An dem Tag ging es endlich los, die Wanderung konnte beginnen.
Die Nacht war seeeehr kalt, aber dafür sind Schlafsäcke erfunden worden. Wir wurden von der Sonne geweckt, obwohl wir mitten im Wald standen. Ein gutes Zeichen, wenn man wandern gehen will. Und an dem Tag sollte es wirklich wandern werden, denn die Strecke fällt nicht mehr unter spazieren gehen. Wir bauten daher flott unser Zelt ab (da war es noch ziemlich kalt und windig), frühstückten ein wenig und ab zum Visitor Center. Dort standen schon die ersten und warteten auf den Bus, der uns auf den Berg rauffahren sollte. Wir bevorzugten die Sonne, denn es war immer noch sehr frisch.

Der Bus war überraschend voll (es war eigentlich nur ein Van) und wir waren froh oben aussteigen zu können. Wir hatten auch vorher schon die Diskussion, auf welcher Strecke wir gehen sollten. Wir haben uns dann für die kürzere Strecke aber vom weiter entfernten Startpunkt entschieden. So konnten wir am Rim entlang gehen und die wunderbar beschriebene Strecke nach unten nehmen. Außerdem waren wir nicht gerade trainiert, da mußte es nicht die extralange Strecke sein, wo man eine zusätzliche Runde gehen muß, um zu den Formationen zu kommen. Aber auch so waren es knappe 10mi.

Die erste Frage oben war simpel: Wo z* T***** geht der Weg los? Wir sind begeistert am Rim entlang gegangen und fanden bald den falschen Weg mit einigen Zusatzhöhenmetern rauf und runter. Jetzt wissen wir, manche Abzweigungen sind nur von einer Seite beschriftet. Also besonders genau schauen, wohin es geht.

Der Weg schlängelt sich oben bis zum kürzeren Einstiegspunkt, den wir leider viel genauer gefunden haben als wir wollten. Aber wir wollten ja noch mehr gehen, das war ein gewollter Bonus! ![]()

Das Wetter war seltsam. Wir hatten, wie man sieht, strahlend blauen Himmel, aber es war echt windig. Die Sonne war aber wie für den Süden üblich stark. Also frieren im Schatten, schwitzen in der Sonne wenn mal kein Wind war, oder angenehm in der Sonne mit Wind. Da sich der Weg durch irre Formationen hindurchschlängelt, hat man von allem etwas.

Der enthusiastisch beschriebene Teil ist wirklich sehenswert. Man geht durch kleine Schluchten und Höhlen durch und sieht immer wunderbar auf die Steinmenge im Tal. Zu dem Zeitpunkt waren wir uns schon sicher, das müssen wir bei Gelegenheit wieder machen.

Strahlend blauer klarer Himmel und Sonne sind bei Felsen immer eine Herausforderung für die Kamera. Daher hat sich meine Lumix dafür entschieden, fast alle Bilder im HDR Modus zu schießen. Trotzdem habe ich bei einigen extremen Bildern selbst HDRs gemacht, um den riesigen Helligkeitsunterschied hinzubekommen. Daher war der Bericht auch von den Fotos her eine Herausforderung.

Am Ende des Rim Weges geht es ziemlich nach unten. Zum Teil über Serpentinen wie im vorigen Bild. Bevor es aber runter ging, nutzen wir eine sonnige aber halbwegs windgeschützte Ecke für ein Picknick. Man will das ganze Zeug ja nicht umsonst geschleppt haben. Obwohl wir die ganze Strecke quasi alleine gegangen sind, kamen am Rastplatz einige vorbei und waren auf den Platz neidisch.

Nach dem steilen Abstieg geht es ein kleines Plateau entlang, ein kleiner Bach plätschert daneben her. Im Sommer wird der wohl eher trocken sein, aber es hatte ja kurz vor uns dort heftig geregnet.

Der Weg folgt dem Bächlein (naja, an manchen Stellen steht halt Wasser) und Bäume bringen Schatten.

