Da uns der Carlsbad KOA absolut nicht gefallen hat und der miese Platz auch noch für die zweite Nacht vergeben war, sind wir gleich zu einem einfachen und billigen Platz gleich neben den Caverns umgezogen. Da die Sitting Bulls Falls doch ein Stück weg sind, kam trotzdem eine ganz schöne Runde dabei raus.
Nach der kältesten Nacht der Tour (Gefrierpunkt) waren wir nicht unglücklich darüber, daß das Zelt in der Sonne stand. Irgendwoher mußte ja wieder Wärme kommen. Der Platz wurde dadurch nicht besser: wir standen im Dreck mit vielen Steinen, zum Klo ist es eine Wanderexpedition und WLAN gibt es an der Stelle sowieso nicht. Wobei das egal ist, denn beim Hauptgebäude hat man WLAN, es geht dort aber elends langsam und unterbricht im Minutentakt.

Also nichts wie los, es war an dem Tag einiges zu tun. Wir waren uns nur nicht einig, in welcher Reihenfolge wir die Runde angehen sollten. Ich wollte das strahlend blaue Wetter nutzen um die Falls gleich zu machen, Astrid wollte die Höhlen machen, weil es unsicher war, wann die zumachen. Also sind wir der Frauenmeinung gefolgt…
Nach einer knappen Stunde Fahrt kamen wir bei strahlendem Sonnenschein bei der Höhle an und konnten Dank NP Paß gratis runterfahren. Jetzt würde sich zeigen, was die (nun nicht mehr ganz) neue Lumix FZ1000 kann. Die ersten Fotos waren vielversprechend und die Lichtstimmung kommt gut rüber. Dann wurde ich übermütig und habe mich auf HDR Fotos konzentriert. Für alle Interessierten: Die folgenden Bilder sind fast alle HDR, manche aus einem Bild manche aus 5 Bildern errechnet. Die auch sehr hübschen ‘normalen’ Fotos kommen auf die Homepage, denn da braucht es eine höhere Auflösung.

Scheinbar sind sie nun wieder lockerer bei den Bestimmungen. Man darf zwar keinerlei Essen oder Getränke außer Wasser mitnehmen, man darf aber jetzt jede beliebige Taschenlampe mitnehmen und nutzen. Man wird zwar darauf hingewiesen, daß man andere damit nicht blenden soll, aber das kapieren die Leute voll nicht. Ich kann nach der Runde nur sagen, nehmt ihnen die LED Lampen weg!!! Die gehen zumindest mir unendlich auf den Geist. Entweder man wird gleich direkt geblendet, oder sie wacheln mit den Lichtkegeln auf den Formationen rum und die Fotos sind im Eimer.

Weiters erlauben Sie es wieder, daß man den natürlichen Eingang hinaufgeht. Scheinbar sind bei der letzten Sperre der Lifts keine verstorben. ![]()

Astrid war sehr geduldig mit mir, denn ich habe schon einige Zeit für die Fotos gebraucht. Für das nächste mal werde ich noch RAW Fotos machen müssen, damit sollten die HDR Fotos besser werden. Wirklich nett ist, daß ISO 6400 kein wirkliches Problem darstellt. Ein großes Lob an Sony für den 1” Sensor.

Die Beleuchtung in der Höhle ist auch wirklich gut. Sie arbeiten mit einer Mischung an Systemen, um den Algen keine Chance zu geben, aber trotzdem gut auszuleuchten. Man sieht auch sehr viele mehrfarbige LEDs. Scheinbar haben sie das nun nach langen Versuchsreihen im Griff.
Sehr mutig sind Leute hier offenbar früher gewesen. Es gibt einige Schilder wo erklärt wird, wie die ersten Höhlenforscher herumgeklettert sind. Eine der Hightec Leitern hängt heute noch.

Dieses mal war auch ein wenig mehr Wasser in der Höhle zu sehen. Daher ist der Mirror Lake besonders fotogen.

In dem Bericht habe ich versucht besonders auf die Überblicke durch die riesige Höhle einzugehen. Einzelne Formationen sind natürlich hübsch, aber die größte Faszination der Carlsbad Caverns sind die Dimensionen. Man bekommt mehrere A380 hinein!

Zum Größenvergleich noch eine Ansicht mit Menschen.

Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Fotos und zusammenfassend muß ich sagen, daß ich ziemlich begeistert bin. Vor ein paar Jahren war man happy, wenn man eine hell ausgeleuchtete Formation irgendwie ablichten konnte. Heute fragt man sich, welcher Modus noch schärfere oder kontrastreichere Fotos macht. Da kann man sicher noch aufwerten, aber das ist mosern auf extrem hohen Niveau. Denn wenn man solche Fotos freihändig (nicht einmal am Geländer gestützt) machen kann, kann man nicht mehr motzen.
Wir sind von den Höhlen zum billigen Campingplatz direkt bei der Einfahrt zum NP gefahren, haben gerade mal die Hälfte des KOAs bezahlt und damit auf Strom verzichtet. Dafür standen wir auf Gras unter einem Baum in ruhiger Lage.
Weiter ging es in die Stadt Carlsbad, wo wir bei einem Walmart eingekauft haben und den örtlichen Subway für zwei sehr leckere Sandwiches genutzt haben. Gegessen wurde das traditionell am Picos River. Da zogen schon die üblichen nachmittäglichen Wolken auf…

Alle unsere Brotreste wurden an die örtlichen Vögel und Fische verfüttert. Der Tag war auch temperaturmäßig endlich angenehm, und wir haben uns dann doch aufgemacht, um zu den Falls zu kommen.
Man braucht eine knappe Stunde dorthin und es geht auf kleinen Highways durch die Pampa. Bei der letzten Abzweigung sahen wir etwas, daß uns garnicht gefiel: Gate closes at 5pm. Also nur mehr eine knappe halbe Stunde und wir hatten noch ein paar Meilen. Ich habe dann die extrem niedrige Geschwindigkeitsbeschränkung ein wenig als Empfehlung aufgefaßt und kann nun bestätigen, daß 305PS auf kurviger Straße Spaß machen. Wir kamen 10 Minuten später bei den Wasserfällen an und konnten noch schöne Fotos machen. Das vorwiegend weil wir extremes Glück hatten, denn die ganze Strecke zu den Fällen war ziemlich bewölkt. Nur über den Fällen war ein Sonnenloch. Hatten wir also Glück und ich war wieder happy. Astrids Plan ist somit aufgegangen, aber mit viel Glück.

Am Weg nach draußen kamen uns zwei Motorradfahrer schnaufend entgegen. Sie hatten es nach eigenen Aussagen gerade noch geschafft. Am Klo schreiben sie die Uhrzeitregelung ein wenig genauer hin. Um 5pm wird der Eingang gesperrt, um 6pm der Ausgang. Also kein Stress. Wir konnten noch blühende Kakteen bewundern.

Am Weg zurück zum Campingplatz hatten wir wieder eine Demonstration von ‘open range’ . Diese Kuh stand einfach auf der Straße rum.

Der Abend am Campingplatz war ur gemütlich. Der erste laue Abend (schon mit Jacke und langer Hose) an dem man nicht erfroren ist. Der rote Vogel wollte zwar betteln, aber nicht fotographiert werden. Astrid hat ihn dann doch erwischt. Und zum Schluß ein Sonnenuntergang der Sonderklasse. Was für ein genialer Tag.

Damit war die erste Woche on the road auch schon wieder vorbei.