Da eine weitere Nacht in West Yellowstone undenkbar war und andere KOAs der Umgebung entweder noch zu hatten oder ein Vermögen für einen miesen Platz wollten, sind wir gleich in den Süden aufgebrochen. Halt ohne Teton gesehen zu haben, denn die Straße dahin sollte erst einen Tag später aufgemacht werden. Man kann eben nicht alles haben.
Wir sind ohne Frühstück aufgebrochen, denn in West Yellowstone kann man sich bei Essen vorwiegend vergiften. Und das wollten wir nun auch nicht. Dafür waren es nur ein paar Yards zum NP Eingang und mit dem NP Paß waren wir schnell drinnen. Die Aussicht auf den Fluß ist echt gigantisch.

Beim Gibbon Falls Picknickplatz verzehrten wir unsere letzten Reserven als Frühstück. Dort kann man echt gut sitzen. Und schon ging es weiter zum Norris Geyser Basin. Man geht an einem dampfenden Becken vorbei zum höchst schießenden Geyser der Welt, dem Steamboat Geyser. Der Nachteil an dem Ding? Er schießt nur alle viele Jahre einmal. Dafür dann gute 90m hoch. Zuletzt war das im September 2014. Zwischendurch schießt er ein paar Meter, aber wer will das schon sehen.

Zum Norris Becken selbst sind wir nicht runter (und vorallem wieder rauf) –gehatscht. Man hat aber sowieso einen sehr hübschen Ausblick vom Visitor Center (oder ein bißl danach).

Wir mußten uns auch mit der Zeit ranhalten, denn wenn wir den Campingplatz am Abend noch vor Sonnenuntergang erreichen wollten, mußten wir Old Faithful so um 17 Uhr verlassen. Dazwischen war aber noch die ganze Mammoth Gegend geplant. Also nix wie rauf in den Norden. Am Weg, leider mitten in einer Baustelle, ein sehr hübscher kleiner Wasserfall, den Astrid gekonnt ‘aus der Hüfte geschossen’ hat.

Kurz danach erreicht man den oberen Rundweg, den man ganz amerikanisch im Auto zurücklegt. Wie gut, daß an dem Tag wenig los war, denn die Parkplätze an dem Weg sind extrem begrenzt und in einer Kolonne fahren macht nun auch keinen Spaß. Wir waren fast alleine.

Die Mammoth Terrassen sind im Prinzip wie Pamukkale in der Türkei. Heißes kalkhaltiges Wasser fließt seit Ewigkeiten den Hang hinunter und hat so Kalk aufgebaut. Wo das Wasser noch fließt ist es weiß, sonst schon grau verwittert.

Am unteren Ende der Terrassen gibt es eine kleine Stadt, wo früher die heißen Quellen genutzt wurden. Da wir sehr früh im Jahr dort waren, waren auch noch alle Tiere da. Inkl. der riesigen Büffel-Bullen. Mitten zwischen den Autos.

Die Viecher verlieren gerade das Winterfell und fressen das erst vor ganz kurzen herausgekommene frische Gras. In der Stadt ist es scheinbar am besten. Aber das haben auch Elche bemerkt, wie wir später feststellen mußten.
Die Terrassen von unten sind ebenfalls genial anzuschauen. Die einzige Plage dabei sind andere Autofahrer, die planlos herumtuckern während sie schauen oder es nicht schaffen ihre Autos auf Parkplätze zu parken. Touristen halt. Und hier nicht nur Asiaten.

Die Sonne hat uns bei den Aufnahmen sehr lieb gehabt; es glänzt und spiegelt überall.

Da wir kein wirkliches Mittagessen hatten, das Eis aber sehr gut ausgesehen hat, haben wir uns beide eines gegönnt. Dabei konnten wir, mitten im Dorf, Tiere beobachten. Wozu auch in den Wäldern rumlatschen. ![]()

Am Weg zurück zu den Geyser Becken kommt man an Wiesen vorbei, wo man sehr deutlich sehen kann, daß der Winter noch nicht so lange vorbei war. Dort zumindest.

Man war eigentlich nirgends vor Tiersichtungen sicher. Am Vortag waren es die vielen Bären, an dem Tag rannte uns fast ein Kojote über den Haufen.

Am Weg in den Süden sind wir beim Fountain Paint Pot stehengeblieben. Das ist, banal ausgedrückt, blubbernder Gatsch. Also Gas strömt in ein Gatschbecken. Sieht aber sehr lustig aus.

Am Weg dorthin kommt man an einem der vielen prismatischen Becken vorbei.

Der nächste Stopp war beim Biscuit Basin. Viele prismatische Becken …

… und kleine Geysers.

Der leider letzte Stopp ging beim Old Faithful los. Was für ein Zufall, quasi wie am Vortag, wir kamen und der Old Faithful wurde aktiv. Sehr praktisch so ohne Wartezeit. Den Vorgang könnte man aus Frauensicht sehr motiviert aber mit wenig Stehvermögen beschreiben. ![]()

Danach haben wir noch eine kleine Runde rauf auf den Geyserhill gemacht, wo es aus allen Ende blubbert und zischt.

Auch seltene Geysers waren überraschend aktiv, sodaß es fast hektisch wurde nichts zu verpassen. Die Kamera lief auf Hochtouren.

Den weit entfernten Geyser konnte ich nicht ‘derlaufen’, da mußte das Tele herhalten. Sieht aber echt cool aus. Der hatte btw Stehvermögen, denn er sprudelte so fast die ganze Gehrunde lang.

Sehr häufig sind aber auch ‘nur’ die von Bakterien gefärbten Abflüsse einfach hübsch. Dort könnte man sicher Stunden verbringen, wenn man nicht noch zu einem Campingplatz müßte.

Schweren Herzens haben wir uns daher aufgemacht und haben den Yellowstone NP in Richtung Westen verlassen. Bald hatten wir die Interstate erreicht und es ging zu unserem Campingplatz, wo Astrid ihre erste Hütte erleben konnte. Warum Hütte? War das Wetter so schlecht? Nein, aber wir planten spät anzukommen, das Zelt wäre dort sehr teuer gewesen und wir mußten unsere Bonuspunkte ohnehin verbrauchen (sonst wären sie verfallen). So kamen wir auf 5$ die Nacht. Damit konnten wir echt gut leben. Den mittleren Sturm in der Nacht haben wir so quasi verschlafen.