Der weitere Weg wird dann nicht ganz so spannend. Man quert unverhältnismäßig oft den Bach, der offenbar für ein paar Stunden im Jahr zu einem reißenden Sturzbach werden kann und dabei geht man immer steil runter, durch das Bachbett durch und wieder rauf. Auch so kommt man zu seinen Höhenmetern. Dann wieder eine Kante und man trifft auf den zweiten Weg, den wir nicht gehen wollten. Die Felsformationen sind nun oben.

Nach einer Zwischensteigung, Astrid war da schon ein wenig angeschlagen, trafen wir auf zwei ältere Herren, die uns angequasselt hatten, ob wir den Rest der Familie nicht getroffen hätten. Jedenfalls redeten sie gerne viel sinnloses Zeug und rannten wieder los. Den Berg rauf. Die machen das wohl öfter als wir.

Der lange Weg zum Visitor Center bringt schöne Ausblicke auf die gegenüberliegende Talseite, ist aber schon auch lang und zum Teil sonnig. Das im Sommer muß weniger toll sein. Wir hatten dort wenigstens angenehme Temperaturen.

In dem Teil denkt man, es kann doch nicht mehr so lange sein. Man glaubt immer durch die Bäume ein Dach oder so zu sehen. Aber die Wahrheit ist oft anders.

Astrid schaut auf allen Fotos voll aktiv aus. Andere Fotos darf ich hier auch nicht zeigen.
Besonders von den letzten Metern vor dem Visitor Center. Da kam uns ein Ranger entgegen, der am Nachmittag mal auf die schnelle die Runde gehen wollte. Im Laufschritt. Der übt das ganz sicher.

Beim Visitor Center haben wir noch ein zweites Picknick auf den dortigen Picknicktischen gemacht, was von einem Blue Jay sehr genau überwacht wurde.

Dann blieb uns nichts anderes übrig als müde aber glücklich die Weiterfahrt anzutreten. Eigentlich wollten wir eine Dirt Road zum nahen Fort Bowie NHS nehmen, aber das wäre sich zeitlich nicht mehr so gut ausgegangen. Daher sind wir TomToms Aufforderung vom Vortag gefolgt und haben die schön beschilderte Dirt Road (da wo das Public Land war) zur I10 genommen, um noch vor Sonnenuntergang in Las Cruces zu sein.

Da wußten wir noch nicht, auf was wir uns da eingelassen hatten. Denn die Straße wurde schmäler und vor allem wesentlich bergiger. Astrid war mit meinem Fahrtempo unzufrieden, da die Sicht nach unten z.T. sehr gut war. Ich war mit den immer heftiger werdenden Rillen unhappy, aber zum Umkehren war nicht einmal genug Platz…

Sie haben aber überall brav Verkehrszeichen aufgestellt. Bei Serpentinen empfehlen sie 15mi/h bei Kurven z.T. deutlich mehr. Astrid war es immer zu schnell.

Danach haben wir es mit der einheimischen Tierwelt zu tun bekommen. Eine free range Kuh wollte trinken. Jetzt. Da wo sie immer trinkt. Nur wir wollten da durch die Furt durch. Ja, natürlich gibt es dort keine Brücken. Und meine Flachfliege hat sich über den Bach auch nicht gefreut. Die seichteste Stelle war bei der Kuh, aber die wollte ihr Wasser nicht hergeben. Das war eine längere Diskussion, bis wir da durch waren.

Kurz nach der Kuh waren Truthähne in Sicht.

Irgendwann hat sich so eine Art Asphalt auf die Straße geschlichen und dann kam die Sensation: Eine Mittellinie! Die Zivilisation hatte uns wieder. Die Strecke ist auch echt nicht hässlich, überall Campingplätze (für den Sommer).

Die restlichen Meilen auf der I10 waren so unspannend wie immer und wir erreichten Las Cruces mit den letzten Sonnenstrahlen. Dort bleibt es einer der schönsten KOAs der USA. Leider fiel uns kein guter Grund ein eine zweite Nacht dort zu bleiben…