damit ging es zurück an den Campingplatz, wo ein leckeres Abendessen gegrillt wurde: Burger vom Publix mit Käse und Bacon. Dazu Tomatensalat mit Süßzwiebeln. Ein netter Abend. ![]()